Hier kommt die Fort­set­zung des Arti­kels “Crack­pot Christianity“von Matthew Fox vom letz­ten Don­ners­tag:
Das MAGA-Chris­ten­tum ist ein abwe­gi­ges Chris­ten­tum. Und in den Hän­den des heu­ti­gen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters ist es unbe­schreib­lich gefähr­lich. (…)
Hegs­eth trägt zwei Tat­toos mit Kreuz­rit­ter-Moti­ven auf der Brust und bedient sich oft der Spra­che der Kreuz­rit­ter. Ein­mal, als er betrun­ken in einer Bar war, rief er wie­der­holt: „Tötet alle Mus­li­me!“ Kein Wun­der, dass ihn die­ser Iran-Krieg so begeis­tert.

Whist­le­b­lower spre­chen über reli­giö­sen Extre­mis­mus im Mili­tär inmit­ten des Krie­ges gegen den Iran.“ Demo­cra­cy Now!

Die in dem Pen­ta­gon-Video gezeig­te Ver­herr­li­chung von Gewalt durch die „Manos­phe­re“, auf die wir in unse­rem gest­ri­gen DM ver­wie­sen haben, erreg­te die Auf­merk­sam­keit von Robert Jones, dem Prä­si­den­ten des Public Reli­gi­on Rese­arch Insti­tu­te. Er bezeich­ne­te es als „eine Ver­herr­li­chung von Gewalt im Namen des Chris­ten­tums und der Zivi­li­sa­ti­on“.

Ein wei­te­res Kenn­zei­chen des “ver­rück­ten Chris­ten­tums” ist sein völ­li­ger Man­gel an Öku­me­ne und Respekt gegen­über ande­ren reli­giö­sen Tra­di­tio­nen. Und natür­lich gegen­über der Viel­falt inner­halb des Chris­ten­tums selbst.

Pas­tor Doug Pagitt, Geschäfts­füh­rer von Vote Com­mon Good, sagt, Hegs­eths Welt­an­schau­ung bedeu­te, dass die­se Regie­rung glaubt, eine beson­de­re gött­li­che Beru­fung zu haben. „Hegs­eth glaubt, dass Gott Donald Trump“ und ande­re „auf ein­zig­ar­ti­ge Wei­se bestimmt hat“ und dass das Mili­tär dazu da ist, „Got­tes Plan für die Welt zu erfül­len.“

Ich habe in mei­nem Buch Trump & The MAGA Move­ment as Anti-Christ, das ich kurz vor der Wahl geschrie­ben habe, vor der MAGA-Ver­eh­rung gewarnt. Und ich habe mich in einem Kapi­tel mit dem Titel „MAGAs pre­kä­re Männ­lich­keit vs. authen­ti­sche Männ­lich­keit“ mit der Fra­ge beschäf­tigt, was hin­ter einem Groß­teil der Neu­ro­se der Manos­phe­re steckt. Lei­der ken­ne ich kei­ne reli­giö­sen Zeit­schrif­ten, die den Mut hat­ten, mein Buch zu rezen­sie­ren, obwohl eini­ge „säku­la­re“ Den­ker wie Thom Hart­mann dies taten.

Ich füh­re die­se Gleich­gül­tig­keit dar­auf zurück, dass die libe­ra­le Reli­gi­on nicht in der Lage ist, über das Böse zu spre­chen – im Gegen­satz zu unse­ren Vor­fah­ren wie Hil­de­gard von Bin­gen im 12. Jahr­hun­dert und Luca Signo­rel­li im frü­hen 16. Jahr­hun­dert, die zu ihrer Zeit detail­rei­che Dar­stel­lun­gen des Anti­chris­ten schu­fen. Signo­rel­lis Gemäl­de hängt seit dem 14. Jahr­hun­dert an pro­mi­nen­ter Stel­le in einer geschichts­träch­ti­gen Kathe­dra­le.

Die libe­ra­le Reli­gi­on von heu­te hat sich dafür ent­schie­den, das Urbild dem rech­ten und rechts­extre­men Chris­ten­tum zu über­las­sen. Der Olig­arch Peter Thiel, groß­zü­gi­ger Emp­fän­ger von Mil­li­ar­den an Steu­er­gel­dern zur Unter­stüt­zung der Über­wa­chung ame­ri­ka­ni­scher Bür­ger à la ICE, wird ohne zu zögern über den Anti­chris­ten pre­di­gen.

„Pre­digt und Taten des Anti­chris­ten“. Fres­ko von Luca Signo­rel­li, Cat­te­dra­le di San­ta Maria Ass­un­ta, Orvie­to.

Wir müs­sen uns an Künst­ler wen­den, um das Böse beim Namen zu nen­nen, wenn es auf­taucht.

Theo­lo­gi­schen Ratio­na­lis­ten fehlt der Mut dazu. Mar­tin Luther wand­te das Urbild auf die regie­ren­den Päps­te sei­ner Zeit an, und ande­re Refor­ma­to­ren folg­ten ihm. Pere Chenu kri­ti­sier­te die Theo­lo­gie der letz­ten 400 Jah­re, die vom aka­de­mi­schen Ratio­na­lis­mus beherrscht und gekauft wur­de, dafür, dass sie den Bezug zu Kunst und Künst­lern ver­lo­ren habe. Sie hat dem Bösen wenig zu sagen, kann aber unauf­hör­lich über Sün­de spre­chen.

Chenu sag­te, die Theo­lo­gie nei­ge dazu, „eine aris­to­kra­ti­sche alte Dame“ nach­zu­ah­men, und das ist oft auch mei­ne Erfah­rung. Sie zieht es vor, zu schwei­gen, wenn das Böse droht, nicht unähn­lich vie­len Kir­chen in Deutsch­land in den 1930er Jah­ren.

Fort­set­zung am kom­men­den Don­ners­tag, den 2. April

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