Vor lauter No-Bil­lag und Trump am WEF oder auch nicht, wird offen­bar (aber vielle­icht gern) vergessen, dass uns auch vier kan­tonale Abstim­mungen ins Haus ste­hen. Dafür gibt es auch ein Abstim­mungs­büch­lein mit Erläuterun­gen. Irgend­wann bringt es die Post ja dann schon noch ins Haus. Hier ein kurz­er Überblick:

Änderung der Ver­fas­sung betr­e­f­fend Unvere­in­barkeit der gle­ichzeit­i­gen Mit­glied­schaft in Regierungsrat Basel­land und Bun­desver­samm­lung
Eigentlich soll­ten Mit­glieder des Regierungsrates nicht noch in ‑zig Ämtern sein. Ihr Amt braucht die ganze Kraft und die ganze Zeit. Da Ämterku­mu­la­tion sowieso des Teufels ist, ist die Mei­n­ung des Lan­drates aus­nahm­sweise goldrichtig. Und auch der Regierungsrat ist dafür. Denn bei­de sagen zu dieser Vor­lage JA.

For­mulierte Ver­fas­sungsini­tia­tive «Stimm­recht mit 16» vom 8. Sep­tem­ber 2016
Das Volks­begehren will die Alters­gren­ze für die Ausübung der poli­tis­chen Rechte auf Kan­tons- und Gemein­debene von heute 18 Jahren auf 16 Jahre senken. So kön­nten auch 16- und 17-Jährige über kan­tonale und kom­mu­nale Sachvor­la­gen abstim­men sowie Per­so­n­en in öffentliche Ämter von Kan­ton und Gemeinde wählen (aktives Wahlrecht), sich jedoch nicht selb­st in öffentliche Ämter wählen lassen (pas­sives Wahlrecht).
Ver­schiedene Län­der, unter anderem auch Öster­re­ich, haben das Stimm­recht­salter 16 bere­its einge­führt. Im Kan­ton Glarus, dem einzi­gen Kan­ton, der ein Stimm­recht ab 16 Jahren ken­nt, beobacht­en wir heute die höch­ste Zus­tim­mungsrate in der Bevölkerung. Dies lässt darauf schliessen, dass die Erfahrun­gen mit dem Stimm­recht­salter 16 durch­wegs pos­i­tiv sind.
Im Abstim­mungs­büch­lein auf Seit­en 12/13 find­en Sie viele Argu­mente dafür und daw­ider. Mich überzeu­gen die Argu­mente dafür.

For­mulierte Ver­fas­sungsini­tia­tive «Stimm­recht für Niederge­lassene» vom 8. Sep­tem­ber 2016
Bei ein­er Annahme der Ini­tia­tive sollen sich die in unserem Kan­ton niederge­lasse­nen Aus­län­derin­nen und Aus­län­der an kan­tonalen und kom­mu­nalen Sach­ab­stim­mungen beteili­gen kön­nen. Eben­falls vorge­se­hen ist die Beteili­gung an Wahlen wie zum Beispiel die Wahl des Lan­drats, des Regierungsrats oder des Gemein­der­ats. Aus­geschlossen ist das soge­nan­nte pas­sive Wahlrecht, das heisst die Möglichkeit, dass sich Aus­län­derin­nen und Aus­län­der in öffentliche Ämter von Kan­ton und Gemeinde wählen lassen kön­nen.
Lan­drat und Regierungsrat sagen dazu NEIN. Die Argu­mente dage­gen sind recht zweis­chnei­dig. Zum Beispiel, dass diese Aus­län­derin­nen und Aus­län­der keinen Mil­itär­di­enst leis­ten wür­den. Hmm, wie ist das denn bei den Frauen? Ja, die Frauen kriegen Kinder. Aber lange nicht mehr alle. Es sorgt beispiel­sweise an den Unis zu Unmut, wenn Män­ner immer wieder mil­itärische Unter­brüche in ihrer Aus­bil­dung haben, die Frauen vor­wärtsstudieren … Wie wäre es wohl mit einem Zivil­dienst für kinder­lose Frauen und Aus­län­der und Aus­län­derin­nen?

For­mulierte Geset­zesini­tia­tive «Faire Kom­pen­sa­tion der EL-Ent­las­tung» (Fair­ness-Ini­tia­tive) vom 3. Novem­ber 2016
78 Ein­wohn­erge­mein­den ver­lan­gen mit ihrer Ini­tia­tive, dass der Kan­ton den Ein­wohn­erge­mein­den spätestens im Jahr 2020 ins­ge­samt 45 Mil­lio­nen Franken bezahlt. Begrün­det wird diese Forderung damit, dass der Kan­ton in den Jahren 2011 bis 2015 bei den Ergänzungsleis­tun­gen wegen der kom­mu­nalen Pflege­fi­nanzierung um 45 Mil­lio­nen Franken ent­lastet wor­den sei. An die ins­ge­samt geforderten 45 Mil­lio­nen Franken soll die bere­its geleis­tete Zahlung von 15 Mil­lio­nen Franken angerech­net wer­den. Es wer­den somit zusät­zliche 30 Mil­lio­nen Franken vom Kan­ton gefordert.
Regierung und Lan­drat woll­ten den Kan­ton auf Kosten der Gemein­den sanieren, den Gemein­den (klamm wie Birs­felden) die Kosten über­wälzen. Kommt glaub ich nicht so gut an, also Ja.

Mattiello am Mittwoch 5/6
Freitag, 08.35 Uhr, Aula Kirchmatt

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