Am 30. Novem­ber 2025 wird im Kan­ton Zureich über fol­gen­de Initia­ti­ve abge­stimmt:

Die Volks­in­itia­ti­ve hat fol­gen­den Wort­laut:
»Kan­to­na­le Volks­in­itia­ti­ve ‘Für ein Grund­recht auf digi­ta­le Inte­gri­tät’
Die unter­zeich­nen­den, im Kan­ton Zürich wohn­haf­ten Stimm­be­rech­tig­ten stel­len gestützt auf Art. 23 ff. der Kan­tons­ver­fas­sung vom 27. Febru­ar 2005 sowie das Gesetz über die poli­ti­schen Rech­te (GPR) und die zuge­hö­ri­ge Ver­ord­nung (VPR) in der Form der all­ge­mei­nen Anre­gung fol­gen­des Begeh­ren:
Wir for­dern ein Grund­recht auf Wah­rung der digi­ta­len Inte­gri­tät und fol­gen­de davon abge­lei­te­te Rech­te:
• Ein Recht auf Ver­ges­sen­wer­den
• Ein Recht auf ein Off­line-Leben
• Ein Recht auf Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit
• Ein Recht dar­auf, nicht von einer Maschi­ne beur­teilt zu wer­den
• Ein Recht dar­auf, nicht überwacht, ver­mes­sen und ana­ly­siert zu wer­den
• Ein Recht auf Schutz vor Ver­wen­dung von Daten ohne Zustim­mung, wel­che das digi­ta­le Leben betref­fen«

Ähn­li­che Initia­ti­ven wur­den schon im Kan­ton Genf (im Juni 2023) und im Kan­ton Neu­en­burg (im Novem­ber 2024) vom Stimm­volk mit über­wäl­ti­gen­den Mehr­hei­ten von über 90 Pro­zent ange­nom­men.

Der Ver­fas­sungs­ar­ti­kel in Genf:
»Der Gros­se Rat der Repu­blik und des Kan­tons Genf beschließt Fol­gen­des:
Die Ver­fas­sung der Repu­blik und des Kan­tons Genf vom 14. Okto­ber 2012 (Cst-GE – A 2 00) wird wie folgt geän­dert:
Art. 21A Recht auf digi­ta­le Inte­gri­tät (neu)
1. Jede Per­son hat das Recht auf den Schutz ihrer digi­ta­len Inte­gri­tät.
2. Digi­ta­le Inte­gri­tät umfasst ins­be­son­de­re das Recht auf Schutz vor dem Miss­brauch von Daten, die das eige­ne digi­ta­le Leben betref­fen, das Recht auf Sicher­heit im digi­ta­len Raum, das Recht auf ein Leben off­line und das Recht auf Ver­ges­sen­wer­den.
3. Die Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten, für die der Staat ver­ant­wort­lich ist, darf nur inso­weit im Aus­land erfol­gen, als ein ange­mes­se­nes Schutz­ni­veau gewähr­leis­tet ist.
4. Der Staat för­dert die digi­ta­le Inklu­si­on und sen­si­bi­li­siert die Öffent­lich­keit für die mit digi­ta­len Tech­no­lo­gien ver­bun­de­nen Fra­gen. Er setzt sich für die Ent­wick­lung der digi­ta­len Sou­ve­rä­ni­tät der Schweiz ein und wirkt an deren Umset­zung mit.«

Und noch der Ver­fas­sungs­ar­ti­kel im Kan­ton Neu­en­burg:
»In der Kan­tons­ver­fas­sung wird ein neu­er Art. 10a über die «Digi­ta­le Unver­sehrt­heit» ein­ge­fügt:
1 Die digi­ta­le Unver­sehrt­heit ist gewähr­leis­tet.
2 Sie umfasst ins­be­son­de­re das Recht auf Schutz vor Miss­brauch von Daten, die mit dem digi­ta­len Leben in Ver­bin­dung ste­hen, das Recht auf Sicher­heit im digi­ta­len Raum, das Recht auf ein Off­line-Leben und das Recht auf Ver­ges­sen­wer­den.
3 Der Staat för­dert die digi­ta­le Inte­gra­ti­on und sen­si­bi­li­siert die Bevöl­ke­rung für die Her­aus­for­de­run­gen der digi­ta­len Welt. Er setzt sich für die Ent­wick­lung der digi­ta­len Sou­ve­rä­ni­tät der Schweiz ein und arbei­tet an ihrer Umset­zung mit.«

Stellt sich zum Bei­spiel die Fra­ge: Was ist das Recht auf ein Off­line-Leben?
Das könn­te zum Bei­spiel beinhal­ten:
• Kein Zwang zur Nut­zung eines Han­dys, weder für Erwach­se­ne, noch für Kin­der oder Senio­rin­nen und Senio­ren
• Bar­geld­an­nah­me-Pflicht für öffent­li­che Insti­tu­tio­nen wie etwa das Kunst­mu­se­um in Basel oder die Badi Egli­see
• Erhalt wich­ti­ger Dienst­leis­tun­gen wie z. B. Behör­den­schal­ter oder Bil­le­t­au­to­ma­ten für den öffent­li­chen Ver­kehr
• Mög­lich­keit zum Ein­spruch bei der auto­ma­ti­sier­ten Ableh­nung von Bewer­bun­gen durch
künst­li­che Intel­li­genz

Ein Kom­men­tar auf swissinfo.ch:
»Flo­rence Guil­laume, Rechts­pro­fes­so­rin an der Uni­ver­si­tät Neu­en­burg, erklärt, dass die Situa­ti­on auf zwei Arten betrach­tet wer­den kann.
Die ers­te besteht dar­in, die Online-Rech­te ein­fach als Erwei­te­rung des Grund­rechts auf kör­per­li­che und geis­ti­ge Unver­sehrt­heit zu betrach­ten. In die­sem Fall kann die ‘digi­ta­le Inte­gri­tät durch die Anwen­dung bestehen­der Geset­ze geschützt wer­den’.
Die zwei­te Sicht­wei­se bestehe dar­in, die digi­ta­le Welt als einen Ort mit ’spe­zi­fi­schen Her­aus­for­de­run­gen’ und ‘eige­nen Regeln und Dyna­mi­ken, ins­be­son­de­re in Bezug auf Repu­ta­ti­on, Iden­ti­tät und Daten­schutz’ zu sehen – in die­sem Fall sei ein neu­es Grund­recht erfor­der­lich.«

In jedem Fal­le wür­den wohl erst spä­ter die Gerich­te die spe­zi­el­len Aus­le­gun­gen fest­le­gen …

Was hal­ten Sie von die­sen Bestre­bun­gen?
Soll­te der Kan­ton Basel-Land­schaft etwas Ähn­li­ches ein­füh­ren?
Oder eigent­lich die Schweiz?

Ich bin gespannt, ob auch ein Deutsch­schwei­zer Kan­ton zu so etwas fähig ist …

Advänt 2025 Tür.li 3
Alarm: Hilfe, lieber Bundesrat - Eingriff in die Grundrechte der Bürger!!

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