Kaum kon­nten wir die Geis­ter­bahn der zumeist nicht­gewählten Köpfe hin­ter uns lassen, hängt schon das näch­ste Plakat. Gut wird der Bun­desrat im Dezem­ber nicht auch vom Volk gewählt — es gäbe wohl keinen Unter­bruch bis zu den Gemein­der­atswahlen im Feb­ru­ar 2016 …

Wir berichteten über die Plakatas­tro­phe und mehr zu den Nation­al­ratswahlen. Da gäbe es noch eine kleine Rückschau zu halten.

Wirk­samkeit von Plakaten
Schauen wir uns die Wäh­ler­stim­men von zwei Parteien an:
13247 Parteis­tim­men, 0 Plakate der Evan­ge­lis­chen Volkspartei und
04592 Parteis­tim­men, 1050 Plakate der Grü­nen Unabhängigen.
Was war wohl auss­chlaggebend für die unter­schiedlichen Resultate?
Dazu meine Cur­din Janett (Wer­ber des Jahres 2015), die »Porträt­plakate« wür­den nur den schon bekan­nten Per­sön­lichkeit­en nützen. Für Neulinge seien sie zweck­los … wohl auss­er sie hät­ten rote Sträh­nchen im Haar …

Hängeter­min
Auss­er der BDP haben alle Parteien ihre Plakate zu früh gehängt (sagt die Lan­deskan­zlei). Ob die BDP ein­fach ihre Plakate zu spät geliefert bekam?
Die Gemeinde hat dann auch prompt reagiert und alle falsch gehängten Plakate abmon­tiert. Nicht aber die zu früh gehängten! Diese Aktion war aber nur ein­ma­lig. Später hin­gen jede Menge z.B. an Brück­en­gelän­dern (= verboten)!

Zur Optik der »wild« gehängten Plakate
Gefühlsmäs­sig wur­den Plakate noch nie so unsorgfältig gehängt wie bei der Nation­al­ratskam­pagne. Auch hat es sich unter den Plakathän­gerIn­nen noch nicht herumge­sprochen, dass Plakate die über einen Zaun oder ein Gelän­der hin­aus­ra­gen gefährdet sind. Übri­gens nicht ein­fach gefährdet durch Van­dal­is­mus, son­dern vor allem durch Wind …

Ver­bot der Wild­plakatierung im öffentlichen Raum?
In eini­gen schweiz­erischen, ländlichen Gemein­den wurde ein Ver­bot der Wild­plakatierung im öffentlichen Raum disku­tiert. Das stiess vor allem auf den Wider­stand der NichtSVP-Parteien. Argu­ment: Bauern kön­nen auf ihrem eige­nen Land weit­er­hin plakatieren, wer aber keine Bauern in der Partei hat, habe diese Möglichkeit nicht.

Abräu­men nach ein­er Woche
Dass die Plakate nach ein­er Woche abgeräumt sein müssen, ste­ht in der Verordnung:

Plakatrückschau2»Sind tem­poräre Rekla­men nicht spätestens 1 Woche nach dem Ver­anstal­tung­ster­min voll­ständig ent­fer­nt, kön­nen sie von der zuständi­gen Gemein­de­be­hörde ohne vorherige Andro­hung der Ersatzvor­nahme unverzüglich auf Kosten der ver­ant­wortlichen Per­son oder Organ­i­sa­tion beseit­igt werden.«
Nach ein­er Woche und zwei Tagen kirch­maiert er nun vom Gelän­der und sollte auch dort nicht mehr gewählt sein …
… und wer gar noch an einem Kan­de­laber hängt, müsste gle­ich zweimal gestrichen werden!Plakatrückschau3

Alter­na­tiv­en?
Ganz ver­bi­eten kann und soll man diese Plakatier­erei wohl nicht. Es wäre ungerecht gegenüber den Parteien, die keinen grosszügi­gen Onkel haben. Aber:
• Pro öffentlichen Zaun nur zwei Plakate der gle­ichen Partei?
• Nur Plakate mit ein­er Aus­sage des Parteiprogramms?
• Nur Plakate von im Kan­ton präsen­ten Parteien?
• In unger­aden Jahren keine Köpfe auf den Plakaten?
• Oder vielle­icht auch eine einzige Plakatierung an einem öffentlichen Ort (z.B. Piazzetta) mit allen Plakat­en, son­st nir­gends. So qua­si nach dem Schnitzel­bangg, der sich über die zunehmende Zahl der Akteure an der Basler Fas­nacht ärg­erte (sin­ngemäss): Dr Cortège dä blybt aifach stoo – und s Volgg sell nääbedu­ure goo!
Man kön­nte sich dann vor den Plakat­en ver­sam­meln, disku­tieren, polemisieren, etc. Und vielle­icht organ­isieren die Parteien dann jew­eils Glüh­wein und Würstchen? Dies anstelle der in Birs­felden kaum mehr stat­tfind­en­den Wahlver­anstal­tun­gen der Parteien …

Wer find­et bessere Möglichkeiten?

Und die Weisheit zur Sache:

Wer zuviel haben will, dem wird zuwenig.
(Deutsches Sprichwort)

 

 

 

»De divina proportione«: Eine gelungene Kombination
Eckhards Lyrikecke (44)

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