1966 erschien in den USA ein Buch, das ein neu­es Kapi­tel in der Fra­ge der Reinkar­na­ti­on eröff­ne­te: 20 Cases Sug­ges­ti­ve of Rein­car­na­ti­on. Sein Autor, der Psych­ia­ter Ian Ste­ven­son von der Uni­ver­si­ty of Vir­gi­nia in Char­lot­tes­ville, betrieb seit Jah­ren Feld­for­schung in Indi­en, Cey­lon, Bra­si­li­en, Alas­ka und im Liba­non. Sein Ziel war es, her­aus­zu­fin­den, ob hin­ter Reinkar­na­ti­ons­er­zäh­lun­gen, die ihm zuge­tra­gen wur­den, genü­gend Indi­zi­en für eine Wie­der­ge­burt zu fin­den wären, die wis­sen­schaft­li­chen Stan­dards genü­gen wür­den.
Sein Fazit: Die­se Indi­zi­en gibt es. Der birsfaelder.li-Schreiberling erin­nert sich noch gut, wie er vor zwan­zig Jah­ren fas­zi­niert die deut­sche Aus­ga­be (Reinkar­na­ti­on: Der Mensch im Wan­del von Tod und Wie­der­ge­burt. 20 über­zeu­gen­de und wis­sen­schaft­lich bewie­se­ne Fäl­le) las, — fas­zi­niert von den ein­drück­li­chen Schil­de­run­gen der Fäl­le, aber auch fas­zi­niert von der rigo­ro­sen wis­sen­schaft­li­chen Her­an­ge­hens­wei­se Ste­ven­sons.

Es folg­ten wei­te­re Unter­su­chun­gen von Fäl­len in der Tür­kei, in Thai­land und Bur­ma und die Bän­de “Rein­car­na­ti­on and Bio­lo­gy: A Con­tri­bu­ti­on to the Etio­lo­gy of Birth­marks and Birth Defects”. (Allein der ers­te Band umfasst über 1200 Sei­ten …)

Kri­ti­ker sei­nes Werks ver­wie­sen aller­dings immer wie­der auf die Tat­sa­che, dass die meis­ten Fäl­le aus Län­dern stamm­ten, in denen der Reinkar­na­ti­ons­ge­dan­ke ein fes­ter Bestand­teil ihrer Kul­tur oder reli­giö­sen Über­zeu­gung war. Viel­leicht aus die­sem Grun­de ver­öf­fent­lich­te Ste­ven­son 2003 sein letz­tes Buch “Euro­pean Cases of the Rein­car­na­ti­on Type”, 2005 im Aqua­ma­rin-Ver­lag unter dem Titel “Reinkar­na­ti­on in Euro­pa. Erfah­rungs­be­rich­te” publi­ziert. Aus dem Klap­pen­text:
Die ers­te Doku­men­ta­ti­on der beein­dru­ckends­ten Fäl­le von Reinkar­na­ti­on in Euro­pa! Den Befür­wor­tern des Reinkar­na­ti­ons­ge­dan­kens wird immer wie­der vor­ge­wor­fen, die Bei­spie­le von Wie­der­ge­burt, wie sie von For­schern wie Ste­ven­son und ande­ren doku­men­tiert wur­den, spiel­ten sich nur in Asi­en ab, wo sie sich einer ernst­haf­ten Über­prü­fung ent­zö­gen und vom Umfeld, auf­grund reli­giö­ser Über­zeu­gung, ohne­hin geför­dert wür­den. Die­sem Argu­ment ent­zieht das neue Werk von Ste­ven­son den Boden. Er belegt in sei­ner meis­ter­haf­ten Prä­zi­si­on die über­zeu­gends­ten Reinkar­na­ti­ons­fäl­le in Euro­pa. Fäl­le, die von Eng­län­dern, Fran­zo­sen, Deut­schen und ande­ren auf­ge­zeich­net wur­den, obwohl teil­wei­se das Welt­bild den Erfah­run­gen in kei­ner Wei­se ent­sprach und die betrof­fe­nen Men­schen von ihren eige­nen Erleb­nis­sen zutiefst auf­ge­wühlt wur­den. Ein wei­te­rer Mei­len­stein auf dem Weg der Aner­ken­nung der Reinkar­na­ti­ons­leh­re im Abend­land!
Wir wer­den auf den einen oder ande­ren Fall dar­aus zurück­kom­men.

