Die USA — “Land of the free and the home of the bra­ve” — ist unter Donald Trump und sei­nen Adla­ten defi­ni­tiv auf dem Weg zu einer Olig­ar­chie mit dik­ta­to­ri­schen Zügen. Dar­an ändert auch das Zol­l­ur­teil des Obers­ten Gerichts­hof nichts. Hier in Aus­zü­gen ein Bei­trag dazu aus der New York Times:
Prä­si­dent Trump ver­teilt Begüns­ti­gun­gen – von Begna­di­gun­gen bis hin zu güns­ti­gen Regu­lie­rungs­ent­schei­dun­gen – an pri­vi­le­gier­te Grup­pen, dar­un­ter die­je­ni­gen, die bereit sind, für sei­ne bevor­zug­ten Aus­schüs­se und Anlie­gen zu spen­den, und die­je­ni­gen, die in die Kryp­to­ge­schäf­te der Fami­lie Trump inves­tie­ren.

Ent­schlos­sen, ein Stück vom Kuchen abzu­be­kom­men, ste­hen die Super­rei­chen Schlan­ge. Obwohl Trump in sei­ner zwei­ten Amts­zeit in fast allen Bevöl­ke­rungs­grup­pen an Boden ver­lo­ren hat, steht eine Grup­pe fest auf der Sei­te des Prä­si­den­ten: die Super­rei­chen, die ihre Geld­bör­sen offen hal­ten. In sei­nem Bestre­ben, eine Über­nah­me des Reprä­sen­tan­ten­hau­ses und mög­li­cher­wei­se auch des Senats durch die Demo­kra­ten zu ver­hin­dern, ist das Geld die­ser Mil­li­ar­dä­re und Megamil­lio­nä­re Trumps Trumpf­kar­te, da die Wäh­ler aus fast allen poli­ti­schen Lagern zuneh­men­de Unzu­frie­den­heit mit sei­ner Regie­rung äußern.

Dabei sind Trump und die Repu­bli­ka­ni­sche Par­tei prak­tisch zu Toch­ter­ge­sell­schaf­ten der Mil­li­ar­därs­klas­se des Lan­des gewor­den und haben eine ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent­schaft her­vor­ge­bracht, die neue Maß­stä­be in Sachen Olig­ar­chie und Klep­to­kra­tie setzt.

Die Bewei­se für die all­ge­gen­wär­ti­ge Kor­rup­ti­on sind ende­misch, etwa in den Begna­di­gun­gen durch den Prä­si­den­ten für Spen­der und Per­so­nen mit guten Bezie­hun­gen, in der regu­la­to­ri­schen Begüns­ti­gung durch wich­ti­ge Behör­den und im Zufluss von Son­der­in­ter­es­sen und aus­län­di­schen Inves­ti­tio­nen in die Kryp­to­wäh­rungs­ge­schäf­te der Fami­lie Trump.

Obwohl Trumps Groß­spen­der es vor­zie­hen wür­den, das Reprä­sen­tan­ten­haus und den Senat unter repu­bli­ka­ni­scher Kon­trol­le zu hal­ten, ist ihr Haupt­an­lie­gen Trump selbst. Unab­hän­gig vom Aus­gang der Wah­len im Novem­ber wird er wei­ter­hin die Kon­trol­le über den föde­ra­len Regu­lie­rungs­ap­pa­rat, die Begna­di­gungs­be­fug­nis­se, die Mög­lich­keit, Durch­füh­rungs­ver­ord­nun­gen zu erlas­sen, und die Nut­zung der Außen­po­li­tik behal­ten, um den weni­gen Begüns­tig­ten Inves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten zu ver­schaf­fen.

Wäh­rend die Ein­kom­men von Trumps MAGA-Anhän­gern aus der Arbei­ter­klas­se sta­gnie­ren, haben die Rei­chen gigan­ti­sche Ren­di­ten aus ihren Inves­ti­tio­nen in Trump erzielt. (…)

Anfang der 1980er Jah­re … besa­ßen die Super­rei­chen ein Ver­mö­gen, das 0,3 Pro­zent des Gesamt­ein­kom­mens aller Ame­ri­ka­ner ent­sprach. Heu­te sind es 12 Pro­zent. Es hat sich also um fast das 40-Fache erhöht.

Das bedeu­tet im Wesent­li­chen, dass die 19 reichs­ten Men­schen in den USA, wenn sie ihr gesam­tes Ver­mö­gen aus­ge­ben wür­den, den Gegen­wert von 10 Pro­zent des Wer­tes aller Waren und Dienst­leis­tun­gen kau­fen könn­ten, die in einem bestimm­ten Jahr in den USA pro­du­ziert wer­den. Und natür­lich tun sie das nicht, oder? Sie geben ihr Ver­mö­gen nicht auf die­se Wei­se aus. Aber es ist nur ein Bei­spiel für die über­wäl­ti­gen­de wirt­schaft­li­che Macht, die sie haben, und die Macht, die sie haben, um Wah­len zu kau­fen, Medi­en zu kau­fen, Ein­fluss zu kau­fen, Kon­kur­ren­ten zu kau­fen. (…)

Füh­rungs­kräf­te aus dem Bereich der künst­li­chen Intel­li­genz, Kryp­to­wäh­rungs-Mogu­le und ande­re Spen­der, die bis­her kaum oder gar kei­ne poli­ti­schen Spen­den auf Bun­des­ebe­ne geleis­tet haben, pum­pen Mil­lio­nen von Dol­lar in den Flagg­schiff-Super-PAC von Prä­si­dent Donald Trump. (…)

Wäh­rend Trump und sei­ne Ver­bün­de­ten die ame­ri­ka­ni­sche Demo­kra­tie unter extre­men Druck gesetzt haben, ist das Sys­tem der frei­en Wah­len (noch) nicht zusam­men­ge­bro­chen. Aber wie steht es um die Trump-Regie­rung und die Repu­bli­ka­ni­sche Par­tei? Haben sie die Gren­ze zur Olig­ar­chie und Klep­to­kra­tie über­schrit­ten?

Demo­kra­ti­sche Poli­ti­ker wie Sena­tor Ber­nie San­ders und die Abge­ord­ne­te Alex­an­dria Oca­sio-Cor­tez wur­den dafür kri­ti­siert, dass sie das Wort „Olig­ar­chie” leicht­fer­tig ver­wen­den. Aber in Wirk­lich­keit erfül­len Trump und sei­ne repu­bli­ka­ni­schen Hand­lan­ger im Kon­gress die­se Defi­ni­ti­on in außer­ge­wöhn­li­chem Maße.

Ame­ri­ka ist viel­leicht noch kei­ne olig­ar­chi­sche Klep­to­kra­tie, aber wenn es nach der Trump-Regie­rung und der Repu­bli­ka­ni­schen Par­tei geht, wird es bald eine sein.

Fort­set­zung am kom­men­den Don­ners­tag, den 5. März

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