Die Befür­wor­ter argu­men­tie­ren in ihren oft angst­ge­präg­ten Aus­sa­gen immer wie­der, dass bei einer Ableh­nung des Pro­jekts ledig­lich die Glei­se sowie behin­der­ten­ge­rech­te Hal­te­stel­len gebaut wür­den – was eben­falls rund 50 Mio. Fran­ken kos­ten soll. Des­halb sol­le man „nicht so sein“ und die zusätz­li­chen 30 Mio. Fran­ken für das NOB-Pro­jekt gleich mit­be­wil­li­gen.

Die­se Hal­tung erstaunt mich sehr. Ein Dif­fe­renz­be­trag von 30 Mio. Fran­ken – sofern es am Ende über­haupt bei die­sen 30 Mio. bleibt – ist ein enor­mer Betrag. Die­ses Geld könn­te eben­so sinn­voll in ande­re wich­ti­ge Berei­che inves­tiert wer­den, etwa in Bil­dung, Gesund­heits­we­sen oder not­wen­di­ge Bau- und Infra­struk­tur­pro­jek­te.

Dar­um stellt sich doch die berech­tig­te Fra­ge: Wür­de die Aus­ga­be von zusätz­li­chen 30 Mio. Fran­ken für die­ses Pro­jekt tat­säch­lich einen ech­ten Mehr­wert schaf­fen?

Auch die Slo­gans wer­fen Fra­gen auf:
„Mehr Grün“
Sind damit die knapp 50 neu­en Bäu­me gemeint, nach­dem zuvor fast eben­so vie­le gefällt wer­den?
„Mehr Sicher­heit“
Steht das für über­di­men­sio­nier­te Krei­sel, bei dem sich Last­wa­gen und Velo­fah­rer den­sel­ben Raum tei­len müs­sen?
„Mehr Platz“
Meint man damit den Weg­fall von Park­plät­zen für das Gewer­be, weni­ger Trot­toir brei­te sowie aus mei­ner Sicht unnö­ti­ge Ent­eig­nun­gen?

Wenn das die ver­spro­che­nen Vor­tei­le sein sol­len, stellt sich die Fra­ge: Wo liegt der gros­se Mehr­wert für die Bevöl­ke­rung?

Erwäh­nens­wert ist auch die beson­de­re Ver­kehrs­füh­rung. Das spe­zi­el­le Ampel­sys­tem soll ledig­lich zwi­schen dem Krei­sel Schul­stras­se und dem Krei­sel Bären sowie in der Birs­eck­stras­se ein­ge­setzt wer­den. In der Rhein­fel­d­er­stras­se ist hin­ge­gen kein sol­ches Sys­tem vor­ge­se­hen.
Wie soll das bei einem Ver­kehrs­chaos funk­tio­nie­ren, das bei­na­he täg­lich auf­tritt? Ich fra­ge mich zudem, wie ein sol­ches Sys­tem täg­lich 12’000 Autos dem Tram unter­ord­nen soll, ohne dass dadurch ein noch grös­se­rer Stau ent­steht.

80 Mio. Fran­ken sind viel Geld. Und wir alle wis­sen, dass Kos­ten­schät­zun­gen bei öffent­li­chen Pro­jek­ten am Ende häu­fig höher aus­fal­len als ursprüng­lich ange­kün­digt.

Dar­um gilt für mich:
Bau­en ja – aber gemein­sam, vor allem über­legt, nach­hal­tig und ver­nünf­tig.

Dar­um stim­me ich am 14. Juni Nein zur neu­en Orts­durch­fahrt Birs­fel­den.

Patrik Lam­mer

Durch dick und dünn
Schwammstadt oder Burgerstadt?

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