Kantonsstrasse halt.
Wer steckt dahinter?
franz büchler
Ueli Kaufmann über Franz:
»Der gelernte Schriftsetzer, Werber, Grafiker, Lehrer und Redaktor ist manchmal mit seiner analytischen, manchmal zynischen Pedanterie nervig, aber für Freunde und/oder Kollegen immer zuverlässig, hilfsbereit und unersetzlich.«


Hans-Jörg Beutter
Juni 15, 2026
«Kantonsstrasse halt»
(solange sie nicht versehentlich den aktiven Dorfgeist «überfährt» …)
Christoph Meury
Juni 15, 2026
Zur konkreten Situation in Birsfelden
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Das kantonale Ja zur Ortsdurchfahrt und damit zur Bewilligung des Sanierungskredits ist ein janusköpfiges Verdikt. Der Kanton und damit die Baselbieter Bevölkerung wollen die Birsfelder Durchfahrt sanieren. Die Birsfelder Bevölkerung hingegen hat die «Neue Ortsdurchfahrt Birsfelden» grossmehrheitlich abgelehnt. Ergo müssen die Planer*innen nochmals über die Bücher und das Projekt in seiner Ausführung nachbessern.
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Das kann man einerseits als Chance sehen. Andererseits müssen jetzt auch konkrete Nachbesserungsvorschläge auf den Tisch. Da sich die Diskussion nicht länger um Kreisel oder Nicht-Kreisel drehen kann, müsste nun die Gelegenheit genutzt werden, Vorschläge zu entwickeln, welche die Wohn‑, Lebens- und Aufenthaltsqualität im Bereich Hauptstrasse und Birseckstrasse merklich und nachvollziehbar verbessern.
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Vor allem im Bereich der Hauptstrasse, entlang des angedachten beziehungsweise gewünschten Boulevards, müsste der reale Status quo nochmals unter die Lupe genommen werden. Dabei stellt sich auch die Frage, weshalb hier zahlreiche Läden geschlossen wurden, Beizen und Cafés nicht mehr funktionieren und stattdessen ein Überangebot an Nail‑, Hairstyling- und Tattoo-Studios besteht.
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Offensichtlich dümpeln hier etliche Spekulationsliegenschaften vor sich hin, deren Eigentümer*innen vom Bauboom profitieren möchten und die deshalb de facto als Spekulations- oder Abbruchobjekte betrachtet werden können.
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Die Politik und insbesondere der Gemeinderat sowie die Verwaltung als Exekutive, respektive operative Kräfte müssten diese Situation analysieren und mögliche Handlungsfelder erörtern. Gibt es Eigentümer*innen, die in Kooperation oder Partizipation mit der Gemeinde bereit wären, über Aufwertungsprojekte oder auch Zwischennutzungen nachzudenken?
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Als Beispiel nenne ich den ehemaligen Polizeiposten, der zwar pro forma vermietet ist, in Tat und Wahrheit aber natürlich ungenutzt oder zumindest stark unternutzt vor sich hin dümpelt. Kann die Gemeinde den ehemaligen Polizeiposten nicht vom Kanton erwerben und ihn einer neuen, vorbildhaften Nutzung zuführen?
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Irgendjemand muss den ersten Nagel zur Aufwertung der Hauptstrasse einschlagen.
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Wenn man die Sache den bisherigen Eigentümer*innen überlässt, wird die Hauptstrasse nie zu einem «Boulevard». Meine dezidierte Meinung: Einen Boulevard kann man nicht herbeiplanen oder schönreden. Einen Boulevard muss man mit eigenen Mitteln planen, gestalten und danach Schritt für Schritt gemeinsam realisieren. Ja, dafür braucht das Gemeinwesen Geld.
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Aber: Durch eine gezielte Mehrwertabgabe und deren Einlage in einen Spezialfonds – etwa für öffentliche Parks, Grünanlagen, Freiräume oder öffentliche Einrichtungen wie Ludothek, Bibliothek oder Kitas – hätte die Politik ein wirksames Steuerungsinstrument und ein Planungswerkzeug, um die weitere Entwicklung aktiv mitzugestalten und die Planung stärker in die Pflicht zu nehmen.
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Die Politik kann die zweckgebundene Verwendung von Mehrwertabgaben sowie die Äufnung eines entsprechenden Fonds verlangen und mitorganisieren. Das ist alles machbar. Dazu braucht es nicht einmal progressive Kräfte, oder Hobby-Stadtplaner*innen!!
