Zum heu­ti­gen Tag der Pres­se­frei­heit

OCCRP (Orga­ni­zed Crime and Cor­rup­ti­on Report­ing Pro­ject):
We Inves­ti­ga­te Cor­rup­ti­on. Swiss Law Calls That a Crime.

Recher­che-Jour­na­lis­ten mei­den die Schweiz
Der Inter­na­tio­na­le Tag der Pres­se­frei­heit, der heu­te am 3. Mai 2025 statt­fin­det, unter­streicht die Wich­tig­keit der frei­en Bericht­erstat­tung. In der Schweiz wer­den unter­des­sen Jour­na­lis­ten,
die Kor­rup­ti­on auf­de­cken, wei­ter­hin kri­mi­na­li­siert: Ein Repor­ter-Team aus Deutsch­land, Ita­li­en, Frank­reich und Gross­bri­tan­ni­en erhielt nach einer Recher­che über die Bank Reyl Anfang April 2025 ein Schrei­ben einer Schwei­zer Anwalts­kanz­lei: Gegen sie wer­de »Straf­an­zei­ge wegen Ver­let­zung des Bank­ge­heim­nis­ses« ein­ge­reicht. Dem Tages­an­zei­ger erzäh­len die Jour­na­lis­ten, dass sie aus Vor­sicht schon seit Jah­ren nicht mehr in die Schweiz rei­sen.

Der Stän­de­rat Ver­schärft
Der Stän­de­rat ver­zich­te­te 2023 auf die Revi­si­on von Arti­kel 47 des Ban­ken­ge­set­zes, dank dem man Journalist:innen, die Infor­ma­tio­nen aus einem Bank­da­ten­leck ver­öf­fent­li­chen, ins Gefäng­nis ste­cken kann. Des­halb dür­fen hier­zu­lan­de kei­ne »Swiss Leaks« oder »Suis­se Secrets« ver­öf­fent­licht wer­den. Ein Teil der Kantonsvertreter:innen will nun sogar den inves­ti­ga­ti­ven Schwei­zer Jour­na­lis­mus noch wei­ter kri­mi­na­li­sie­ren. Höchs­te Zeit für eine his­to­ri­sche Ein­ord­nung und ent­schie­de­ne Ver­tei­di­gung unse­rer akut gefähr­de­ten Pres­se­frei­heit.

Iro­nie oder Sar­kas­mus?
Zum Inter­na­tio­na­len Tag der Pres­se­frei­heit 2023 gab das Eid­ge­nös­si­sche Depar­te­ment für Umwelt, Ver­kehr, Ener­gie und Kom­mu­ni­ka­ti­on (UVEK) eine Bro­schü­re für Medi­en­schaf­fen­de her­aus, unter dem Titel »Sicher­heit von Medi­en­schaf­fen­den in der Schweiz, Natio­na­ler Akti­ons­plan 2023–2027«. Dar­in konn­te man lesen:
»Die Medi­en­frei­heit ist nach Arti­kel 17 der Bun­des­ver­fas­sung gewähr­leis­tet, aber eini­ge gel­ten­de oder geplan­te Bestim­mun­gen wie Arti­kel 47 des Ban­ken­ge­set­zes, die kürzlich ver­ab­schie­de­te Revi­si­on von Arti­kel 266 der Zivil­pro­zess­ord­nung oder die vor­ge­se­he­ne Strei­chung von Arti­kel 28 Absatz 2 des Nach­rich­ten­dienst­ge­set­zes könn­ten die Wirk­sam­keit des Schut­zes die­ser Frei­heit ein­schrän­ken.«

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen
Bei Publi­ce­ye kön­nen Sie unter dem Titel »Dann schreibt künf­tig ein­fach, was euch die Kon­zer­ne sagen« das gan­ze Dra­ma zur Abschaf­fung des Inves­ti­ga­ti­v­jour­na­lis­mus nach­le­sen.

Roy Lichtenstein nicht, aber…
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