Das Stän­de­mehr gibt immer wie­der ein­mal zu reden. Jetzt wie­der, wenn es um die Abstim­mun­gen zu den EU-Verträgen geht. Oder wenn es um Indis­kre­tio­nen rund um Herrn Aeschi (SVP) geht, der das Stän­de­mehr wohl bis aufs Blut ver­tei­di­gen möch­te. Da wird dem Schwei­zer Volk nicht getraut, da braucht es die Bevor­mun­dung durch die Stän­de und ihre Trych­ler.
War­um es die­ses Stän­de­mehr über­haupt gibt, kön­nen Sie hier nach­le­sen.

Es kann ja viel­leicht wirk­lich Fäl­le, Ver­trä­ge oder Geset­ze geben, die einen bestimm­ten Kan­ton, oder bestimm­te Kan­to­ne einer Regi­on, mehr belas­ten könn­ten als ande­re.
Da mag ein Stän­de­mehr viel­leicht gerecht­fer­tigt sein.

Die EU-Ver­trä­ge betref­fen aber das gan­ze Land, das gan­ze Volk. Und wenn es das gan­ze Land betrifft, ist es unge­recht, wenn gewis­sen Stän­den ein gros­ses Über­ge­wicht bei der Stimm­ab­ga­be zuge­spro­chen wird. Wir brau­chen in der demo­kra­ti­schen Schweiz kei­ne Olig­ar­chie der Inner­schwei­zer und auch sonst Halb­kan­to­ne.

Im Titel­bild sehen Sie zum Bei­spiel das Stimm­ge­wicht gewis­ser Kan­to­ne gegen­über dem Kan­ton Basel-Land­schaft:
Die Stim­me eines Appen­zell-Inner­r­höd­lers zählt etwa 15-mal mehr als die Stim­me eines Basel­bie­ters.

Gerecht? Rache der Son­der­bünd­ler? Städ­tebas­hing?

Und ganz aktu­ell:
»Der Kampf der offi­zi­el­len Schweiz gegen den Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te (EGMR) geht wei­ter. Nach dem Stän­de­rat hat heu­te auch der Natio­nal­rat mit 122 zu 71 Stim­men die Moti­on mit dem Titel «Der EGMR soll sich an sei­ne Kern­auf­ga­ben erin­nern» ange­nom­men. Damit muss sich der Bun­des­rat nun für ein Zusatz­pro­to­koll gegen die offen­bar «aus­ufern­de Aus­le­gung der Grund­rech­te» stark­ma­chen.«
Dazu habe ich vor ein paar Jah­ren ein »Wort zum Sonn­tag« geschrie­ben.

Blumenmeer
Mattiello am Mittwoch 25/18

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