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Dies als kleiner Exkurs.
Brigitte Sacchi
Juni 16, 2026
Danke, Herr Meury, für Ihre interessanten Gedanken/Vorschläge, die zur Diskussion anregen (können). Ich bin gespannt, ob sich hier eine längere, konstruktive Diskussion entwickeln wird.
Als erstes eine Frage: Was unternehmen Sie konkret, um eine Entwicklung in diese Richtung anzustossen?
Und als zweites eine Bitte: Ich empfinde Ihre Bezeichnung “Hobby-Stadtplaner*innen” als despektierlich gegenüber den Personen, die sich seit Jahren für ein besseres Projekt eingesetzt haben. Ich würde mir mehr Wertschätzung für deren Engagement wünschen.
Inhaltlich greife ich hier Ihre einleitende Aussage “Da sich die Diskussion nicht länger um Kreisel oder Nicht-Kreisel drehen kann, müsste nun die Gelegenheit genutzt werden, Vorschläge zu entwickeln, welche die Wohn‑, Lebens- und Aufenthaltsqualität im Bereich Hauptstrasse und Birseckstrasse merklich und nachvollziehbar verbessern” auf.
Sie birgt in sich einen extremen Widerspruch: So lange die Hauptstrasse zur Umfahrung der Autobahn genutzt wird, werden die Staustunden nicht wegfallen. Da bleibt kein Raum für Lebensqualität. Denn wer wird neben einer Autoschlange (alle mit laufendem Motor!) sitzen und so seine Freizeit verbringen? Deshalb erachte ich das Verbesserungspotential nur als marginal, während ich mich noch so gerne positiv überraschen lassen würde.
Christoph Meury
Juni 16, 2026
Als Nicht-Politiker sind mir die Hände gebunden. Daher reiche ich Ihre Aufforderung an die aktiven Politiker*innen weiter.
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Ich habe mich damals für die Zentrumsplanung engagiert und wesentlich dazu beigetragen, dass auf dem Areal der ehemaligen Gemeindeverwaltung nur gemeinnütziger, respektive genossenschaftlicher, Wohnungsbau möglich ist.
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Ein entsprechendes Bauprojekt der Wohnbaugenossenschaft «wohnen&mehr« liegt jetzt vor und kann demnächst von der Gemeindeversammlung final sanktioniert und anschließend in die Feinplanung und damit in die Umsetzung verabschiedet werden.
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Dieses Projekt unterstütze ich sehr! Zumal «wohnen & mehr« mit dem Referenzprojekt im Westfeld (ehemaliges Areal des Felix Platter Spital) ein beliebtes und bekanntes Referenzprojekt hat, welches sich in der Praxis bewährt und reüssiert hat. Die Genossenschaft «wohnen& mehr« verfügt auch über ein gerütteltes Mass an Erfahrung mit gewerblichen Projekten, Cafés, Restaurant, Retail-Projekten aller Art, sowie Kitas, etc.. Das scheinen mir Aktivitäten, welche auch Ausstrahlungen bis zur Hauptstrasse generieren könnten und damit das Potential für Synergieeffekte haben.
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Zudem: Auch als Nicht-Politiker stehe ich im Austausch mit Mitgliedern des Birsfelder Gemeinderates und führe entsprechende Gespräche.
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Als Initiant verschiedener städtebaulicher Projekte und einer Arealentwicklung habe ich ein gewisses Know-how und adäquate Erfahrungen. Ich würde mich aber auch weiterhin als engagierten Hobby-Städtebauer/Städteplaner bezeichnen. Wohlwissend, dass Raumplaner und Stadtentwickler eine Berufsgattung repräsentiert, welche mit fundiertem Wissen aufwarten kann und daselbst natürlich über eine höhere Flughöhe und damit auch über eine Perspektive verfügt, welche die Stadt und die Stadtentwicklung nicht nur über Partikularinteressen definiert und auch die Mobilitätsfrage in einer Gesamtsicht zu lösen versucht.
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Natürlich plädiere ich im Moment, wo das Gemeinwesen defacto mit einer Pattsituation konfrontiert ist, für weiterführende Verhandlungen mit den BL-Planer*innen und einen qualifizierten Diskurs im kommunalen Umfeld. Meine Priorität liegt aktuell bei Aufwertungsfragen für die Hauptstrasse und der entsprechenden Aktivierung von Aktivitäten zur Reanimation einer «Boulevard-Vision«.
