Wie so oft ist die Redak­ti­on des “pünggt.li” in der Lage, noch am Tag der Ver­nis­sa­ge im Birs­fel­der Muse­um die “Lau­da­tio”, heu­te die Gedan­ken des Lau­da­tors Tho­mas Woodt­li zu ver­öf­fent­li­chen. Wir dan­ken Tho­mas Woodt­li für sei­nen gelun­ge­nen Text, für sein Ver­trau­en und die gute Zusam­men­ar­beit.

“Wer hat wen im Griff? Die Rede ist von KI, der Künst­li­chen Intel­li­genz, die glei­cher­mas­sen fas­zi­niert und ver­un­si­chert. Egal in wel­cher Spar­te, ihr Ein­fluss auf die Arbeits­welt und For­schung wird stets grös­ser und macht auch vor der Kunst nicht Halt. Nimmt die KI uns bald alles ab, dich­tet, tex­tet, kom­po­niert, zeich­net, malt, foto­gra­fiert — wenn auch nicht bahn­bre­chen­der oder bes­ser, so sicher schnel­ler und effi­zi­en­ter? Führt KI zur Auf­he­bung der Autoren­schaft, zum Tod der Krea­ti­vi­tät, macht sie Künst­le­rin­nen und Künst­ler über­flüs­sig? Oder ist sie ein­fach ein genia­les Hilfs­mit­tel, das man sich zu Nut­ze machen kann und von der man sich nicht ver­bie­gen soll?

Ich sehe das etwas kri­tisch, trotz Fas­zi­na­ti­on von so vie­len Sei­ten.
Neh­men wir die­se Aus­stel­lung von Sämi Eugs­ter und Heinz Schäub­lin. Kos­misch Komisch nen­nen sie die Aus­stel­lung.

Zwei Künst­ler zwi­schen 75 und 85 Jah­ren. Lan­ge freund­schaft­lich mit­ein­an­der ver­bun­den, und dies auch ohne künst­li­che Intel­li­genz.
Freund­schaft ist eine beson­de­re Bezie­hung zwi­schen Men­schen, die auf Ver­trau­en, Respekt und gegen­sei­ti­ger Unter­stüt­zung basiert. Es ist schön, jeman­den zu haben, mit dem man sich künst­le­risch aus­ein­an­der­set­zen kann, mit dem man gemein­sam eine Aus­stel­lung ein­rich­ten darf. Freund­schaf­ten kön­nen sehr berei­chernd sein und das Leben bun­ter machen.

Bei­de Künst­ler sind seit Jah­ren am expe­ri­men­tie­ren. Zeich­ne­risch, male­risch, foto­gra­phisch, instal­la­tiv und mit Video und Film. Bei­de sind hei­misch im Ana­lo­gen wie auch im Digi­ta­len.

Die­se gemein­sa­me Aus­stel­lung die heu­te eröff­net wird zeigt ein gros­ses Spek­trum an Arbei­ten von bei­den Künst­lern. Hier im unte­ren Raum sehen wir eine Instal­la­ti­on mit vor allem run­den Arbei­ten.
Schil­der von Sämi Eugs­ter, schwarz weiss, far­big und ana­log. Dane­ben far­bi­ge Schil­der digi­tal bedruckt.
Von Heinz Schäub­lin sehen wir run­de schwarz weis­se, auf Kar­ton col­la­gier­te aus­ge­druck­te schwarz­weiss Kopien. Er nennt die Arbei­ten
„ Gefun­de­nes Fres­sen „

Dane­ben eine gemein­sa­me Arbeit wie ein Stern­bild.

Ein wei­te­rer Begriff, den ich auf­neh­men möch­te. Die „ Nie­zeit „ wie es Sämi Eugs­ter in einem Text beschreibt. Die­ser Begriff hat ihn Ende der 90 er Jah­re geprägt. Das bewusst wer­den von Lee­re, vom Ende und vom Tod. Die poe­ti­schen und phi­lo­so­phi­schen Gedan­ken von Mari­on Posch­mann, die Sämi in den let­zen Mona­ten ken­nen­lern­te waren für ihn wie eine Erleuch­tung. Was ihn am Zeich­nen, am Schrei­ben und am Pin­seln bewegt, ist das Nicht dar­stell­ba­re dar­zu­stel­len.

Heinz Schäub­lin ver­steht sich in ers­ter Linie als gestal­te­ri­scher Impro­vi­sa­tor. Bild­vi­sio­nen, die er im Kopf hat wer­den hand­werk­lich umge­setzt. Oft in Col­la­ge Tech­nik, mit Tusche und Blei­stift.
fast immer Schwarz­weiss.
Sei­ne sich über Jah­re erstre­cken­den Arbei­ten sind eng mit sei­ner jewei­li­gen Lebens­si­tua­ti­on ver­knüpft.

Die gezeig­ten Arbei­ten im 1. Stock mit den Titeln
Frei­beu­ter­träu­me und Für die Frei­heit der Fan­ta­sie sind alle in den let­zen zwei Jah­ren ent­stan­den.
Alles sind sehr ver­dich­te­te Hand­lun­gen, die uns Heinz Schäub­lin hier zeigt.

Sämi Eugs­ter zeigt uns im 1 Stock vie­le sei­ner run­den Bild­kar­ten aus den 90 er Jah­ren. Es sind 50 Seri­en und vie­le ein­zel­ne Kar­ten. Aus­ge­legt auf Tischen oder an die Wand gepint.

Kos­misch komisch und nicht künst­lich intel­li­gent; nein künst­le­risch wun­der­bar ist die­se Aus­stel­lung. Machen sie sich auf Ent­de­ckungs­rei­se. Es gibt viel zu sehen.”

Tho­mas Woodt­li

Die Reichsidee 134
Aldous Huxley - Wahrheitssucher 34

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