Immer wieder bekam ich auf meine Suchanfragen bei Google zuoberst ein KI-generierte Antwort.
Bei »spotlight@correctiv.org« konnte ich lesen, dass bei KI-Chatbots der Anteil der Antworten mit mindestens einem signifikanten Fehler recht hoch ist. Bei Gemini waren es bei Tests 76 %, bei Copilot 37 %, bei ChatGPT 36 % und bei Perplexity noch immer 30 %. Bei KI-Chatbots insgesamt waren 81 % Antworten mit Problemen und 45 % Antworten mit signifikanten Fehlern (z.B. Fehler mit Quellen, Fakten oder Kontext).
Dann stupfte mich das kleine Recherchierteufelchen und ich stellte bei Google die Frage:
Was ist www.birsfälder.li?
(Kursiv und in Anführungszeichen sind jeweils die Antworten der KI)
Nun war die KI so ehrlich und sagte mir unter anderem:
»Ich überlege
6 Suchanfragen werden gestartet
13 Websites werden durchsucht«
Aha, also geklaute Antworten …
Dann kam:
Ȇbersicht mit KI
Bei www.birsfälder.li handelt es sich um eine unabhängige Onlineplattform, die keine Verbindung zum Birsfelder Anzeiger hat. Die Website wird nicht staatlich oder anders subventioniert und hat eine eigene redaktionelle Besetzung. Die Plattform bietet Informationen aus dem politischen, gesellschaftlichen, kulturellen, gewerblichen und sportlichen Leben in der Gemeinde Birsfelden, ähnlich wie eine lokale Zeitung, aber mit einer eigenständigen Ausrichtung.
• Inhalt: Berichtet über das Geschehen in Birsfelden, einschließlich Politik, Gesellschaft, Kultur und Sport.
• Unabhängigkeit: Ist nicht mit dem Birsfelder Anzeiger verbunden und erhält keine öffentlichen Förderungen.
• Redaktion: Das Redaktionsteam besteht aus mehreren Personen, darunter Franz Büchler, Florian Dettwiler, Max Feurer und Ueli Kaufmann.«
So weit, so gut. Aber dann es ging noch weiter:
»www.birsfälder.li war das Online-Portal und der Blog von Ueli Kaufmann, der sich mit lokalen Themen aus der Gemeinde Birsfelden (Kanton Basel-Landschaft, Schweiz) befasste.
Die Website berichtete über lokale Ereignisse, politische Entwicklungen und andere Neuigkeiten in Birsfelden. Sie wurde auch als Quelle für Artikel in der lokalen Wochenzeitung “Birsfelder Anzeiger” zitiert oder diente als Ergänzung zu deren Berichterstattung.«
Hä! Alles Vergangenheit? Soweit ich weiss, ist das Birsfälderpünggtli eine Gemeinschaftsarbeit Dettwiler/Kaufmann/Büchler/Feurer. Und die Funktion der Quelle für den Birsfelder Anzeiger scheint irgendwie obsolet.
Aber es ging noch weiter:
»Das Portal scheint mittlerweile nicht mehr aktiv gepflegt zu werden oder ist in den “Birsfelder Anzeiger” integriert worden, da die Suchergebnisse meist auf ältere Beiträge oder Verweise auf die andere Publikation hinweisen.
www.birsfälder.li war ein Online-Portal und Blog, der sich mit lokalen Themen und Nachrichten aus der Schweizer Gemeinde Birsfelden beschäftigte.
Es diente unter anderem als Plattform für Beiträge, die in Verbindung mit dem “Birsfelder Anzeiger” (der lokalen Wochenzeitung für Birsfelden) standen. Das Portal veröffentlichte Artikel zu verschiedenen lokalen Angelegenheiten, wie beispielsweise der Gemeindepolitik, Infrastrukturprojekten und kulturellen Veranstaltungen.
Die Website scheint in erster Linie als lokales Nachrichten- und Informationsmedium für die Einwohner von Birsfelden und Umgebung fungiert zu haben.«
Die Vergangenheitsform scheint zu überwiegen. Birsfälderpünggtli ist tot?
Irgendwie ist das Birsfälderpünggtli offenbar eingegangen — oder sogar in den Birsfelder Anzeiger integriert worden?
Wie sie selbst feststellen können, scheint der KI-Chatbot von Google irgendwie ziemlich falsch zu liegen.
Sei’s drum, es geht trotzdem weiter …
Dass der KI-Chatbot die Antworten der nachfolgenden Webseiten voraus nimmt, bewirkt bei vielen der nachher angezeigten, dass sie nicht mehr angeklickt werden, nicht mehr geöffnet werden. Das heisst z.B. bei Zeitungen und Zeitschriften, dass sie schlicht nicht mehr gelesen, nicht mehr angeklickt werden, und so auch keinen Anreiz mehr für Werbung bieten. Einer der Gründe, warum diese Plattformen immens an Werbung — und so an Einkommen — verlieren.
Umso erfreulicher ist es, dass der Bundesrat die grossen Plattformen wie Google, Facebook, X, Instagram, etc. langsam ein bisschen an die Kandare nehmen will. Im Moment ist ein »Bundesgesetz über Kommunikationsplattformen und Suchmaschinen (KomPG)« in der Vernehmlassung. Ein Vorentwurf und ein erläuternder Bericht sind hier in den Links zu haben.

