Nach der Übersicht über die zahlreichen Bankrotte, Flops und betrügerischen Unternehmungen Trumps und dessen
Rettungsleine “The Apprentice” fasst Thom Hartmann in seinem Buch “Donald Trump. The Last American President” zusammen:
Donald Trump kam nicht trotz seiner Misserfolge an die Macht, sondern weil er sie so gut zu verbergen wusste. Er hat kein Imperium aufgebaut, sondern eine Maske. Und als diese Maske in die Politik trat, fragten weder unsere Medien noch viele unserer Wähler, was sich dahinter verbarg. Stattdessen stellten sie die Frage, ob sie gewinnen könnte oder nicht. So werden Demokratien von innen heraus zerstört – nicht nur durch Gewalt, sondern auch durch Illusionen. Durch Berühmtheit. Durch Spektakel. Durch die Überhöhung der Marke über die Wahrheit.
Wenn Wahrnehmung wichtiger ist als Realität, wenn Performance über Kompetenz triumphiert, wenn die Simulation von Stärke überzeugender ist als tatsächliche Führungsstärke, sind die Voraussetzungen für den Zusammenbruch der Demokratie gegeben. Trumps Präsidentschaft würde diese Angriffe auf die Anständigkeit zu ihrem logischen Ende führen. Derselbe Mann, der sich seinen Weg zum geschäftlichen Ruhm vorgetäuscht hatte, würde sich nun seinen Weg durch die Regierungsführung vortäuschen. Die gleichen Taktiken, die ihm halfen, geschäftliche Misserfolge zu überstehen, würden ihn auch durch politische Krisen bringen. Die gleiche Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit, die seine Geschäftskarriere geprägt hatte, würde nun Amerikas Verhältnis zur Realität selbst prägen. Die Maske des Erfolgs, die Trump über Jahrzehnte hinweg aufgebaut hatte, würde zum Gesicht Amerikas gegenüber der Welt werden.
Und dahinter verbarg sich, genau wie in seinen Geschäften, eine drohende Katastrophe – eine verpfuschte Pandemiebekämpfung, zerbrochene Allianzen, zerstörte demokratische Normen und schließlich eine angezettelte Rebellion. Trumps Maske sitzt noch immer. Aber der Schaden, den sie verbirgt, ist überall um uns herum zu sehen.
Anschliessend untersucht Hartmann das aktuelle politische System in den USA, das Trump überhaupt seinen politischen Aufstieg ermöglichte, und beginnt seine Analyse mit der Botschaft Franklin D. Roosevelts 1938 an den Kongress:
Die Freiheit einer Demokratie ist nicht sicher, wenn das Volk das Wachstum privater Macht bis zu einem Punkt toleriert, an dem diese stärker wird als der demokratische Staat selbst. Das ist im Wesentlichen Faschismus: die Kontrolle der Regierung durch eine Einzelperson, eine Gruppe oder eine andere private Macht.
Das Fazit Hartmanns: Donald Trump ist kein Zufallsprodukt.
Er war nicht, wie so viele (insbesondere Demokraten) behaupteten, nur eine politische Anomalie oder eine seltsame, von den Medien verursachte Störung der amerikanischen Demokratie. Er war vielmehr das unvermeidliche Produkt politischer Strukturen, die über Jahrzehnte hinweg von krankhaft reichen Ideologen und der fossilen Brennstoffindustrie sorgfältig aufgebaut worden waren; allesamt Systeme, die darauf ausgelegt waren, die Macht in der Exekutive zu konzentrieren, die historischen Missstände, die die amerikanische Politik seit drei Jahrhunderten heimsuchen, als Waffe einzusetzen und die demokratischen Schutzmechanismen, die uns bis jetzt als freie Nation erhalten haben, systematisch abzubauen. (…)
In den nächsten Fortsetzungen jeweils am Donnerstag folgen wir Hartmann bei seinen Recherchen und Analysen der politischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in den USA, die das “Phänomen Trump” überhaupt ermöglichten.
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