Mit vor­aus­ei­len­dem Nichts­tun hat der Bun­des­rat beschlos­sen, das vor­ge­se­he­ne Gesetz zur Regu­lie­rung von Platt­for­men wie Goog­le, Face­book, You­tube, Insta­gram und X (die Platt­for­men mit der hier­zu­lan­de fast unein­ge­schränk­ten Markt- und Mei­nungs­macht) auf unbe- stimm­te Zeit zu ver­schie­ben. Grund: Die Befind­lich­keit von Dekre­tär Trump und sei­nen Vasal­len, die sei­nen Wahl­kampf und/oder sei­ne auf­wän­di­ge Amts­ein­füh­rung finan­ziert haben:

Goog­le mit You­Tube, Fir­ma Alpha­bet, mit den Grün­dern Lar­ry Page und Ser­gey Brin, spen­de­te 1’000’000 $.
Face­book, Insta­gram, Whats­app und Threads, Fir­ma Meta Plat­forms, Mark Zucker­berg Vor­stand­vor­sit­zen­der und CEO bezahl­te 1’000’000 $.
X, Fir­ma X Corp. von Elon Musk spen­de­te zig Mil­lio­nen $.
Ama­zon, Jef­frey Pres­ton „Jeff“ Bezos, spen­de­te 1’000’000 $.
Apple, CEO Tim Cook, spen­de­te 1’000’000 $.
Die darf man ja nicht ver­grau­len.

Die EU ist da, was die Regu­lie­rung der Platt­for­men betrifft, schon wei­ter. Was den Vize­prä­si­den­ten Van­ce in sei­ner Münch­ner Rede dazu ver­an­lass­te, zu sagen, Demo­kra­tie und Mei­nungs­frei­heit sei in Euro­pa auf dem Rück­zug.
Für ihn sind wohl alle Faken­ews, Hass- und Ras­sis­mus­ti­ra­den im Inter­net Mei­nungs­frei­heit … Was unse­re Bun­des­prä­si­den­tin dazu mein­te, sei für ein­mal aus­ge­klam­mert.
Das alles wur­de in den letz­ten Tagen in der Pres­se abge­han­delt, zu oft mir Ver­ständ­nis für den Bun­des­rat. Und auch Poli­ti­ker hat­ten dazu eine Mei­nung.

SVP-Natio­nal­rat Franz Grü­ter, warn­te vor »Zen­sur« und »staat­lich betreu­tem Den­ken«.
(War es nicht die SVP, die bei jeder Gele­gen­heit auf Sou­ve­rä­ni­tät und Unab­hän­gig­keit poch­te, wenn es um EU-Dis­kus­sio­nen ging?)

Wesent­lich unge­hal­te­ner war da SP-Natio­nal­rat Jon­Pult: »Der Bun­des­rat bricht ein Sicher­heits­ver­spre­chen.« Dass der Bun­des­rat nun auf sein Vor­ha­ben ver­zich­te, um »dem Auto­kra­ten im Weis­sen Haus« zuge­fal­len, der ohne­hin willkürlich agie­re, sei »skan­da­lös«. »Das ist kein sou­ve­rä­nes Ver­hal­ten, son­dern vor­aus­ei­len­der Gehor­sam. Da kann man gleich den Gess­ler-Hut grüssen.«

Das war eine Sei­te des Pro­blems. Eine ande­re:
Mat­thi­as Zehn­der schrieb in einem Wochen­kom­men­tar: »Erst die­se Woche hat der Regie­rungs­rat des Kan­tons Basel-Stadt sich für den Ein­satz von Micro­soft 365 in der Ver­wal­tung ent­schie­den. Ab Herbst 2025 soll die Ver­wal­tung des Kan­tons die cloud­ba­sier­ten Diens­te von Micro­soft flä­chen­de­ckend ein­set­zen. Die Daten wer­den zwar in den Schwei­zer Rechen­zen­tren von Micro­soft gespei­chert, da sind sie aber vor dem Zugriff der US-Behör­den nicht sicher.«
Wie steht es eigent­lich um die Sou­ve­rä­ni­tät und Unab­hän­gig­keit, wenn Leu­te wie Trump, Van­ce und Musk jeder­zeit Zugriff auf Clouds haben, die von US-Fir­men ver­wal­tet und ver­mie­tet wer­den?

Und noch eine ande­re Sei­te:
US-Prä­si­dent Donald Trump eska­liert den Zoll­streit. Damit will er gegen den angeb­lich unfai­ren Han­del zuun­guns­ten der US-Wirt­schaft vor­ge­hen. Tat­säch­lich weist die USA gegen­über Euro­pa ein Han­dels­bi­lanz­de­fi­zit aus, führt also deut­lich mehr Waren ein als aus. Was aber in der media­len Debat­te oft über­se­hen wird: Im Dienst­leis­tungs­sek­tor ist das Ver­hält­nis umge­kehrt.
Stellt sich die Fra­ge: Wie viel Mehr­wert­steu­er oder über­haupt Steu­ern bezah­len z.B. Goog­le, Insta­gram, Face­book, Lin­ke­din, Tik­tok oder X für die durch sie abge­grif­fe­nen Daten und die publi­zier­ten Anzei­gen?
Sie­he dazu auch die Platt­form Wat­son.

Fin­den Sie, die Bun­des­ra­ten­den haben rich­tig gehan­delt?

In Birsfelden gesehen ...
Mattiello am Mittwoch 25/17

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