Die Neu­tra­li­tät gehört zur Schweiz wie die Ber­ge und der Wasch­kü­chen­plan. Gehört sie auch in die Ver­fas­sung? Und wie streng gere­gelt? Darüber stim­men wir am 27. Sep­tem­ber ab.
Hier gibt es nach und nach etwas Über­blick mit­hil­fe der Argu­men­te der Befür­wor­ter der Neu­tra­li­täts­in­itia­ti­ve.

Geschichts­ver­ges­sen ist nicht, wer der Gegen­wart und der Zukunft in die Augen blickt. Geschichts­ver­ges­sen ist, wer eine idea­li­sier­te oder ideo­lo­gi­sier­te Ver­gan­gen­heit als zeit­lo­sen Dau­er­zu­stand wahr­nimmt.
Der von den Initiant*innen vor­ge­schla­ge­ne Ver­fas­sungs­ar­ti­kel ist aus his­to­ri­scher Sicht zwei­fach pro­ble­ma­tisch.
Einer­seits beruht ihre Erzäh­lung über die Neu­tra­li­tät auf über­lie­fer­ten Mythen statt auf einer fak­ten­ba­sier­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit der Schwei­zer Mili­tär­ge­schich­te – in der die Neu­tra­li­tät, gelin­de gesagt, fle­xi­bel aus­ge­legt wur­de.
Ande­rer­seits gehen sie davon aus, dass Stra­te­gien und Instru­men­te ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te für die kol­lek­ti­ve Sicher­heit in der Welt von heu­te auto­ma­tisch tau­gen.
Wür­de man eine star­ke Kaval­le­rie und Hel­le­bar­den in der Ver­fas­sung ver­an­kern, weil sie in frü­he­ren Kon­flik­ten getaugt haben?
Die Schwei­zer Neu­tra­li­tät ist bereits in der Ver­fas­sung und völ­ker­recht­lich ver­an­kert.
Mit strik­ten Leit­plan­ken auf Ver­fas­sungs­ebe­ne im Sin­ne der Initia­ti­ve wird die Schweiz nicht glaub­wür­di­ger, son­dern hand­lungs­un­fä­hi­ger und ver­ant­wor­tungs­lo­ser.
Auf­grund einer Sicher­heits­po­li­tik im Auto­pi­lot­mo­dus, die de fac­to Agres­so­ren­staa­ten in die Hän­de spielt, wird sie dann auf der Welt­büh­ne als Bedro­hung für die Sta­bi­li­tät wahr­ge­nom­men.
Man muss die Geschich­te nicht immer neu schrei­ben – bis sie der SVP passt …

Freier Fall

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