In die­ser Fol­ge keh­ren wir zurück zum Buch “Donald Trump. The Last Ame­ri­can Pre­si­dent” des Jour­na­lis­ten und Autors Thom Hart­mann. In der letz­ten Fol­ge wur­de auf­ge­zeigt, wie mit “Citi­zens United” der Ein­fluss der Mil­li­ar­dä­re auf die Poli­tik dank der neu mög­li­chen Wahl­kampf-Bestechung regel­recht explo­dier­te. Sie fan­den in Trump das will­fäh­ri­ge Werk­zeug, die Unter­neh­mens­steu­ern dras­tisch zu sen­ken, — und schef­fel­ten anschlies­send Mil­li­ar­den.

Thom Hart­mann schil­dert, wie Trump sich schon 2016 dank der güti­gen Hil­fe von Mil­li­ar­dä­ren das Amt des Prä­si­den­ten sicher­te.

Vor­hang auf die Trump-Mer­cer-Alli­anz:
Im August 2016, nur vier ent­schei­den­de Mona­te vor der Wahl in jenem Jahr, geriet Donald Trumps Prä­si­dent­schafts­kam­pa­gne ins Strau­cheln. Nach einem kata­stro­pha­len Par­tei­tag, gespickt mit einer absur­den Ansamm­lung von Son­der­lin­gen und Freaks, sowie wochen­lan­gen selbst­ver­schul­de­ten Fehl­trit­ten, lag er in jedem Swing Sta­te hin­ter Hil­la­ry Clin­ton zurück.

Sei­ne Wahl­kampf­or­ga­ni­sa­ti­on – gelei­tet von Paul Manaf­ort, dem Mann der Putin-Olig­ar­chen, der zuvor Putin dabei gehol­fen hat­te, die Kon­trol­le über die Poli­tik der Ukrai­ne zu über­neh­men – war nur noch ein Gerip­pe, und die meis­ten poli­ti­schen Beob­ach­ter waren sich einig, dass ihr die für einen Sieg not­wen­di­ge grund­le­gen­de Infra­struk­tur fehl­te. Tra­di­tio­nel­le repu­bli­ka­ni­sche Spen­der hiel­ten sich fern, wäh­rend Gerüch­te über rus­si­schen Ein­fluss kur­sier­ten, und Prä­si­den­tin Hil­la­ry schien eine aus­ge­mach­te Sache zu sein. Die poli­ti­schen Beob­ach­ter des Lan­des berei­te­ten sich dar­auf vor, den Nach­ruf auf einen unkon­ven­tio­nel­len (und zutiefst ras­sis­ti­schen) Wahl­kampf zu schrei­ben, der zwar Auf­merk­sam­keit erregt hat­te, es aber ver­säumt hat­te, die für einen Sieg not­wen­di­ge tra­di­tio­nel­le Wahl­kampf­ma­schi­ne­rie vor Ort auf­zu­bau­en

Dann, im August, änder­te sich alles. Trump emp­fing zwei Olig­ar­chen, die sei­nen Wahl­kampf und letzt­lich das Land ver­än­dern soll­ten: Robert Mer­cer und sei­ne Toch­ter Rebe­kah.

Nur weni­ge Ame­ri­ka­ner wuss­ten, wer die Mer­cers waren. Robert, ein ehe­ma­li­ger IBM-Infor­ma­ti­ker, der zum Hedge­fonds-Mil­li­ar­där gewor­den war, leb­te so zurück­ge­zo­gen, dass vie­le sei­ner eige­nen Mit­ar­bei­ter ihn noch nie spre­chen gehört hat­ten. Rebe­kah, sei­ne poli­tisch ambi­tio­nier­te Toch­ter, agier­te weit­ge­hend hin­ter den Kulis­sen und nutz­te das Ver­mö­gen ihres Vaters, um Ein­fluss in der kon­ser­va­ti­ven Poli­tik zu gewin­nen.

Wie die Repor­te­rin Jane May­er schrieb: „Letz­ten Som­mer kamen Ban­non und eini­ge ande­re Akti­vis­ten, die von den Mer­cers unter­stützt wur­den – dar­un­ter David Bos­sie, der die Citi­zens-United-Kla­ge ange­strengt hat­te –, zusam­men, um Trumps ins Wan­ken gera­te­ne Kam­pa­gne zu ret­ten. Sam Nun­berg, ein frü­her Trump-Bera­ter, der mit­er­leb­te, wie Mer­cers Grup­pe die Kon­trol­le über­nahm, sag­te: ‚Mer­cer war klug. Er inves­tier­te in die rich­ti­gen Leu­te.‘“

Die­ses Tref­fen im August scheint zu einer sofor­ti­gen Umstruk­tu­rie­rung der Kam­pa­gne geführt zu haben. Der Wahl­kampf­lei­ter Paul Manaf­ort muss­te gehen. Es kamen zwei Mer­cer-Getreue hin­zu: Ste­ve Ban­non, der Vor­stands­vor­sit­zen­de von Breit­bart News (das die Mer­cers mit 10 Mil­lio­nen Dol­lar finan­ziert hat­ten), und Kel­ly­an­ne Con­way, die zuvor einen von Mer­cer unter­stütz­ten Super-PAC für Ted Cruz gelei­tet hat­te.

