Und immer wieder erstaunt es, dass man aus Fehlern so wenig lernt. Es erstaunt, dass der Gemeinderat erneut das Fuder überlädt, Kreti und Plethi kantonsübergreifend zu Ja-Sager:innen rekrutiert und motiviert werden. Spitze: Der Gemeindepräsident von Burg im Leimental. Ärgerlich für RR-Kandidat Schoch, der hier in Birsfelden doch beste Karten hat/hätte/gehabt hätte und dessen Wahlplakat aktuell zwischen den NEIN- Abstimmungsplakaten zur Ortsdurchfahrt hängt.
Die Ablehnung der Zentrumsvorlage (ein Zufallsmehr) war doch eine klare Warnung an die Planer, oder hätte es sein müssen. Zu viele ganz unterschiedliche Gruppen lehnen die neue Ortsdurchfahrt ab. Aus unterschiedlichsten Gründen, vielleicht nur aus einem oder zwei Aspekten. Aber eben, das kumuliert sich und erfahrene Politiker sollten so etwas wissen.
Zu der Vielfalt der Gruppen, die kaum JA stimmen werden, gehören:
Die Drämmlinutzer:innen, die sich ängstigen nun auch im Stau stecken zu bleiben.
Die Gewerbler, die sich ängstigen nun noch mehr Kundenparkplätze zu verlieren.
Fragen sie den Verantwortlchen der Feinbäckerei am Ort.
Die Rollatorpilotinnen, die auf den schmalen Kreiseltrottoirs der Schulstrasse nicht mehr kreuzen können.
Die jungen Eltern, die ebenfalls Kreuzungsängste haben, sollten sie mit Kinderwagen unterwegs sein. Von Zwillingswagen reden wir gar nicht, das wären tatsächlich Ausnahmen.
Die Hausbesitzer, denen dereinst ein Parkplatz im Vorgarten vorgeschrieben wurde und die diesen nun verlieren.
Die Rebstock-Rampen Gegner (dort braucht es offenbar keinen Kreisel, obwohl es sich hier um das Zusammentreffen zweier Kantonsstrassen handelt, und nicht nur um die Abzweigung einer Quartierstrasse).
Die Tramhaltestellenverschiebungsgegner:innen, die mehrheitlich die Nähe zum COOP, Apotheke und Post wünschen, und eher weniger zu regelmässigen Besuchern des ROXY gehören.
Die 5‑Joor-Baustellengegner (goots no?)
Die Intelligenten-Ampel Zweifler, die glauben, so es denn solche Ampeln gibt und sich heute fragen, wie dumm die aktuellen Ampeln sind, dass sie nicht schon heute einfache Abzweigungen organisieren können.
Dazu noch alle Baselbieter Autonutzer:innen, die seit letztem Herbst wegen ihrem Abkürzungsverhalten von Birsfelden berechtigt gebüsst wurden.
Alles wohl eher kleine Gruppen. Alle haben aber Familie und Entourage. Da kann einiges an Stimmen zusammen kommen.
Spätestens jetzt fragen sich die geneigten Lesenden: Was hat das mit Goethe (siehe Titel!) zu tun?
Der deutsche Dichterfürs Goethe, Freund des Tell-Erfinders Schiller, soll auf seiner Reise nach Italien von Basel aus die Birs gen Innerschweiz überquert haben. Hoch auf dem gelben Wagen unterwegs nach Süden. Staufrei aber mit Vorspannpferden. Ob er damals den Vorspann zu seinem Drama “Faust” entworfen hat, ist nicht überliefert. Aber lesen sie selbst: Wer Vieles bringt, wird manchem etwas bringen”, aber eben auch manchen verärgern.

PS:
Die suva hat letzte Woche einen Flyer veröffentlicht. Daraus:

Und noch eine Erinnerung zum Schluss.
Vor vielen Jahren lancierte das Birsfälder Pünggtli einen April-Scherz:
Verschiebung der Haltestelle Schulstrasse vors ROXY. Wer zu der angekündigten Haltestelleneröffnung kam, also den Scherz ernst genommen hatte, wurde zu einem Apéro in der ROXY-Bar eingeladen. Damals waren es deren zwei. Man darf gespannt sein, wieviele heuer darauf reinfallen.
Bilder: Fasnachtshelge Dypflischysser, wikipedia, suva


Christoph Meury
Juni 5, 2026
Die Segregation und die die Tendenz zur Polarisierung ist Teil unserer Alltagsrealität, hat aber zur Folge, dass es schwieriger und anspruchsvoller wird Kompromisse zu finden, welche für alle Interessengruppen valabel sind.
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Kompromisse zu komponieren ist harte Arbeit! Der lauteste Muezzin, welcher seine Glaubensrichtung in die Welt posaunt und seine kleine Community postuliert, ist dabei kein guter Vermittler und müsste als Sidekick eigentlich die Gelbe, oder Rote Karte bekommen.
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Die Gemeinschaft in ihre individualisierten Einzelteile und Partikularinteressen zu zerlegen ist keine praktikable Übungsanlage.
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Daher würde man den Protagonisten doch gerne zurufen: «haltet den Ball flach!«.
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Das gewählte Prozedere führt zu einer «Verzwergung« der Gemeinschaft und verliert das gemeinsame Interesse und das Wohl Aller aus den Augen.