Die folgende Geschichte erzähle ich aus der Sicht des ehemaligen Birsfelder Primarschullehrers.
Alle 3 Jahre hatte ich mit meiner aktuellen Klasse einen Besuch der Kantonspolizei Baselland: Verkehrsunterricht. Uniformierte Polizisten kamen um 0800, die Klasse wurde geteilt, eine Hälfte (Colafröschli*) hatte Theorie: (Verkehrszeichen, Rechtsvortritt, Handzeichen bei Richtungswechsel, Trottoirfahrverbot, der Gepäckträger ist kein Sitzplatz für Beifahrer, Velohelm usw.). Als Klassenlehrer begleitete ich die die Frösche.
Die andere Hälfte (Gummibärli*) hatte Praxis: (Velorundfahrt durch die Gemeinde unter Berücksichtigung schwieriger Knotenpunkte, darunter auch der erste und einzige Birsfelder Kreisel: Hardstrasse, Dinkelbergstrasse, Autobahnausfahrt.(Immerhin; drei Zufahrten, vier Abfahrten, keine Ampeln kein Tram). Keine Angst, die Pointe kann warten. Die Frösche wurden von meiner Praktikantin, der Seminaristin Lea begleitet.
Gegen 10.00 Uhr trafen sich die Frösche und die Bären auf oder im Lozziwurm zum Erfahrungsaustausch, die Verkehrsinstruktoren, meine Praktikantin und ich im Lehrerzimmer zum Kaffee.
Was hatten die Kids erlebt? Neben dem richtigen Queren (rechtswinklig) von nassen Tram/Bahnschgeleisen im Hafengebiet, dann das. Der Kantonspolizist stoppte kraft seiner Uniform einen holländischen 40-Tönner, sprach kurz mit dem Chauffeur und die halbe Klasse reihte ich rechts neben dem LKW mit ihren Velos auf, die jeweils beiden ersten konnten auf den Fahrersitzklettern und feststellen, dass sie die Klassenkameraden nicht sehen konnten. Und die Moral von der Geschicht: Stehe mit dem Velo nie rechts von einem LKW, der Fahrer kann dich nicht sehen. Ich denke, das haben die Kids begriffen. Dank an den Kantonspolizisten, Dank an den rollenden Holländer, der diese Erfahrung den Velolehrlingen eindrücklich vermittelt hat.
Morgen berichte ich, was die “Colafröschli” auf ihrer Tour durch die Gemeinde erlebt haben.
** Die Bezeichnung der Süssigkeitenfür die Klassenhälften hatte ich von der Unterstufenlehrerin übernommen.

