Adventskalen­der? Das weiss, so oder  ähn­lich, Wikipedia:
“Den ersten doku­men­tierten Adventskalen­der schuf der evan­ge­lis­che The­ologe Johann Hin­rich Wich­ern 1839 für die Kinder eines Kinder­heims in Ham­burg, um die Wartezeit bis zur Wei­h­nacht über­schaubar­er zu machen. Er stellte pro Tag eine Kerze auf ein Wagen­rad, für jeden Adventsson­ntag eine dickere. So schuf er zugle­ich zwei Tra­di­tio­nen: die des Adventskranzes (der heute nur noch die Adventsson­ntage zählt) und die des Adventskalen­ders, der alle Tage bis Wei­h­nacht­en zählt.
Der erste selb­st­ge­bastelte Adventskalen­der im Pri­vathaushalt stammt ver­mut­lich aus dem Jahr 1851, eben­falls im protes­tantis­chen Umfeld. So hängten Fam­i­lien nach und nach 24 Bilder an die Wand. Ein­fach­er war eine Vari­ante mit 24 an die Wand oder Tür gemal­ten Krei­destrichen, bei der die Kinder täglich einen Strich weg­wis­chen durften. In katholis­chen Haushal­ten wur­den hinge­gen Stro­hhalme in eine Krippe gelegt, für jeden Tag ein­er, bis zum Heili­gen Abend.

Thomas Mann erwäh­nt in seinem Roman Bud­den­brooks den Advent des Jahres 1869, in dem der kleine Han­no das Nahen der Wei­h­nacht­szeit auf einem von der Kinder­frau ange­fer­tigten Abreißkalen­der ver­fol­gt:

„Unter solchen Umstän­den kam dies­mal das Wei­h­nachts­fest her­an, und der kleine Johann ver­fol­gte mit Hil­fe des Adventskalen­ders, den Ida ihm ange­fer­tigt und auf dessen let­ztem Blat­te ein Tan­nen­baum geze­ich­net war, pochen­den Herzens das Nahen der unver­gle­ich­lichen Zeit.“

Thomas Mann: Die Bud­den­brooks

Auch die Redak­tion des Birs­felder Pünggt.li hat den diesjähri­gen Kalen­der (Der erste erschien 2013) mit Lit­er­atur gefüllt. Nicht mit Wei­h­nachts­geschicht­en, dafür ist in Birs­felden die lit­er­arische Vor­wei­h­nacht zuständig. Seit Fre­itag den 28.11. kön­nen Inter­essierte 26 Geschicht­en an den üblichen Stellen in der Gemeinde lesen.
Bei unseren Tex­ten erin­nerten wir uns an die Adventskalen­der, die wir vor +/- siebzig Jahren an die Fen­ster der Kinderz­im­mer kleben durften. Hin­ter den geöffneten Tür­lein kam ein far­biger Wasser­ball zum Vorschein, ein Eich­hörnchen, gekreuzte Skistöcke, eine Dampfloko­mo­tive. ein Anker, ein Marienäfer. Motive, die nichts mit Wei­h­nacht­en zu tun hat­ten. Okay, da schlich sich vielle­icht auch mal ein bren­nen­des Ker­zlein, eine glänzende Christ­baumkugel in die Spielzeugk­iste.

Weit­er muss gesagt sein: Unsere Texte wur­den meist aus dem Gedächt­nis zitiert, sind ev, unvoll­ständig oder bewusst gekürzt. Auch haben wir sie dem hiesi­gen Idiom angepasst, so zm Beispiel aus Franz Hohlers Jura-Süd-Fuss-Floige eine Fliege gemacht. Wir rech­nen mit der Nach­sicht der Autoren und Leser:Innen.

Aus meiner Fotoküche 226
Frei

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