Jetzt wer­den die Dis­kus­sio­nen um die EU-Ver­trä­ge, die Bila­te­ra­len III, wie­der hoch­ko­chen. Dabei wird auch immer wie­der auf die Unab­hän­gig­keit der Schweiz ver­wie­sen, die durch die­se Ver­trä­ge aus­ge­löscht wer­den soll.

Und so kom­me ich nicht dar­um her­um, wie­der ein­mal auf das klei­ne, fei­ne Büch­lein von Joël­le Kuntz »Die Schweiz oder die Kunst der Abhän­gig­keit« zu ver­wei­sen. (Bei Bider & Tan­ner für Fr. 20.– als E‑Book zu haben). In mei­nen Augen fast eine Pflicht­lek­tü­re.

Und dar­aus nun etwas vom Wich­tigs­ten für alle, die Unab­hän­gig­keit aus dem Brief von 1291 noch immer gleich ver­ste­hen:
»Als Frei­heits­stre­ben ver­stan­den ver­kör­pert die Unab­hän­gig­keit einen Wert, wäh­rend die Abhän­gig­keit ein all­täg­li­ches Fak­tum ist, sowohl im Inne­ren der Staa­ten als auch zwi­schen ihnen. Wenn aller­dings die­ser Wert infol­ge eines Über­mas­ses an Emo­tio­nen das Fak­ti­sche ver­drängt, wird jedes Han­deln unmög­lich und die Poli­tik von Res­sen­ti­ments und Ver­wir­rung durch­setzt. Dann ist es Zeit, Form und Inhalt der Unab­hän­gig­keit zu über­prü­fen, um sie auf die heu­ti­ge Welt aus­zu­rich­ten und ihr wie­der einen Sinn zu geben.
Wenn die Schweiz ihr Unbe­ha­gen min­dern will, so besteht die Min­dest­auf­ga­be dar­in, den Begriff der Abhän­gig­keit von sei­ner ideo­lo­gi­schen Dis­kre­di­tie­rung zu befrei­en, die durch die Ver­ab­so­lu­tie­rung der ’natio­na­len Unab­hän­gig­keit’ ent­stan­den ist — das gilt übri­gens nicht nur für unser Land.
Was wir brau­chen, ist ein ande­rer his­to­ri­scher Blick, eine etwas ver­än­der­te Per­spek­ti­ve. Wo bis­her ein­zig der Sieg der Unab­hän­gig­keit gefei­ert wur­de, müs­sen wir auch sehen, wel­che neu­en Ban­de mit unse­ren Nach­barn ent­stan­den sind.
Es geht dar­um, nicht immer nur auf die Geschich­te der Tren­nun­gen und Brü­che zu ver­wei­sen, als ob allein die­se die Schweiz her­vor­ge­bracht hät­ten, son­dern auch auf die Geschich­te der Ver­bin­dun­gen, Ver­pflich­tun­gen und Zwän­ge. Bedeut­sa­me Ereig­nis­se müs­sen in ihrer Viel­schich­tig­keit dar­ge­stellt wer­den, und zwar mit doku­men­ta­ri­scher Sorg­falt und ohne Mora­lis­mus; und dazu gehö­ren auch die ande­ren Staa­ten gemach­ten Kon­zes­sio­nen, denen die Schweiz es ver­dankt, wei­ter­hin zu exis­tie­ren.«

Das Büch­lein dür­fen Sie sich ger­ne bei mir aus­lei­hen. Im Buch­han­del ist es momen­tan nicht lie­fer­bar. (Ich habe aller­dings nur eines!)

Und zum Schluss noch dies:
»The Times They Are A‑Changin’«
(Bob Dylan)

LOST Theater
Von Wegen das geht nicht:
Geschwurbel!

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