Christopher M. Bache verweist in seinem Buch auf ein paar eindrückliche Fälle, in denen chronische körperliche und seelische Leiden dank der Aufdeckung von Traumata aus früheren Leben Heilung fanden. Hier ein Beispiel, das Stanislav Grof während seiner therapeutischen Arbeit mit Tanya, einer vierunddreissigjährigen Lehrerin erlebte, die ihn wegen Depressionen, Angstzuständen und chronischer Müdigkeit aufgesucht hatte. Dazu litt sie an einer chronischen Nebenhöhlenentzündung, an Allergien, an heftigen Nies- und Keuchanfällen und
wachte oft von ihren Hustenanfällen auf; manchmal dauerten die morgendlichen Anfälle drei oder vier Stunden. Tanya unterzog sich zahlreichen Allergietests und wurde von vielen Spezialisten mit Anthistaminika, Antibiotika und Nebenhöhlenspülungen mit Desinfektionslösungen behandelt. Als sich herausstellte, dass alle diese Behandlungen ergebnislos blieben, rieten die Ärzte zu einer Nebenhöhlenoperation, aber das lehnte Tanya ab.
An einer therapeutischen Sitzung erlebte die Lehrerin plötzlich Symptome des Ertrinkens.
Tanya fühlte sich so, als ob sie auf einem Brett festgebunden sei und von einer Gruppe Menschen langsam unter Wasser gedrückt würde. Nachdem sie ihre Gefühle in dramatischen Ausbrüchen unter Schreien, schweren Erstickungsanfällen , Husten und reichlicher Absonderung riesiger Mengen dicken, grünlichen Nasenschleims abreagiert hatte, konnte sie den Ort, die Umstände und die Mitwirkenden erkennen.
Sie war ein junges Mädchen in einem Dorf in Neuengland, das von seinen Nachbarn der Hexerei bezichtigt worden war, weil es ungewöhnliche spirituelle Erlebnisse gehabt hatte. Eine Gruppe von Dorfbewohnern zerrte sie eines Nachts in ein nahe gelegenes Birkenwäldchen, band sie auf einem Brett fest und tauchte sie kopfüber in einen kalten Teich. …
Grof erklärt dazu, dass Tanyas Erfahrungen, so überzeugend sie auch für sie selbst gewesen sein mögen, an sich noch keinen Beweis für Reinkarnation oder für eine ursächliche Beziehung zwischen dem Erlebnis des Ertränktwerdens und ihren Nebenhöhlenproblemen darstellen. Er fährt fort: “Dennoch heilte dieses Erlebnis zur Überraschung aller Beteiligten ihre chronische Nebenhöhlenerkrankung, die Tanya zwölf Jahre lang gequält hatte und die auf konventionelle medizinische Behandlungsmethoden nicht ansprechen wollte.”
Es gibt keine Möglichkeit, die Erfahrung Tanyas historisch zu verifizieren. Aber genau das gelang in einem anderen Fall, den Grof in seinem Buch “Das Abenteuer der Selbstentdeckung” schildert. Im Laufe einer Therapie hatte der Klient plötzlich
Visionen von Tunnels, unterirdischen Lagerräumen, Militärbaracken, dicken Wänden und Schutzwällen, die alle Teile einer auf einem Küstenfelsen gelegenen Festung zu sein schienen. Immer wieder tauchten Bilder von Soldaten in verschiedenen Situationen auf. Er war völlig verwirrt, da diese Soldaten offenbar Spanier waren, die Landschaft aber an Schottland oder Irland erinnerte.
Die verblüffende Lösung dieses Rätsels und der Beweis, dass seine Visionen tatsächlich von einem früheren Leben herrührten, kann bei Interesse hier nachgelesen werden.
Fortsetzung am kommenden Freitag, den 11. Juli.
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