Seit Mon­tag, 8. Feb­ru­ar 2021, 08.30 Uhr, ist die Ein­sprache unter­wegs. Den Text find­en Sie unter dem grü­nen Balken.

Vielle­icht möcht­en Sie aber gerne eine eigene Ein­sprache machen. Wenn Sie von der Wasser­stoff­pro­duk­tion per­sön­lich betrof­fen sind, z.B. weil sie im Ster­nen­feld-Quarti­er wohnen, dann soll­ten Sie das tun. Hier find­en Sie ein Merk­blatt des Kan­tons zum Einspracheverfahren.
Sie kön­nen aber auch ein­fach den unten­ste­hen­den Text oder Teile davon übernehmen. Endlich ist auch ein­mal das Abschreiben aus­drück­lich gestattet.

Was Sie in Ihrer Ein­sprache weit­er anführen könnten:
• Umweltverträglichkeitsprüfung?
• Bess­er sicht­bare Aussteck­pro­file auf der Kraftwerkinsel
• Fehlen­des Verkehrs- und Gefahrengut-Gutachten
• Vielle­icht auch Ihre noch viel besseren Ideen

Nun sind wir ges­pan­nt, wie die Gemeinde Birs­felden, respek­tive der Gemein­der­at reagiert.
So, das wäre es für heute. Nun abwarten und Tee trinken (oder son­st was).

EINSCHREIBEN
Bauin­spek­torat 
Rhe­in­strasse 29 
Post­fach 
CH-4410 Liestal

Birs­felden, den 8. Feb­ru­ar 2021

EINSPRACHE GEGEN DAS BAUGESUCH Nr. 0296/2021
Bauherrschaft: IWB, Mar­garethen­strasse 40, 4002 Basel.
Pro­jekt: Wasser­stoff­pro­duk­tion mit Befüll­sta­tion, Parzelle Nr. 1423, 1870BR, Kraftwerkinsel.
Pro­jek­tver­ant­wortliche Per­son: Dure­na AG, Murack­er­strasse 6, 5600 Lenzburg 1.

Sehr geehrte Damen und Herren
Hier­mit erhebe ich Ein­sprache gegen das obge­nan­nte Baugesuch.
Als Ein­wohn­er von Birs­felden und damit Nutzniess­er der Kraftwerkin­sel als Naher­hol­ungszone bin ich zu ein­er Ein­sprache legit­imiert. Durch die geplante Wasser­stof­fan­lage auf der Kraftwerkin­sel wird die Naher­hol­ungszone beschnit­ten und tang­iert daher meine unmit­tel­baren Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten.

Weit­ere Ein­sprach­punk­te und Begründungen:
Das geplante Pro­jekt ist nicht zonenkon­form. Die Wasser­stoff­pro­duk­tion ist keine Anlage für die öffentliche Energiepro­duk­tion und ist auch für die Schiff­fahrt keine notwendi­ge Einrichtung.

Art. 47 Spezial­zone Kraftwerk und Erholungseinrichtungen: 
1In dieser Zone sind Baut­en und Anla­gen im Zusam­men­hang mit der öffentlichen Energiewirtschaft und dem Betrieb der Schiff­fahrt­san­la­gen sowie Erhol­ung­sein­rich­tun­gen zulässig.

Eine indus­trielle Wasser­stoff­pro­duk­tion gehört nicht in ein Naher­hol­ungs­ge­bi­et. Die Anlage ist nicht zonenkon­form und gehört auf das nahegele­gene Hafenare­al. Die Wasser­stoff­pro­duk­tion gefährdet poten­ziell die Erhol­ungssuchen­den auf der Kraftwerkin­sel. Wasser­stoff ist extrem leicht entzündlich. Das Gas ist leichter als Luft und reagiert heftig mit Luft, Sauer­stoff, Halo­ge­nen und starken Oxi­da­tion­s­mit­teln. Hohe Konzen­tra­tio­nen von Wasser­stoff in der Luft führen zur Ver­drän­gung von Sauer­stoff mit der Gefahr von Bewusst­losigkeit oder Tod von Erholungssuchenden.

Im Hafen gibt es bere­its etliche Stör­fall-Zonen, da wäre die Wasser­stoff­pro­duk­tion gut aufge­hoben und kön­nte adäquat ins Sicher­heit­skonzept des Hafens (-> Feuer­wehr, -> ABC-Wehr) eingepasst wer­den. TÜV-Süd (Deutsch­land) bew­ertet die Gefahr von Wasser­stoff ana­log wie Erdöl, Erdgas oder Uran. Der pro­duzierte Wasser­stoff muss daher als »Gefahrengut« deklar­i­ert und mit entsprechen­den Aufla­gen verse­hen werden.

