Der ame­ri­ka­ni­sche Theo­lo­ge Matthew Fox bleibt nicht im theo­lo­gi­schen Schne­cken­haus, son­dern nimmt immer wie­der zu aktu­el­len gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Pro­ble­men Stel­lung, — zur Trump-Ära im birsfälder.li z.B. hier und hier. Beson­ders hell­hö­rig wird er, wenn sich der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent mit einem christ­li­chen Män­tel­chen beklei­den lässt, um sei­ne evan­ge­li­ka­len Schäf­chen bei der Stan­ge zu hal­ten. Ekla­tant zeig­te sich das kürz­lich, als er sei­nen Iran-Feld­zug “von Gott” abseg­nen liess. Theo­lo­ge Fox hat dafür das Eti­kett “Crack­pot Chris­tia­ni­ty” gewählt (crack­pot: ein Spin­ner, Ver­rück­ter):
“Crack­pot Chris­tia­ni­ty” ist ein Chris­ten­tum, das die Leh­ren Jesu außer Acht lässt. Leh­ren wie „Liebt eure Fein­de“, „Selig sind die Fried­fer­ti­gen“ und ande­re Selig­prei­sun­gen, „Liebt euren Nächs­ten wie euch selbst“, „Behan­delt ande­re so, wie ihr selbst behan­delt wer­den möch­tet“, „Was ihr dem Gerings­ten tut, das tut ihr mir“ usw. Es setzt auf reli­giö­se Heu­che­lei. Christ­li­cher Natio­na­lis­mus gehört zwei­fel­los dazu. Eben­so wie die Ver­göt­te­rung von Donald Trump oder irgend­ei­nem ande­ren poli­ti­schen Füh­rer irgend­wo.

Beson­ders krass zeigt sich die­ses per­ver­se Chris­ten­tum im Geba­ren des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters — par­don: neu­er­dings Kriegs­mi­nis­ters — Pete Hegs­eth, der auf sei­nem Kör­per stolz Kreuz­fah­rer-Tat­toos vor­zeigt. “Deus vult” ist auf sei­nem Ober­arm ein­gra­viert.

Der Guar­di­an beschrieb Hegs­eth bei einer kürz­li­chen Pres­se­kon­fe­renz im Pen­ta­gon als „forsch, krie­ge­risch“ und „eher wie ein Car­toon-Tyrann als ein erns­ter Staats­mann“ klin­gend, der „den gan­zen Tag lang mit Tod und Zer­stö­rung aus der Luft prahl­te … Wir schla­gen auf sie ein, wäh­rend sie am Boden lie­gen, und genau so soll­te es auch sein.“

Es heißt, das Pen­ta­gon sei nun „die Büh­ne für einen ideo­lo­gi­schen und reli­giö­sen Kreuz­zug“, der „mit Machis­mo, christ­li­chem Natio­na­lis­mus und Gleich­gül­tig­keit gegen­über dem Leben der US-Sol­da­ten“ geführt wer­de. Hegs­eth zielt mit sei­nen TV-Auf­trit­ten dar­auf ab, „Trumps Ver­lan­gen nach einem Kriegs­trei­ber zu stil­len, der der Manos­phe­re wür­dig ist“.

Teil des Pres­sen­auf­tritts war ein „rei­ße­ri­sches Social-Media-Video“, das Hol­ly­wood-Aus­schnit­te aus Bra­ve­he­art, Gla­dia­tor, Super­man und Top Gun neben „ech­ten Tötungs­auf­nah­men der Angrif­fe im Iran“ zeig­te. (…)

Das MAGA-Chris­ten­tum ist ein “Crack­pot”- Chris­ten­tum. Und in den Hän­den des heu­ti­gen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters unbe­schreib­lich gefähr­lich. Über Hegs­eth sag­te ein Vete­ran des Mari­ne Corps: „Ich fin­de nicht ein­mal die Wor­te, um sei­ne Selbst­ver­herr­li­chung zu beschrei­ben, die in ihrem Aus­maß nur von sei­ner offen­sicht­li­chen mora­li­schen Ver­kom­men­heit über­trof­fen wird.“ Er sei „eine Schan­de“. (…)

Hegs­eth befür­wor­tet eine christ­lich-rekon­struk­tio­nis­ti­sche Dok­trin, die patri­ar­cha­li­sche Kon­trol­le über Fami­li­en for­dert, sowie die Todes­stra­fe für extre­me Über­zeu­gun­gen. wie “Demo­cra­cy­Now! oder Homo­se­xua­li­tät (sic). (Es klingt, als hät­te er doch etwas mit dem ira­ni­schen Regime gemein­sam.)

Sein Pas­tor, Doug Wil­son, ver­tritt eine theo­kra­ti­sche Gesell­schafts­vi­si­on, in der Frau­en das Wahl­recht ver­wei­gert wird und Män­ner alle Ent­schei­dun­gen in der Ehe tref­fen. Hegs­eth lud die­sen Pas­tor ein, einen Got­tes­dienst im Pen­ta­gon zu lei­ten (sic).

Die­se Hal­tung färbt auch direkt auf die ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen ab:
Hun­der­te von Sol­da­ten haben sich bei der Mili­ta­ry Reli­gious Free­dom Foun­da­ti­on dar­über beschwert, dass Mili­tär­kom­man­dan­ten sich auf extre­mis­ti­sche christ­li­che Rhe­to­rik über bibli­sche „End­zei­ten“ beru­fen, um den Krieg gegen den Iran zu recht­fer­ti­gen. Jones sagt: „Es wird als hei­li­ger Krieg einer angeb­lich christ­li­chen Nati­on gegen eine mus­li­mi­sche Nati­on dar­ge­stellt.“

Reli­giö­ser Fana­tis­mus und Poli­tik bil­den zusam­men eine brand­ge­fähr­li­che Mischung, sei es im Iran, in Isra­el, in Russ­land oder in den USA. Man darf auf die wei­te­re Ent­wick­lung gespannt sein ..

Fort­set­zung am kom­men­den Don­ners­tag, den 26. März

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