Schon mehr­fach haben wir an die­ser Stel­le über die um sich grei­fen­de Mund­art­ver­lu­de­rung geschrie­ben. Hier zuletzt, als wir auf drei Schreib­feh­ler in zwei Wör­tern auf der Birs­fel­der „Blag­ged­de“ hin­wie­sen. Wer’s nicht glaubt oder nicht gele­sen hat, kli­cke hier.

© Foto Jürg Erni, OnlineReports.ch

In einer Zeit, in der Zeede­l­schrei­ber und Värs­li­brinz­ler ihren Wort­schatz aus­wrin­gen und mehr oder weni­ger kor­rekt und erfolg­reich gereimt zu Papier brin­gen, sticht so ein kynolo­gi­scher Hin­weis dem kri­ti­schen Beob­ach­ter not­ge­drun­gen ins Auge.

Kurz ein paar Hinweise:
Auch in der Mund­art wer­den pos­se­siv Pro­no­men klein geschrie­ben, woher das Y kommt, weiss der „Fääri­maa“ oder die “ver­schie­de­nen Autoren” vom “Neu­es Basel­deutsch Wör­ter­buch”, also: “mii­ne”.
Rue­di Suter schreibt im „Basel­deutsch Wör­ter­buch“ „alle­wy­yl“ mit 2 Y, im „Neu­es Basel­deutsch Wör­ter­buch“, Uni Basel + ver­schie­de­ne Autoren, schrei­ben die ver­schie­de­nen Autoren „alle­wiil“ mit 2 i.
Ja, was jetzt?: Base­lo­ni­sche Sprachverwirrung!

Es gibt auch noch zahl­rei­che ande­re Streit­punk­te, zum Bei­spiel das Wort Mil­lio­när, betrifft uns alle irgend­wie, sei als sol­cher, oder als eben nicht solcher.

Rue­di Suter schreibt, Myllionär,
ver­schie­den Autoren schrei­ben: Millionär.

Sicher ist, zusam­men­ge­bun­de­ne Lein­tü­cher gibts bei Fluch­ten aus Gefäng­nis­sen, aber gewiss nicht zum Anlei­nen von Hunden.
Wenn es auf dem Bru­der­holz unbe­dingt Mund­art sein muss, wenn es sich unbe­dingt rei­men muss,
war­um nicht so:

Vo do a lauft jetzt kaine
wyter, ooni Laine.

Übri­gens, die bei­den erwähn­ten Nach­schlag­wer­ke sind bei­de im Chris­toph Meri­an Ver­lag erschienen.
Und noch in eige­ner Sache: Wir wer­den uns bemü­hen die Zeedel der 3 Birs­fel­der-Schnit­zel­bängg, die, falls wir uns nicht ver­rech­net haben, zusam­men seit 76 Jah­ren in der Stadt unter­wegs sind, ab kom­men­den Diens­tag hier zu veröffentlichen.

Mattiello am Mittwoch 4/7
Birsfelden von hinten 18/6

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