„Das Sym­bol des weis­sen Mannes ist das Viereck.
Alles hat Eck­en und scharfe Kan­ten.“

So brachte Lame Deer (1900–1974), Medi­z­in­mann der Sioux, unsere west­liche Kul­tur auf den Punkt.
Im Denken der Prärie-Indi­an­er ist jedoch der Kreis Sinnbild des Lebens und des Großen Geistes. Im Kreis sitzen die Men­schen um das Feuer, und vielle­icht ent­stand so neben der Sprache auch das Tipi: indem man über dem Kreis ein Dach errichtete.
Die Sioux, die Cheyenne, Kiowa und Black­feet stell­ten ihre kre­is­för­mi­gen Zelte auch im Kreis auf und bilde­ten so den „Ring des Volkes“. Nach Osten war er offen, wie auch der Ein­gang aller Tip­is nach Osten zur aufge­hen­den Sonne zeigte. So war die Zeltöff­nung auch von der Wet­ter­seite (West­en) abge­wandt. Nicht vergessen: Europa liegt im Osten von Ameri­ka. Der desig­nierte neue US-Aussen­min­is­ter wird das wohl wis­sen.

Der neue und demokratisch gewählte amerikanis­che Präsi­dent will während sein­er Amt­szeit 2,5 Mil­lio­nen Men­schen ausweisen, sprich deportieren. Wir fra­gen uns, ob da die Indi­an­er, die er nach Indi­en zurückschick­en will, bere­its mit­gezählt sind.

Tür.li 14 (2016)
Tür.li 15 (2016)

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