Gesetzt den Fall, Reinkar­na­ti­on des Men­schen ist eine Tat­sa­che: Was bedeu­tet das dann kon­kret für unser jet­zi­ges Leben? Wer oder was reinkar­niert sich wie­der? War­um macht Reinkar­na­ti­on Sinn? War­um ver­lie­ren wir das Wis­sen um unse­re frü­he­re Exis­ten­zen? Kann man die­ses Wis­sen wie­der reak­ti­vie­ren? Ist das über­haupt sinn­voll? Ist Reinkar­na­ti­on mit der christ­li­chen Leh­re ver­ein­bar? (Die katho­li­sche Kir­che z.B. ver­neint es)

Inzwi­schen gibt es sehr viel Lite­ra­tur, die qua­li­ta­tiv mehr oder weni­ger über­zeu­gen­de Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen zu geben ver­sucht. Als beson­ders wert­voll fin­det der Schrei­ber­ling das 1990 publi­zier­te Buch des schon erwähn­ten Phi­lo­so­phie­pro­fes­sors und Reli­gi­ons­wis­sen­schaft­ler Chris­to­pher M. BacheLife­cy­cles: Rein­car­na­ti­on and the Web of Life”, wenig spä­ter auf deutsch unter dem Titel “Das Buch von der Wie­der­ge­burt, Das Gesetz der ewi­gen Wie­der­kehr — alles über Reinkar­na­ti­on aus der Sicht der moder­nen Wis­sen­schaft” im Scherz-Ver­lag erschie­nen.

Bache stiess im Zusam­men­hang mit sei­nen Expe­ri­men­ten mit LSD auf das The­ma Reinkar­na­ti­on. In sei­ner Ein­füh­rung schreibt er:
Wenn uns nur ein Lebens­zy­klus auf der Erde zusteht, so wird der Kreis der Din­ge, die wir im Leben Aus­sicht haben zu ver­wirk­li­chen, sehr eng. Die Zeit reicht gera­de, um unse­re Iden­ti­tät als Indi­vi­du­um von den Erwar­tun­gen der Fami­lie abzu­gren­zen, etwas zu ler­nen, einen Part­ner zu fin­den und die nächs­te Gene­ra­ti­on auf­zu­zie­hen, im Beruf etwas auf die Bei­ne zu stel­len und, wenn alles gut­geht, vor dem Tod noch ein paar ruhi­ge Jah­re mit den Enkeln zu genies­sen. Zwi­schen­durch mag es gesche­hen, dass wir stau­nend auf­bli­cken zu dem Uni­ver­sum, in dem wir leben, oder dass die Ehr­furcht vor dem Wun­der der Geburt oder der Schön­heit der Milch­stras­se uns zu Trä­nen rührt. Viel­leicht ver­brin­gen wir sogar Jah­re unse­res Lebens damit zu mit­zu­hel­fen, dass die Mensch­heit einen Aspekt die­ses Wun­der­werks ein wenig bes­ser ver­steht. Aber wir wis­sen immer: Sosehr wir uns auch bemü­hen, uns bleibt kei­ne Zeit, die­sen Kos­mos, in dem wir leben, wirk­lich zu erfor­schen oder an sei­ner Grös­se auf irgend­ei­ne nen­nens­wer­te Wei­se teil­zu­ha­ben.

Das alles sieht anders aus, wenn wir vie­le Lebens­zy­klen auf der Erde wei­len. Unse­re Rol­le im kos­mi­schen Dra­ma erwei­tert sich   pro­por­tio­nal zu der Zeit, die wir auf der Büh­ne ste­hen. Durch die Reinkar­na­ti­on ist unse­re indi­vi­du­el­le Ent­wick­lung eng mit der Ent­wick­lung des Uni­ver­sums als Gan­zem ver­knüpft, und der Anteil, den wir an allem haben, was um uns her­um geschieht, steigt in sei­ner Bedeu­tung. Das muss unwei­ger­lich dazu füh­ren, dass wir in unse­rer phi­lo­so­phi­schen Ein­schät­zung den Zweck des mensch­li­chen Daseins höher bewer­ten.

Fort­set­zung am kom­men­den Frei­tag, den 23. Mai

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