Als Pro­fes­sor Jan Ste­ven­son an der Uni­ver­si­ty of Vir­gi­nia 1966 sein Buch “Twen­ty Cases Sug­ges­ti­ve of Rein­car­na­ti­on” her­aus­brach­te, betrat er damit in der aka­de­mi­schen Welt Neu­land. Neu­land war auch sein Vor­ge­hen bei der Unter­su­chung der ihm zuge­tra­ge­nen poten­ti­el­len Reinkar­na­ti­ons­fäl­le. Nur jene, bei denen alter­na­ti­ve Erklä­run­gen noch unwahr­schein­li­cher waren als die Reinkar­na­ti­on, wur­den in die Aus­wahl auf­ge­nom­men. So konn­te der Chef­re­dak­tor des ange­se­he­nen Jour­nal of Ner­vous and Men­tal Dise­a­se, Dr. Euge­ne Bro­dy, 1977 bei der Vor­stel­lung der For­schun­gen Ste­ven­sons fest­hal­ten:
Unse­re Ent­schei­dung die­ses Mate­ri­al zu ver­öf­fent­li­chen, bedeu­tet dass wir die wis­sen­schaft­li­che und per­sön­li­che Glaub­wür­dig­keit der Autoren aner­ken­nen, dass wir ihre For­schungs­me­tho­den für kor­rekt hal­ten und uns davon über­zeugt haben, dass ihre Beweis­füh­rung den bekann­ten Regeln ratio­na­len Den­kens folgt.

Schau­en wir uns doch einen sol­chen von Ste­ven­son erforsch­ten Fall an:
Par­mod Shar­ma wur­de am 11. Okto­ber 1944 in Bis­au­li in Indi­en gebo­ren.  Sein Vater, Pro­fes­sor Ban­key­be­ha­ry Lai Shar­ma, lehr­te Sans­krit an einem Col­lege. Als Par­mod unge­fähr zwei­ein­halb Jah­re alt war, bat er sei­ne Mut­ter, nicht mehr für ihn zu kochen, denn er habe in Mora­d­a­bad — einer etwa 150 Kilo­me­ter nord­öst­lich von Bis­au­li ent­fernt gele­ge­nen Stadt eine Frau, die für sein Essen sor­gen wür­de. Als er zwi­schen drei und vier war, fing er an, sein Leben dort genau zu schil­dern. Er beschrieb meh­re­re Geschäf­te, die er beses­sen und zusam­men mit ande­ren Fami­li­en­mit­glie­dern betrie­ben hat­te. Ins­be­son­de­re sprach er von einem Laden, in dem Kek­se und Soda­was­ser ver­kauft wur­den. Er nann­te ihn «Mohan Brot­hers». Er behaup­te­te, er sei einer der Brü­der Mohan, und er habe auch einen Laden in Saha­r­an­pur, einer etwa 160 Kilo­me­ter nörd­lich von Mora­d­a­bad gele­ge­nen Stadt. Par­mod spiel­te nicht viel mit den ande­ren Kin­dern in Bis­au­li. Er beschäf­tig­te sich lie­ber allein und bau­te dann Model­le von Läden, die er sogar mit elek­tri­schen Lei­tun­gen aus­stat­te­te. Beson­ders gern mach­te er Kek­se aus Schlamm und ser­vier­te sie der Fami­lie mit Tee oder Soda­was­ser. In die­ser Zeit füg­te er der Beschrei­bung sei­nes Ladens vie­le Ein­zel­hei­ten hin­zu: Er nann­te sei­ne Grö­ße und Lage in Mora­d­a­bad, erzähl­te, was dort ver­kauft wur­de und wel­che Arbeit er dort zu ver­rich­ten hat­te; er erwähn­te zum Bei­spiel auch Geschäfts­rei­sen nach Delhi. Er beklag­te sich sogar bei sei­nen Eltern, weil sie im Ver­gleich zu dem, was er als erfolg­rei­cher Kauf­mann gewöhnt war, in rela­tiv beschei­de­nen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen leb­ten.

