Am 28. November 2021 wurde die Initiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative)» von Volk und Ständen mit einem Ja-Anteil von 61% angenommen.
Artikel 117b Bundesverfassung verlangt, dass Bund und Kantone die Pflege als wichtigen Bestandteil der Gesundheitsversorgung anerkennen und fördern. Der Zugang zu einer Pflege von hoher Qualität soll für alle Menschen garantiert sein. Bund und Kantone sollen sicherstellen, dass genügend diplomierte Pflegefachpersonen zur Verfügung stehen. Zudem sollen Pflegende entsprechend ihrer Ausbildung und ihren Kompetenzen arbeiten können, damit diese zu einer hohen Pflegequalität beitragen.
Unser toller Nationalrat hat wichtige Teile der Botschaft des Bundesrates in der letzten Woche versenkt. Ausser der Armee und der Landwirtschaft darf offenbar nichts mehr etwas kosten. Die seit Jahren nicht mehr erhöhten Löhne der Pflegenden (Klatschen reicht halt einfach nicht), die Abgeltungen für Physio- und Ergotherapeut:innen ebenso, werden abgewürgt.
Wenn nun die SVP mit ihrer sogenannten »Nachhaltigkeitsinitiative« die Nachhaltigkeit in der Pflege und Gesundheitsversorgung nachhaltig verschlechtern will, knüpft sie nachhaltig an die alten »Überfremdungsinitiativen« an, die im Birsfälderpünggtli schon nachhaltig erläutert wurden.
Das von der SVP angebotene Blame Game spielt das Spiel seit Jahren. Ich hoffe, Sie fallen nicht darauf herein: Wär isch tschuld? Die andere!
Diese Nachhaltigkeitsinitiative verdient ein nachhaltiges NEIN.
Und zum Schluss noch dies:
»Wir sind vom Undenkbaren
über das Unsagbare
zum Unerträglichen gekommen«
(Robert Misik)

Und danke Christoph Gloor (†2017) für das treffende Bild!

