Unter dem Titel »Hitlers Gebäudekomplex« las ich kürzlich in »The Atlantic« einen Artikel von Tomothy W. Ryback, hier nur die drei ersten Absätze:
Er wollte es gross. Er wollte viel Gold, viel Marmor. Er wollte, dass die Besucher von seiner architektonischen Erweiterung des symbolischen Machtsitzes des Landes begeistert sind. »Sie sollten die Stärke und Grösse des Deutschen Reiches spüren, wenn sie vom Eingang zur Empfangshalle gehen«, sagte Adolf Hitler seinem Chefarchitekten Albert Speer und skizzierte seine Pläne für eine Erweiterung der alten Reichskanzlei in der Wilhelmstraße 77 in Berlin.
Der neue Anbau, der durch einen Marmorkorridor mit Kristallkron-leuchtern mit dem Kanzleramt verbunden war, war Teil von Hitlers ehrgeizigen Plänen, das Berliner Stadtbild mit seiner Vision für die Zukunft des Landes in Einklang zu bringen. Hitler wollte einen Triumphbogen, einen Triumphbogen, doppelt so gross wie der Arc de Triomphe in Paris. Er wollte einen »Avenue of Splendor« für Militärparaden. »Die Champs-Élysées sind hundert Meter breit«, sagte Hitler zu Speer. »Wir werden unsere Allee zwanzig Meter breiter machen.« Eine geplante Volkshalle sollte 180’000 aufnehmen. Der Eiffelturm könnte unter die Kuppel passen. Die »Halle des Volkes« sollte vom grössten Hakenkreuz der Erde gekrönt sein. Berlin selbst sollte als Weltstadt Germania umgetauft werden, »Hauptstadt der Welt«.
Speer verschönerte diese extravagant übergrossen »Hitler-Markendesigns« – Hitlerscher Prägung – mit faschistischen Schnörkeln: gebündeltes Schilf oder Faszenen; gespreizte Adler; und enorme verdrehte Kreuze. 1938, als André François Poncet, der französische Botschafter in Berlin, Hitler im Berghof, dem Alpenrefugium des Nazi-Führers ausserhalb von Berchtesgaden, besuchte, wurde er durch eine »Galerie römischer Säulen« zu einer »immens verglasten Rotunde« mit einer dramatischen Ansicht geführt, die einen Eindruck erweckte, in der Luft suspendiert zu werden. »War dieses Gebäude das Werk eines normalen Geistes«, fragte sich François-Poncet in seinen Memoiren, »oder von einem, der von Grössenwahn gequält und von Visionen der Herrschaft heimgesucht wird?«
Das Titelbild entspricht allerdings nicht Hitlers Gebäudekomplex, sondern Trumps Ballsaalkomplex. Was da alles dazu gehört, können Sie sich leicht selbst googeln. Es entsprang dem Ballsaalhirni gefüllt mit Gold und Golf.
Und zum Schluss noch dies:
»Here’s the Answer,
Wath’s the Question?«
(Ausstellungstitel im Tinguely-Museum)


ueli kaufmann
Apr. 14, 2026
Der Trumpel ist meines Erachtens im Weissen Haus nur Gast. Die Liegenschaft gehört wohl dem US-Amerikanischen Volk.
Da geht der Gast und/oder Nutzer auf Zeit hin und reisst unerlaubt einen Drittel des auf Zusehen hin zur Verfügung gestellten Gebäudes ab für eine geplante Tanzfläche. Zugegeben: Trump ist wohl seit den Russen Nurejew und dem besoffenen Jelzin der weltweit begnadetste Tänzer vor dem Herrn.
Nun, als Baulöwe wird er wohl die Instandstellung des Gebäudes vor der Übergabe an seine:n Nachfolger:in schaffen. Für die Baukosten hat er ja mit Insider-Deals genug Kohle gescheffelt und Erdöl gelöffelt.
Ich erinnere mich an einen Ausspruch meines Grossvaters: „Dumm geboren und konsequent geblieben“.
Franz Büchler
Apr. 15, 2026
Oder wie mein Vater sagte: »Dumm gebore, nüt derzue gleert und erscht no d Hälfti vergässe.«