Hier kommt die Fort­set­zung der Vor­schau zum bri­san­ten Buch “Who Kil­led the Ame­ri­can Dream? The Grea­test Poli­ti­cal Crime Ever Told” des ame­ri­ka­ni­schen Jour­na­lis­ten und Autors Thom Hart­mann, das im Juni erschei­nen wird.

Der ame­ri­ka­ni­sche Traum ging nicht ver­lo­ren. Er wur­de ermor­det. Die Ver­däch­ti­gen sind iden­ti­fi­ziert. Die Bewei­se lie­gen auf dem Tisch.

Jetzt ist es Zeit für Gerech­tig­keit.

1. Das Ver­bre­chen selbst – und die Tat­sa­che, dass es nie wirk­lich statt­ge­fun­den hat.
Hier ist die Sache, die Sie scho­ckie­ren wird. Der Obers­te Gerichts­hof hat nie ent­schie­den, dass Unter­neh­men nach dem Vier­zehn­ten Zusatz­ar­ti­kel Per­so­nen sind. Nicht ein ein­zi­ges Mal. Was jede juris­ti­sche Fakul­tät in Ame­ri­ka seit über einem Jahr­hun­dert als fest­ste­hen­de ver­fas­sungs­recht­li­che Tat­sa­che lehrt, geht auf einen ein­zi­gen betrü­ge­ri­schen Satz zurück, der von einem kor­rup­ten Gerichts­schrei­ber ver­fasst wur­de und in direk­tem Wider­spruch zu der eigent­li­chen Ent­schei­dung stand, die direkt dar­un­ter auf der­sel­ben Sei­te stand. Die mäch­tigs­te Rechts­dok­trin in der ame­ri­ka­ni­schen Geschich­te ist eine glat­te Lüge, und jemand hat sie absicht­lich dort hin­ge­schrie­ben.

2. Der ame­ri­ka­ni­sche Traum ging nicht ver­lo­ren. Er wur­de absicht­lich gestoh­len.
Wir reden stän­dig über den Nie­der­gang der Mit­tel­schicht, als wäre es eine Art Wet­ter­ereig­nis, etwas, das uns ein­fach so wider­fah­ren ist. Das war es nicht. Die sta­gnie­ren­den Löh­ne, die uner­schwing­li­chen Wohn­kos­ten, die Stu­di­en­kre­di­te, die eine gan­ze Gene­ra­ti­on begra­ben, bevor sie über­haupt rich­tig ange­fan­gen hat, die Arzt­rech­nun­gen, die jedes Jahr eine hal­be Mil­li­on Fami­li­en in den Ruin trei­ben… nichts davon war ein Zufall. Kon­zer­ne nutz­ten gefälsch­te Ver­fas­sungs­rech­te als Waf­fen gegen Arbeit­neh­mer, Gewerk­schaf­ten, Sicher­heits­vor­schrif­ten und die Demo­kra­tie selbst. Mehr als fünf­zig Bil­lio­nen Dol­lar flos­sen in weni­ger als vier­zig Jah­ren von den arbei­ten­den Ame­ri­ka­nern in die Taschen einer Hand­voll Mil­li­ar­dä­re. Das ist kei­ne Markt­kor­rek­tur. Das ist Raub.

3. Die Grün­der­vä­ter wuss­ten es. Sie haben uns gewarnt. Und wir haben es ver­ges­sen.
Die Men­schen, die die Ver­fas­sung schu­fen, waren von der Macht der Kon­zer­ne so alar­miert, dass sie die­se gänz­lich aus der Ver­fas­sung her­aus­hiel­ten. Absicht­lich. Sie hat­ten nicht nur in einem Buch über die Tyran­nei der Kon­zer­ne gele­sen. Sie hat­ten unter der East India Com­pa­ny gelebt. Sie hat­ten des­we­gen eine Revo­lu­ti­on geführt. Jef­fer­son und Madi­son ver­stan­den etwas, das wir zu ver­ges­sen gelernt haben: dass Kon­zer­ne künst­li­che Gebil­de sind, die per Gesetz geschaf­fen wur­den, um dem Gemein­wohl zu die­nen, und dass in dem Moment, in dem sie die Rech­te von Bür­gern erhal­ten, die Demo­kra­tie am Ende ist. Was 1886 geschah, war nicht nur ein Rechts­ver­bre­chen. Es war ein Ver­rat am gesam­ten ame­ri­ka­ni­schen Expe­ri­ment.

4. Das Ablen­kungs­ma­nö­ver hat uns davon abge­hal­ten, dies jemals zu erken­nen.
Wäh­rend die Plün­de­rung statt­fand, hat­ten die Olig­ar­chen ein Pro­blem. Die Men­schen wur­den wütend. Also bau­ten sie einen Mecha­nis­mus, um die­se Wut auf etwas ande­res zu len­ken. Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ge­rin­nen. Ein­wan­de­rer. Kri­mi­na­li­tät. Kul­tur­krie­ge. Wahl­be­trug. Egal wel­ches Jahr­zehnt man nimmt – sie hat­ten immer einen neu­en Böse­wicht parat, immer jeman­den ganz unten auf der Lei­ter, immer jeman­den mit noch weni­ger Macht als die arbei­ten­de Bevöl­ke­rung, die aus­ge­raubt wur­de. Es ist der ältes­te Trick der Welt, der bis zu den Cäsa­ren und der Kon­fö­de­ra­ti­on zurück­reicht. Und über vier­zig Jah­re lang funk­tio­nier­te er wie am Schnür­chen. Die arbei­ten­de Bevöl­ke­rung war so sehr damit beschäf­tigt, wütend auf­ein­an­der zu sein, dass sie nie auf­blick­te, um zu sehen, wer ihnen tat­säch­lich in die Tasche griff.

5. Das lässt sich behe­ben. Und es gibt einen kon­kre­ten Fahr­plan dafür.
Dies ist kein Buch, bei dem man um zwei Uhr mor­gens an die Decke starrt und sich fragt, ob alles hoff­nungs­los ist. Das ist es nicht. Hart­mann legt genau dar, was nötig ist: eine Ver­fas­sungs­än­de­rung, die den Unter­neh­men die Rech­te ent­zieht, die ihnen von vorn­her­ein nie recht­mä­ßig zustan­den. Das wur­de schon ein­mal gemacht. Zwei gan­ze „Pro­gres­si­ve Zeit­ab­schnit­te“ haben bewie­sen: Wenn man die Macht der Kon­zer­ne tat­säch­lich zügelt, kommt die Mit­tel­schicht mit vol­ler Kraft zurück und die Demo­kra­tie funk­tio­niert wie­der. Wir haben einst die größ­te und wohl­ha­bends­te Mit­tel­schicht in der Geschich­te der Welt auf­ge­baut. Wir kön­nen das wie­der schaf­fen. Der Fahr­plan exis­tiert. Das Ein­zi­ge, was fehlt, sind genü­gend Men­schen, die die Wahr­heit ken­nen und wütend genug sind, etwas dage­gen zu unter­neh­men.

Die Lek­tü­re des geplan­ten Buches dürf­te inter­es­sant wer­den. Und selbst­ver­ständ­lich wer­den die birsfälder.li-Leserinnen und Leser dar­an teil­ha­ben.

Fort­set­zung am kom­men­den Frei­tag, den 3. April

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