Zusammenfassung einer Medienmitteilung des Bundesrates.
Die ganze Studie gibt es hier.
Ihnen zur Sonntagslektüre dringend empfohlen:
»Bern, 13.05.2026 — Die Begrenzung der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz auf 10 Millionen Menschen hätte weitreichende Folgen für Wirtschaft, Sozialversicherungen und die bilateralen Beziehungen zur EU.
Die Studie erfüllt zwei parlamentarische Vorstösse: das Postulat Broulis (24.4038) mit Fokus auf Altersstruktur, Wirtschaft sowie Vorsorge- und Gesundheitssysteme und das Postulat Binder-Keller (25.4276), das eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse der Arbeitsmigration mit einer Perspektive bis ins Jahr 2100 verlangt. Die Studie wurde von einer bundesinternen Begleitgruppe unter Federführung des SEM mit Beteiligung des EDA, EDI und WBF eng begleitet und verabschiedet.
Die Ergebnisse der Studie können für den Meinungsbildungsprozess zur Abstimmung über die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» von Interesse sein. Im Sinne der Transparenz wurde entschieden, die Studie umgehend zu publizieren und nicht bis zur Verabschiedung des entsprechenden Postulatsberichts zuzuwarten.
Hohe Kosten und wenig Entlastung
Die Studie zeigt, dass eine Begrenzung der Bevölkerung auf 10 Millionen in der Gesamtbilanz mit erheblichen volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Kosten verbunden wäre. Zwar führt eine Begrenzung zu entlastenden Effekten — insbesondere beim Wohnungsmarkt, bei der Infrastruktur und der Umwelt sowie bei einzelnen bedarfsabhängigen Sozialleistungen wie Ergänzungsleistungen und Sozialhilfe. Diese Entlastungen sind jedoch in ihrer Grössenordnung deutlich geringer als die identifizierten Kosten.
Die fiskalischen Kosten sind substanziell: Das AHV-Umlageergebnis verschlechtert sich über Jahrzehnte um mehrere Milliarden Franken pro Jahr, die Steuereinnahmen sinken stärker als die Ausgaben, und der Anteil der Gesundheitskosten am Volkseinkommen steigt stärker als ohne Begrenzung.
Herausforderungen wie die demografische Alterung, Fachkräftemangel, steigende Gesundheitskosten würden sich gemäss der Studie noch verschärfen.
Die Studie beschreibt Szenarien, sie liefert keine Prognosen oder Schätzungen. Die konkreten Auswirkungen einer Begrenzung der Bevölkerungszahl hängen massgeblich von deren Ausgestaltung ab. Die quantitativen Ergebnisse der Studie sind für den langfristigen Horizont mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.«
Und zum Schluss noch dies:
»Wenn man einmal weiss,
worauf alles ankommt,
hört man auf, gesprächig zu sein.«
(Johann Wolfgang von Goethe)


Christoph Meury
Mai 14, 2026
Die vorgelegte Studie zur Begrenzung der ständigen Wohnbevölkerung ist lesenswert!
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Die weitreichenden Auswirkungen auf die volkswirtschaftlichen und sozialpolitische Folgen einer fixen Begrenzung wären erheblich. Insbesondere auch für die Region Basel. Im Moment haben wir hier das Privileg, dass wir u.a. auch im Gesundheitswesen auf die Arbeitskräfte aus dem südbadischen Raum und dem Elsass zurückgreifen können.
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Im ersten Quartal 2023 gab es in Basel-Stadt 34 985 Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Ohne diese Grenzgänger*innen wäre der Fachkräftemangel bereits jetzt in Basel-Stadt prekär. Gleichzeitig sind diese täglich pendelnden Arbeitskräfte auch die Achillesferse unserer Region. Käme dieser Motor ins stottern und die Fachkräfte aus dem nahen Ausland würden ausbleiben, hätten wir unmittelbar ein echtes Problem.
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PS.: Die meisten Grenzgänger*innen gibt es übrigens in den Kantonen Genf (107 000), Tessin (78 200) und Waadt (41 800). Basel-Stadt folgt an vierter Stelle.