Edgar Cayce ist das berühm­tes­te und bekann­tes­te Medi­um des 20. Jahr­hun­derts. Wenn es einen schla­gen­den Beweis dafür gibt, dass im Mensch ein noch bei wei­tem nicht aus­ge­schöpf­tes Ent­wick­lungs­po­ten­ti­al schlum­mert, dann ist es das Leben die­ses ein­fa­chen Bau­ern­jun­gen, der, als er starb, Aber­tau­sen­den gehol­fen hat­te, ihre Gesund­heit wie­der­her­zu­stel­len, der in sei­ner Trance in die tiefs­te Ver­gan­gen­heit der Mensch­heit schau­te und Pro­phe­zei­un­gen für deren Zukunft mach­te.

Cayce wur­de 1877 auf einer Farm in Hop­kins­ville, Ken­tu­cky, gebo­ren, und sei­ne über­sinn­li­chen Fähig­kei­ten zeig­ten sich bereits in sei­ner Kind­heit. Er konn­te den Geist sei­nes ver­stor­be­nen Groß­va­ters sehen und mit ihm spre­chen und spiel­te oft mit „ima­gi­nä­ren Freun­den”, von denen er sag­te, dass es Geis­ter aus dem Jen­seits sei­en. Er zeig­te auch eine unheim­li­che Fähig­keit, sich die Sei­ten eines Buches zu mer­ken, indem er ein­fach dar­auf schlief. Die­se Gaben lie­ßen den jun­gen Cayce als selt­sam erschei­nen, aber alles, was Cayce wirk­lich woll­te, war, ande­ren zu hel­fen, ins­be­son­de­re Kin­dern.

Spä­ter im Leben stell­te Cayce fest, dass er die Fähig­keit hat­te, sich in einen schlaf­ähn­li­chen Zustand zu ver­set­zen, indem er sich auf eine Couch leg­te, die Augen schloss und die Hän­de über dem Bauch fal­te­te. In die­sem Zustand der Ent­span­nung und Medi­ta­ti­on war er in der Lage, sei­nen Geist mit allen Zei­ten und Räu­men in Kon­takt zu brin­gen – dem uni­ver­sel­len Bewusst­sein, auch bekannt als das Über­be­wusst­sein. Von dort aus konn­te er Fra­gen beant­wor­ten, die so all­ge­mein waren wie „Was sind die Geheim­nis­se des Uni­ver­sums?“ und „Was ist mein Lebens­zweck?“ bis hin zu so spe­zi­fi­schen Fra­gen wie „Was kann ich tun, um mei­ne Arthri­tis zu lin­dern?“ und „Wie wur­den die Pyra­mi­den in Ägyp­ten gebaut?“. Sei­ne Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen wur­den als „Lesun­gen“ bezeich­net, und ihre Erkennt­nis­se bie­ten auch heu­te noch prak­ti­sche Hil­fe und Rat­schlä­ge für Ein­zel­per­so­nen.

Vie­le Men­schen sind über­rascht, wenn sie erfah­ren, dass Edgar Cayce ein from­mer Kirch­gän­ger und Sonn­tags­schul­leh­rer war. In jun­gen Jah­ren schwor Cayce, jedes Jahr sei­nes Lebens die Bibel zu lesen, und als er 1945 starb, hat­te er die­se Auf­ga­be erfüllt. Viel­leicht sagen die Rea­dings es am bes­ten: Auf die Fra­ge, wie man hell­sich­tig wer­de, lau­te­te Cayces Rat, spi­ri­tu­el­ler zu wer­den. (Aus­zug aus einem Text der edgarcayce.org)

Cayce war also der Pro­to­typ eines bibel­fes­ten Chris­ten. Es muss für ihn ein gewal­ti­ger Schock gewe­sen sein, als er in Trance anfing, von Reinkar­na­ti­on zu spre­chen, und er brauch­te Jah­re, um sich mit die­ser Idee anzu­freun­den. Doch im Lau­fe sei­ner “Rea­dings” erkann­te er Schritt um Schritt, dass die grund­le­gen­den Wahr­hei­ten der Bot­schaft Jesu mit der Idee, dass wir uns über vie­le Leben lang­sam ent­wi­ckeln, durch­aus nicht im Wider­spruch ste­hen müs­sen. Aller­dings lehr­te Cayce, dass Jesus eine nor­ma­le See­le gewe­sen sei, die sich für sei­ne drei­jäh­ri­ge Mis­si­on in Paläs­ti­na über vie­le Inkar­na­tio­nen vor­be­rei­tet und vor sei­nem öffent­li­chen Auf­tre­ten wei­te Rei­sen bis nach Indi­en unter­nom­men habe. Chris­tus hin­ge­gen sei ein Zustand, den Jesus erreicht habe und den auch wir anstre­ben soll­ten. Jesus bezeich­ne­te er jeweils als unse­ren “älte­ren Bru­der”.

Die meis­ten (der über 14’000!) Lesun­gen von Edgar Cayce befas­sen sich mit ganz­heit­li­cher Gesund­heit und der Behand­lung von Krank­hei­ten. Wie zu der Zeit, als Cayce sei­ne Lesun­gen hielt, erhal­ten auch heu­te noch Men­schen aus allen Gesell­schafts­schich­ten und Glau­bens­rich­tun­gen durch die in den Lesun­gen gege­be­nen Infor­ma­tio­nen Lin­de­rung von Krank­hei­ten oder Beschwer­den – eini­ge Lesun­gen wur­den bereits vor 100 Jah­ren gehal­ten! Obwohl Cayce vor allem für die­ses Mate­ri­al bekannt ist, schien sich der schla­fen­de Cayce nicht nur auf Fra­gen des phy­si­schen Kör­pers zu beschrän­ken. Tat­säch­lich behan­deln die Lesun­gen ins­ge­samt erstaun­li­che 10.000 ver­schie­de­ne The­men. Die­se brei­te Palet­te von The­men lässt sich auf eine klei­ne­re Grup­pe ein­gren­zen, die zusam­men die fol­gen­den fünf Kate­go­rien bil­den: (1) Gesund­heits­be­zo­ge­ne Infor­ma­tio­nen; (2) Phi­lo­so­phie und Reinkar­na­ti­on; (3) Träu­me und Traum­deu­tung; (4) ESP (aus­ser­sinn­li­che Wahr­neh­mung) und psy­chi­sche Phä­no­me­ne; und (5) Spi­ri­tu­el­les Wachs­tum, Medi­ta­ti­on und Gebet. (Aus­zug aus einem Text der edgarcayce.org)

Inzwi­schen gibt es auch auf deutsch eine reich­hal­ti­ge Lite­ra­tur, die sich mit dem Leben und Werk des “schla­fen­den Pro­phe­ten” aus­ein­an­der­setzt.

Mit die­ser letz­ten Fol­ge schliesst der birsfaelder.li-Schreiberling das Reinkar­na­ti­ons-The­ma ab. Ob sich die Bot­schaft und Leh­re von Jesus, dem Chris­tus, mit dem Gedan­ken wie­der­hol­ter Erden­le­ben ver­ein­ba­ren lässt oder nicht, muss letz­lich jede Lese­rin und jeder Leser für sich sel­ber erar­bei­ten.

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