Wie in der letz­ten Fol­ge auf­ge­zeigt, ist WW-Chef­re­dak­tor Roger Köp­pel wei­ter­hin über­zeugt, dass Donald Trump trotz sei­nes bös­ar­ti­gen Nar­ziss­mus und sei­nes begin­nen­den Grös­sen­wahns unter dem Strich heil­sam, ja not­wen­dig sei, um die Welt vor dem Unter­gang zu ret­ten. So mutet es erstaun­lich an, dass eine Woche spä­ter ein Arti­kel den Weg in das Wochen­blatt gefun­den hat, das gera­de das Gegen­teil sti­pu­liert. Zum geplan­ten gros­sen Tri­umph­bo­gen anläss­lich der 250-Jahr Fei­er­lich­kei­ten zur ame­ri­ka­ni­schen Ver­fas­sung meint der Jour­na­list Alex­an­der Grau:
Der Bogen ver­wan­delt die pathe­ti­sche Per­spek­ti­ve vom Lin­coln Memo­ri­al auf den Haupt­ein­gang des Fried­hofs in die kit­schi­ge Dis­ney-Ver­si­on einer Pracht­stras­se. Die Dimen­sio­nie­rung des Modells, die gol­de­nen Löwen und Zier­ele­men­te, vor allem aber die über­di­men­sio­nier­te, eben­falls ver­gol­de­te Frau­en­fi­gur, die den Bogen krö­nen soll – das alles ist so albern, dass Neu­schwan­stein dage­gen wie eine hoch­se­riö­se, ernst­haf­te und stil­si­che­re his­to­ri­sche Rekon­struk­ti­on wirkt. (…).Selbst die an faschis­ti­sche Pracht­bau­ten gemah­nen­de Memo­ri­al Ave­nue wirkt dage­gen als dezen­tes Wun­der­werk. Der geplan­te Bogen ist nichts wei­ter als das geschmacks­be­frei­te Wahn­pro­dukt einer nar­ziss­ti­schen und zugleich skru­pel­lo­sen Per­sön­lich­keit.

Grau rela­ti­viert aber anschlies­send die­ses har­te Urteil inso­fern, als er das Macht­ge­ha­be Trumps ein­fach ein­reiht in die archi­tek­to­ni­schen Macht­de­mons­tra­tio­nen aus frü­he­ren Zei­ten — von den römi­schen Tri­umph­bö­gen, Ver­sailles, dem Arc de Triom­phe bis zum geplan­ten Tri­umph­bo­gen Hit­lers in Ber­lin mit 117 m Höhe und 170 m Brei­te.

Eines haben alle Erschaf­fer sol­cher Tri­umph­bö­gen gemein­sam: Macht durch Gewalt.
Das Römi­sche Reich wur­de mit dem Schwert gegrün­det, Lud­wig XIV. führ­te fast unun­ter­bro­chen Krieg, von Napo­le­on und Hit­ler gar nicht zu reden. Und Trump?

Alex­an­der Grau schliesst sei­nen Arti­kel mit dem Hin­weis, dass “die bis­her ver­öf­fent­li­chen Pla­nun­gen (z.B. des Ball­saals) “von einer Prunk­sucht” zeu­gen, “die viel­leicht einem Drit­te-Welt­Po­ten­ta­ten gut zu Gesicht stün­de oder einem Dro­gen­ba­ron – nicht aber dem Prä­si­den­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Trump hat etwas miss­ver­stan­den: Die Nati­on ist nicht dafür da, dem Prä­si­den­ten zu die­nen. Auf­ga­be des Prä­si­den­ten ist es viel­mehr, der Nati­on zu die­nen.

Ob unser WW-Chef­re­dak­tor den Arti­kel wohl gele­sen hat!?

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