Die grossen Unternehmen haben Steuer­vorteile.
Dage­gen muss die Schweiz etwas tun. Der Druck der anderen Län­der wurde zu gross.
Aber die Schweiz will nicht reinen Tisch machen. Die Schweiz will die Vorteile nicht abschaf­fen.
Mit der USR III wer­den ein­fach neue Schlupflöch­er einge­führt.
Es wer­den neue Extrawürste erfun­den. Extrawürste, die den Staat viel Geld kosten wer­den.
Dafür gibt es jet­zt die Tool­box, denglisch für Werkzeugk­iste. Man kön­nte auch Trick­kiste sagen.

Ein Werkzeug heisst »Zins­bere­inigte Gewinns­teuer«.
Oft wird diese auch NID (Notion­al Inter­est Deduc­tion) genan­nt.

Viele Unternehmen leg­en sich Kap­i­talvor­räte an. Sicher­heit­seigenkap­i­tal wird das genan­nt.
Über­schüs­siges Eigenkap­i­tal heisst das. Das kostet keinen Zins.
Auf Eigenkap­i­tal zahlt man keinen Zins. Oder müssen Sie für Ihr Eigenkap­i­tal Zins bezahlen?
Das Geld liegt ja herum …
Nun soll ein erfun­den­er (fik­tiv­er) Zins helfen.
Und der erfun­dene Zins kann an der Gewinns­teuer abge­zo­gen wer­den.
Beim Bund ist dies zwin­gend geregelt. Die Kan­tone kön­nen wählen ob sie das wollen.
Offen­bar will Basel­land keine NID — noch nicht?
Der Bun­desrat wollte diese »Zins­bere­inigte Gewinns­teuer« nicht.
Aber die SVP brachte sie ins Spiel. Sie hat das Par­la­ment überzeugt. Eine echte Volkspartei?

Bel­gien ken­nt diese »Zins­bere­inigte Gewinns­teuer«. Der Schaden für den Staat war etwa 10mal höher
als zu Beginn berech­net. Kann die Schweiz bess­er rech­nen?
Im Bun­des­büch­lein wird das ele­gant umgan­gen, zwei Beispiele:
»Mit der zins­bere­inigten Gewinns­teuer auf über­durch­schnit­tlich hohem Eigenkap­i­tal kom­men weit­ere Min­dere­in­nah­men hinzu, deren Höhe vom angewen­de­ten Zinssatz abhängt.«
Wieviel?
»Die gesamten finanziellen Auswirkun­gen der Reform für Bund, Kan­tone und Gemein­den hän­gen von vie­len Fak­toren ab. Dazu gehören die steuer­poli­tis­chen Entschei­de der Kan­tone und ander­er Län­der. Auch die Reak­tion der Unternehmen ist offen. Einige kön­nten Umstruk­turierun­gen vornehmen oder abwan­dern. Es kön­nten aber auch neue Fir­men in die Schweiz ziehen. Die Auswirkun­gen all dieser Fak­toren lassen sich nicht im Voraus bez­if­fern.«
Ist klar, auf was wir uns ein­lassen wür­den?

Zin­sen am Gewinn abziehen, die man nie bezahlen musste, ist schon speziell.
Oder wie die NZZ am 13. Juni 2016 meinte: »Wie kann es sein, dass Unternehmen fik­tive Zin­sen
von den Steuern abziehen kön­nen, Pri­vat­per­so­n­en hinge­gen nicht?«

erpressungbalken

Hier zu den bis jet­zt erschiene­nen Artikeln zur Unternehmenss­teuer­reform III.

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