Christoph Meury
Juni 17, 2026
Frau Sacchi: Erwarten Sie keine tief-schürfende Diskussion.
Aber als Scherzkeks könnte ich Ihnen Folgendes anbieten:
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Als Politiker würde ich mir einen bequemeren Sessel besorgen und das Problem aussitzen.
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Als Pragmatiker sehe ich, dass die Geburtenrate in der Schweiz weiterhin sinkt und die Boomer, step by step, fahruntüchtig werden.
Ergo wird sich das Problem in 1–2 Generationen wegen rückläufigem Privatverkehr und fehlendem Dichtestress erledigt haben.
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Wenn wir das Sternenfeld-Flugfeld ergänzend reaktivieren, können wir unsere verbliebenen badischen & elsässischen Pendler*innen und die täglichen 35’000 Grenzgänger*innen mit einem Zeppelin, einem Starrluftschiff, wie Anno dazumal gemächlich und staufrei von A nach B befördern.
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Also alles paletti!
Christoph Meury
Juni 19, 2026
Ich hatte gestern ein ernüchterndes Gespräch mit einer kommunalen Politikerin.
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Kurzversion im Stakkato:
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Nein, Es gibt nach der Abstimmung vom Sonntag und dem deutlichen Ja des Souveräns zur Durchfahrt von Birsfelden keinen Plan B und damit auch keine alternativen Anpassungen.
Nein, Es gibt keine flankierenden Massnahmen.
Nein, das lokale Gewerbe entlang der mehrjährigen Baustellen wird nicht speziell geschützt.
Ja, man nimmt zur Kenntnis, dass der Druck auf das lokale Gewerbe während der Bauphase zunehmen wird.
Ja, man nimmt sogar in Kauf, dass einzelne Gewerbetriebe diesem Druck nicht standhalten können und ihren Betrieb schliessen, oder verlegen müssen (wohin?).
Ja, es scheint offensichtlich, dass der Gemeinderat in corpore keinen Plan B, oder C für die Rettung der Hauptstrasse als «Boulevard« zur Hand hat.
Ja, es liegt alleine in den Händen der Eigentümer*innen der Liegenschaften, ob sie Massnahmen zur Rettung des Gewerbes entlang der Haut- und Birseckstrasse aktivieren können, oder wollen.
Ja, die involvierten Gemeindevertreter*innen spielen das Spiel der «gebunden Hände«.
Ja, dafür haben wir die Behörden gewählt. Und ja, wir haben uns diese Suppe selber eingebrockt.
Ja, das beschauliche und bunte Leben im Zentrum findet nur auf den animierten Plänen der Stadtentwickler*innen und Architekt*innen statt.
Ja, die versprochenen paradiesischen Verhältnisse werden wir unmittelbar nicht erleben dürfen.
Ja, als Einwohner*innen müssen wir uns zwischenzeitlich mit einem Baustellen-Parcours fit halten müssen.
Ja, das Paradies wird kommen. Später! Vielleicht in 5 bis 10 Jahren.
Ja, die Diskussion über den Rheintunnel wird wieder Fahrt aufnehmen.
Ja, auch diese imaginierte «Lösung« wird uns nochmals 10 Lebensjahre und eine Menge Geld kosten.
Nolens volens: Ja, der Stau und der Durchgangsverkehr wird uns, als einzige Konstante, erhalten bleiben.
Brigitte Sacchi
Juni 22, 2026
Danke, Herr Meury, dass Sie vorerst dran geblieben sind. Leider bestätigt ihr Kurzbericht des Gesprächs mit der Politikerin, was ich geahnt und befürchtet habe. Das “offizielle Birsfelden” wollte nie etwas anderes, warum auch immer!?
Ich denke, hiermit endet unsere Diskussion hier im Birsfälder.li. Schade, dass sich ausser uns beiden niemand eingebracht hat. Ist es Resignation? Oder Ruhe vor dem Sturm?
Ich hoffe, dass es doch noch Menschen in Birsfelden gibt, die aktiv nach einer Möglichkeit zur Schadensbegrenzung suchen und/oder, dass zumindest alle Stimmberechtigten für die nächsten Wahlen die richtigen Schlüsse ziehen.