Immer wieder geschehen den Gemeindephalli Missgeschicke oder Bauarbeiten.
Phallussymbole im öffentlichen Raum, darunter Poller1 oder Skulpturen, haben eine lange Geschichte, die von magischem Schutz bis hin zu modernen Streichen und Schabernack reicht.
In der Antike und im Mittelalter dienten Phallusskulpturen, oft als Fascinum2 bezeichnet, im Römischen Reich als Schutz gegen den »Bösen Blick« und fungierten in Städten wie Pompeji teils als Wegweiser zu Bordellen.
1 Ein Poller ist ein kurzer, stabiler Pfosten, der meist aus Metall, Beton oder Holz besteht und im Boden verankert ist. Er dient primär als Absperrung, um Fahrzeugverkehr von bestimmten Bereichen (z. B. Fußgängerzonen, Gehwegen) fernzuhalten.
2 Bedeutet »Charme« und bezeichnet eine starke, gewinnende Anziehungskraft und Ausstrahlung, die von der Persönlichkeit eines Menschen oder der Atmosphäre eines Ortes ausgeht.

Unter dem Titel »Honi soit qui mal y pense« schrieb Ueli Kaufmann im Birsfälderpünggtli vor einiger Zeit einen längeren Artikel.
Und zum Schluss noch dies:
»Gerne der Zeiten gedenk’ ich,
da alle Glieder gelenkig — bis auf eins.«
(Johann Wolfgang von Goethe)


Christoph Meury
Mai 18, 2026
Wir horten Skulpturen mit Ablaufdaten und deponieren sie in Werkhöfen, oder ungefragt an unwirtlichen Orten im öffentlichen Raum. Als künstlerische Bereicherung waren sie gedacht und plötzlich sind sie ein Balast mit dem Sakrileg des «Unzerstörbaren« und die Nachwelt muss sie inskünftig «erdulden«. Vielleicht mit dem heimlichen Wunsch der Initiant*innen behaftet, dass es wie bei den zwei Pollern, dereinst eine Wiederverwendung (Re-Use) ergeben möge.
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Oder kühner: Dass sich der Wunsch erfülle und wie bei König Midas, alles was wir berühren und alles was wir als öffentliche Kunst deklariert haben, sich dereinst in Gold verwandeln lassen würde.
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Urplötzlich wird aus dem profanen Gloor und den beiden nackten Jungs ein Kunstwerk à la Banksy. Die Skulpturen landen auf dem millionenschweren Kunstmarkt und bescheren der Gemeinde einen unverhofften veritablen Geldsegen.
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Birsfelden würde über Nacht reich und könnte sich als zukünftiger kommunaler Dagobert Duck einen Geldspeicher anlegen. Der Gemeindepräsident würde frohlocken und die finanzielle Depression der Gemeinde wäre überwunden. Wir würden Blätzbums in Entenhaus umtaufen. Alles wäre okay!.
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Und: Wir könnten uns über den Rhein unmittelbar eine goldene Brücke leisten und der Stauverkehr wäre obsolet. Es werden herrliche Zeiten auf uns zukommen. Freude herrscht!