Par­mod hat­te eine star­ke Abnei­gung gegen Quark — sehr unge­wöhn­lich für ein indi­sches Kind — und riet sogar ein­mal sei­nem Vater, kei­nen Quark zu essen, weil das gefähr­lich sei. Par­mod behaup­te­te, in sei­nem ande­ren Leben ein­mal schwer erkrankt zu sein, weil er zuviel Quark geges­sen habe. Eben­so­we­nig moch­te er es, unter­ge­taucht zu wer­den, was damit zu tun haben konn­te, daß er angeb­lich frü­her in der Bade­wan­ne umge­kom­men war. Par­mod sag­te, er sei ver­hei­ra­tet gewe­sen und habe fünf Kin­der gehabt — vier Söh­ne und eine Toch­ter. Er woll­te unbe­dingt sei­ne Fami­lie wie­der­se­hen und bat sei­ne Eltern oft, mit ihm nach Mora­d­a­bad zu fah­ren, um sie zu besu­chen. Die­se Bit­te wur­de ihm immer wie­der abge­schla­gen, aber um Par­mod die Schu­le schmack­haft zu machen, ver­sprach sei­ne Mut­ter ihm schließ­lich, mit ihm nach Mora­d­a­bad zu fah­ren, sobald er lesen könn­te.

Wenn Par­mods Eltern sei­nen Behaup­tun­gen nie nach­gin­gen, dann viel­leicht des­halb, weil nach einem alten indi­schen Volks­glau­ben Kin­dern, die sich an ein frü­he­res Leben erin­nern, ein frü­her Tod bestimmt ist. Trotz­dem kamen Par­mods Erzäh­lun­gen schließ­lich der Fami­lie Mehra in Mora­d­a­bad zu Ohren, die vie­le Ein­zel­hei­ten sei­ner Geschich­te wie­der­zu­er­ken­nen glaub­te. Zwei Brü­der die­ser Fami­lie besa­ßen meh­re­re Geschäf­te in Mora­d­a­bad, dar­un­ter auch einen Laden, in dem Kek­se und Soda­was­ser ver­kauft wur­den. Er hieß Mohan Brot­hers. 2 Der Laden war von Par­ma­nand Mehra gegrün­det und bis zu sei­nem Tod am 9. Mai 1943, acht­zehn Mona­te vor Par­mods Geburt, von ihm selbst geführt wor­den. Par­ma­nand hat­te bei einer Hoch­zeit kräf­tig der Quark­spei­se — eines sei­ner Lieb­lings­ge­rich­te — zuge­spro­chen und dar­auf­hin eine chro­ni­sche Magen-Darm­er­kran­kung ent­wi­ckelt, der spä­ter die Blind­darm­rei­zung und die Bauch­fell­ent­zün­dung folg­ten, an denen er starb. Zwei oder drei Tage vor sei­nem Tod hat­te er gegen den Rat sei­ner Ange­hö­ri­gen dar­auf bestan­den, noch ein­mal Quark zu essen, mit der Begrün­dung, daß er viel­leicht nie mehr die Gele­gen­heit dazu haben wür­de. Sei­ne Blind­darm­rei­zung hat­te Par­ma­nand auch mit einer Rei­he natur­heil­kund­li­cher Bade­ku­ren zu behan­deln ver­sucht. Er war zwar nicht direkt in der Bade­wan­ne gestor­ben, hat­te aber unmit­tel­bar vor sei­nem Tod ein Bad genom­men. Par­ma­nand hin­ter­ließ eine Frau und fünf Kin­der: vier Söh­ne und eine Toch­ter.

Im Som­mer 1949 beschloß die Fami­lie Mehra, nach Bis­au­li zu fah­ren, um Par­mod zu besu­chen, der damals knapp fünf Jah­re alt war. Als sie ein­tra­fen, war Par­mod aber gera­de mit der Fami­lie unter­wegs, und es kam zu kei­ner Begeg­nung. Kurz dar­auf nahm Par­mods Vater eine Ein­la­dung der Mehras an und fuhr mit ihm nach Mora­d­a­bad, um den frap­pie­ren­den Erin­ne­run­gen sei­nes Soh­nes an Ort und Stel­le nach­zu­ge­hen.

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Fort­set­zung am kom­men­den Frei­tag, den 6. Juni

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Uffrt
dr kupfrig Stänzler

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