Keine hin­re­ichende Erschlies­sung für indus­trielle Nutzung:
Die Brücke über die Schleuse­nan­lage ist zwar Last­wa­gen tauglich, aber nur für den Kraftwerks­be­trieb. Funk­tion­al hat sie heute primär die Auf­gabe eines Fuss- und Veloweges. So ist es auch im kom­mu­nalen Strassen­net­z­plan fest­gelegt. Die Sam­mel­strasse Hof­s­trasse hört einige Meter vor der Schleusen­brücke auf. Um die Schleusen­brücke zu ein­er indus­triellen Sam­mel­strasse aus­bauen zu kön­nen, müsste der Strassen­net­z­plan von der Gemein­de­v­er­samm­lung mutiert wer­den. Die heutige Fahrbahn­bre­ite beträgt 3,5 m und ist für eine Indus­trieer­schlies­sung ungeeignet, die bei­den Trot­toirs je 1,5 m. Die heutige Nutzung als Fuss- und Rad­weg und als Aus­sicht­splat­tform für die beliebte Beobach­tung der Schleuse­nak­tiv­itäten erfordern einen anderen Aus­bau­grad der Brücke. Der LKW-Verkehr gefährdet die Fuss­gän­gerIn­nen und Velo­fahrer. Zudem führt der LKW-Verkehr durch Quartier­strassen zu ein­er weit­eren Gefährdung der Bevölkerung.
Im nahegele­ge­nen Hafenare­al wäre ein zusät­zlich­es LKW-Aufkom­men unprob­lema­tisch. Das Strassen­netz ist entsprechend konzip­iert. Zudem kann der LKW-Verkehr unmit­tel­bar über die Auto­bahn abgewick­elt werden.

Denkmalpflegerische Bedenken:
Das neue Pro­duk­tion­s­ge­bäude wird mit sein­er Höhe die Sicht auf die Tur­binen­halle verdeck­en. Damit wird die Schutzwürdigkeit der Tur­binen­halle stark tang­iert.  Die Architek­tur von Hans Hof­mann bril­liert u.a. durch die Trans­parenz der Architek­tur. Die Trans­parenz des Baus ist aber nicht nur von der Fern­sicht her gedacht: »Nicht nur sollte die Land­schaft gle­ich­sam durch die Halle blick­en, son­dern auch der Bürg­er und Stromab­nehmer sollte in das Innere der Halle schauen können«.
Diese Trans­parenz wird durch den neuen Gebäud­eriegel mit der bish­eri­gen Schnitzel­heizan­lage und der neuen Wasser­stoff­pro­duk­tion­san­lage stark und über Gebühr eingeschränkt. Das min­dert die Ausstrahlung der Architek­tur des sin­gulären Indus­triebaus erheblich.
Die Kraftwerkin­sel war bewusst als Naher­hol­ungszone für die Öffentlichkeit angelegt wor­den. Sie ist Teil der Gesam­tan­lage. Bauliche Ein­griffe jeglich­er Art min­dern diese Naher­hol­ungszo­nen und sind ein erhe­blich­er Ein­griff in die öffentliche Nutzung. Wie man aus den vor­liegen­den Plä­nen erse­hen kann, muss der Rundweg verkürzt und neu ver­legt wer­den. Die Ergänzung mit ein­er »Fis­chauf­stiegshil­fe« parzel­liert die Grün­fläche über Gebühr. Offen­sichtlich sollen auch Teile des Are­als rund um die Wasser­stoff­pro­duk­tion­san­lage eingezäunt wer­den. Damit wird in die Gesamtkonzep­tion der Land­schaft­sar­chitek­tur, welche vom Stadt­gärt­ner und Plan­er R. Ari­oli bewusst als öffentlich­er Park konzip­iert wurde, einge­grif­f­en und die Har­monie der Anlage zerstört.

Zusam­men­fas­sung:
Eine indus­trielle Wasser­stoff­pro­duk­tion gehört nicht in eine Naher­hol­ungszone. Sie ist daselb­st nicht zonenkon­form. Eine indus­trielle Wasser­stoff­pro­duk­tion gehört in ein Indus­triege­bi­et. Das nahegele­gene Hafenare­al ist dafür in jedem Fall bestens geeignet.

Ich hoffe, dass Sie der Ein­sprache stattgeben kön­nen und die Ini­tianten und Antrag­steller dazu bewe­gen kön­nen sich Alter­na­tiv­en im Birs­felder Hafenare­al zu überlegen.

Mit fre­undlichen Grüssen

Christoph Meury,
Hard­strasse 20, 4127 Birsfelden

Die Ein­sprache wird mit­ge­tra­gen von
Franz Büch­ler, Liestaler­strasse 2, 4127 Birs­felden und
Gabriela Grellinger, Hard­strasse 20, 4127 Birsfelden,
Ueli Kauf­mann, Hard­strasse 18, 4127 Birsfelden

 

Krähenlyrik 9: Heute, Frantz Wittkamp
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