Wahrscheinlich denkt die SVP: »Steter Tropfen höhlt den Stein«. Sie übersehen dabei, dass dieser stete Tropfen Stalagmiten bildet, die durch stetiges Verkalken in die Höhe wachsen.
Nun kommt die SVP mit der Volksinitiative »Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)«, die das Wachstum der Schweiz begrenzen will. Aber nicht nur das. Sollte die Schweiz trotzdem weiterwachsen, müsste sie im schlimmsten Fall aus verschiedenen völkerrechtlichen Verträgen aussteigen. Sich in Selbstisolation begeben … (Siehe auch hier.)
Stell dir vor:
Du liegst im Spital, die Schmerzen machen dich wahnsinnig. Du drückst den Notruf — und lange, lange Zeit kommt niemand — weil zu wenig Personal da ist.
Stell dir vor:
Dein WC läuft über. Die Rückstauklappe zur Kanalisation funktioniert nicht. Du rufst eine Sanitärfirma an. Die Warteliste ist lang — vielleicht in zwei, drei Tagen …
Stell dir vor:
Du liegst im Altersheim, an ein Aufstehen ist nicht mehr zu denken. Du bist inkontinent und brauchtest seit Stunden neue Windeln. Doch wegen Personalmangel werden zuerst die dringendsten Notfälle erledigt …
Die SVP-«Nachhaltigkeitsinitiative» ist nur eine der vielen Überfremdungsinitiativen seit 1970. Die erste Initiative stammte aus der Feder von James Schwarzenbach, einem glühenden Verehrer nicht nur des Nationalsozialismus, sondern auch des spanischen Diktators Franco.
Seither wurde im Schnitt alle fünf Jahre eine Überfremdungsinitiative lanciert, die SVP hat Schwarzenbachs Vermächtnis angetreten. Immer sind die »Anderen« das Problem, immer die Überfremdung. Mal will man den «Ausländeranteil» auf 12 Prozent (1974) oder 18 Prozent (2000) beschränken, mal auf 500’000 Menschen (1974), mal die Gesamtbevölkerung in der Schweiz auf 6,2 Mio. (1988) oder jetzt eben 10 Mio. (2026).
Am rassistischen und fremdenfeindlichen Kern hat sich nie etwas geändert. Dieses Mal will die SVP ihre rassistische Politik im Namen der Nachhaltigkeit salonfähig machen.
Zwar traut sich die SVP nicht mehr von Überfremdung zu sprechen, damit stände sie in einem schiefen Licht. Sie bedient sich heute gewichtigerer Wort wie Nachhaltigkeit!
Googles KI sagt über die Bedeutung des Wortes: »Nachhaltig bedeutet, Ressourcen so zu nutzen, dass die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen einzuschränken – also umweltbewusst, ressourcenschonend und zukunftsfähig zu handeln, indem man nicht mehr verbraucht, als nachwachsen kann, und soziale Gerechtigkeit einbezieht. Es geht darum, ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele auszubalancieren, um langfristige Stabilität zu gewährleisten.« Ob die Initiative »nachhaltig« ist, müssen Sie an der Urne entscheiden.
Hier können Sie den Initiativtext nachlesen. Bitte lesen Sie auch »zwischen den Zeilen«.
Eine vollständige Schliessung der Schweiz für Ausländer würde zu einer ökonomischen und sozialen Krise führen und das moderne, wohlhabende und gut funktionierende Land, wie wir es kennen, massiv beschädigen, da es auf die Integration und Arbeit von Menschen aus dem Ausland angewiesen ist.
Konkrete Auswirkungen auf verschiedene Bereiche:
• Massiver Fachkräftemangel:
Fast alle Branchen, besonders die, die schon heute Mangelberufe haben (Pflege, Gastgewerbe, IT, Bau), würden zusammenbrechen.
• Wirtschaftlicher Stillstand:
Unternehmen könnten nicht mehr wachsen oder müssten massiv Stellen abbauen. Die Wertschöpfung würde sinken.
• Konsumrückgang: Weniger Menschen bedeuten weniger Nachfrage, was die Wirtschaft zusätzlich schwächt.
• Gesundheitssystem:
Zusammenbruch der Pflege: Viele Pflegekräfte sind Ausländer/innen, ihre Abwesenheit würde Spitäler und Altersheime lahmlegen.
Auch Ärzte aus dem Ausland sind essenziell für die Versorgung, besonders in ländlichen Gebieten.
• Soziales & Infrastruktur:
Altersvorsorge: Die AHV/IV würde durch weniger Erwerbstätige stark unter Druck geraten, da weniger Beiträge eingezahlt werden.
Instandhaltung:
Viele Infrastrukturprojekte (Strassen, Bahn) wären ohne ausländische Arbeitskräfte nicht mehr umsetzbar.
• Innovation & Forschung:
Wissenschaftliche Stagnation: Universitäten und Forschungseinrichtungen wären auf internationale Talente angewiesen.
• Demografie:
Die Schweiz hat eine alternde Bevölkerung; Zuwanderung gleicht dies aus. Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung schrumpfen und stark überaltern.
Nun wissen Sie, was Sie sich mit
der SVP-Nachhaltigkeit einhandeln.

Und zum Schluss noch dies:
»Die Verfassung eines Staates solle so sein,
dass sie die Verfassung des Bürgers nicht ruiniert.«
(Stanislaw Jerzy Lec)