Dies war nicht nur ein Per­so­nal­wech­sel. Es war eine voll­stän­di­ge Über­nah­me der Trump-Kam­pa­gne durch die poli­ti­sche Maschi­ne­rie der Mer­cers. Mit die­ser Über­nah­me kamen die Res­sour­cen, die sich als ent­schei­dend erwei­sen soll­ten: Cam­bridge Ana­ly­ti­ca, ein Daten­un­ter­neh­men, an dem die Mer­cers Haupt­in­ves­to­ren waren, hat­te ohne deren Zustim­mung per­sön­li­che Daten von mehr als 50 Mil­lio­nen Face­book-Nut­zern gesam­melt. Die­ser Schatz an psy­cho­lo­gi­schen Pro­fi­len ermög­lich­te es der Trump-Kam­pa­gne, Wäh­ler mit Bot­schaf­ten gezielt anzu­spre­chen, die genau auf ihre Ängs­te, Res­sen­ti­ments und per­sön­li­chen Schwach­stel­len abge­stimmt waren.

Breit­bart News war die rechts­extre­me Web­site, die zu einer zen­tra­len Platt­form für wei­ßen Natio­na­lis­mus und Ver­schwö­rungs­theo­rien gewor­den war. Unter Ban­nons Füh­rung und mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung der Mer­cers hat­te sich Breit­bart von einem obsku­ren Blog zu einer poten­ten Medi­en­macht ent­wi­ckelt, die die Repu­bli­ka­ni­sche Par­tei nach rechts trieb.

Die Mer­cers unter­stütz­ten Trump offen­bar nicht, weil sie ihn per­sön­lich bewun­der­ten oder glaub­ten, er wür­de einen guten Prä­si­den­ten abge­ben. Rebe­kah Mer­cer hat­te ursprüng­lich Ted Cruz unter­stützt und Trump als einen Show­man betrach­tet, dem es an ernst­zu­neh­men­den kon­ser­va­ti­ven Refe­ren­zen man­gel­te.

Statt­des­sen schei­nen sie ihn unter­stützt zu haben, weil sie in ihm ein Werk­zeug erkann­ten; jeman­den, des­sen per­sön­li­che Eigen­schaf­ten (sein Pro­mi­nen­ten­sta­tus, sei­ne Scham­lo­sig­keit und sein instink­ti­ves Ver­ständ­nis der Mas­sen­psy­cho­lo­gie) ihn in eine ein­zig­ar­ti­ge Posi­ti­on ver­setz­ten, um ihre ideo­lo­gi­sche Agen­da vor­an­zu­trei­ben. Zu die­ser Agen­da gehör­ten der Abbau des Ver­wal­tungs­staa­tes, mas­si­ve Steu­er­sen­kun­gen für Rei­che, die Abschaf­fung von Umwelt­auf­la­gen und die Umge­stal­tung der Jus­tiz durch rechts­extre­me Ernen­nun­gen.

„Die Mer­cers leg­ten den Grund­stein für die Trump-Revo­lu­ti­on“, räum­te Ste­ve Ban­non spä­ter ein. „Wenn man sich die Spen­der der letz­ten vier Jah­re ansieht, hat­ten sie zwei­fel­los den größ­ten Ein­fluss von allen, ein­schließ­lich der Kochs.“

Das Bünd­nis erwies sich als bemer­kens­wert erfolg­reich. Inner­halb weni­ger Wochen erhol­ten sich Trumps Umfra­ge­wer­te. Sei­ne Bot­schaf­ten wur­den dis­zi­pli­nier­ter (wenn auch nicht weni­ger extrem). Die digi­ta­le Kam­pa­gne begann, Clin­tons viel geprie­se­nes Daten­team zu über­trump­fen. Und am Wahl­abend sicher­te sich Trump ent­ge­gen allen tra­di­tio­nel­len Umfra­ge­pro­gno­sen knap­pe Sie­ge in wich­ti­gen Swing Sta­tes.

Die Mer­cers hat­ten ihre Wet­te abge­schlos­sen. Und sie soll­te sich spek­ta­ku­lär aus­zah­len.

Fort­set­zung am kom­men­den Frei­tag, den 24. April

An ande­ren Seri­en inter­es­siert?
Wil­helm Tell / Ignaz Trox­ler / Hei­ner Koech­lin / Simo­ne Weil / Gus­tav Mey­rink / Nar­ren­ge­schich­ten / Bede Grif­fiths / Graf Cagli­os­tro /Sali­na Rau­rica / Die Welt­wo­che und Donald Trump / Die Welt­wo­che und der Kli­ma­wan­del / Die Welt­wo­che und der lie­be Gott /Leben­di­ge Birs / Aus mei­ner Foto­kü­che / Die Schweiz in Euro­pa /Die Reichs­idee /Voge­sen Aus mei­ner Bücher­kis­te / Ralph Wal­do Emer­son / Fritz Brup­ba­cher  / A Basic Call to Con­scious­ness Leon­hard Ragaz / Chris­ten­tum und Gno­sis / Hel­ve­tia — quo vadis? / Aldous Hux­ley / Dle WW und die Katho­li­sche Kir­che / Trump Däm­me­rung / Manès Sper­ber /Reinkar­na­ti­on / USA — Eine alter­na­ti­ve Geschich­te

Quartierflohmarkt
Samstag, 18. April 2026, 10 bis 16 Uhr
Dienstleistungsgemeinde Birsfelden

Deine Meinung