Franz Büch­ler und Chri­stoph Meu­ry wol­len ins Gesche­hen ein­grei­fen. Mit einem Antrag an den Gemein­de­rat von Birs­fel­den wol­len die selbst­er­nann­ten Hafen­spe­zia­li­sten & Are­al- und Stadt­ent­wick­ler in spe der Gemein­de aus der lei­den Opfer­hal­tung her­aus­hel­fen und ihr für das Teil­ge­biet «Ster­nen­feld West« die unein­ge­schränk­te Hand­lungs­ho­heit zurück­ge­ben.
Nach der Devi­se: Lasst uns Nägel mit Köp­fen machen!, haben die Bei­den einen Antrag für den Erwerb von «Ster­nen­feld West« durch die Gemein­de ein­ge­reicht.

Wir nut­zen die Som­mer­pau­se, um dem Gemein­de­rat die Mög­lich­keit zu geben bereits an sei­ner näch­sten Sit­zung (4. August) dar­auf zu reagie­ren.

Birs­fel­den, den 8. Juli 2020

Betrifft:
Erwerb der Par­zel­len im Gebiet «Ster­nen­feld West« durch die Gemein­de Birs­fel­den

Sehr geehr­ter Gemein­de­rat
Sehr geehr­te Damen und Her­ren

In der Bei­la­ge fin­den Sie unse­ren Antrag zuhan­den der Gemein­de­ver­samm­lung Birs­fel­den.

Mit dem Antrag wol­len wir die Ent­wick­lung und Trans­for­ma­ti­on «Ster­nen­feld West« kri­tisch hin­ter­fra­gen und bean­tra­gen dem Gemein­de­rat gleich­zei­tig die ver­schie­de­nen Par­zel­len, wel­che das Pla­nungs­ge­biet «Ster­nen­feld West« umfas­sen, vom Kan­ton käuf­lich zu erwer­ben. Wir sind der Mei­nung, dass sich die Gemein­de die vol­le Pla­nungs­ho­heit für die­ses Gebiet sichern und gleich­zei­tig sicher­stel­len muss, dass ein Mehr­wert in die Gemein­de­kas­se fließt.

In die­sem Sin­ne möch­ten wir Sie bit­ten den Antrag zu prü­fen und ent­spre­chend der Gemein­de­ver­samm­lung zur Ver­nehm­las­sung, respek­ti­ve Abstim­mung, vor­zu­le­gen. Für all­fäl­li­ge Aus­künf­te ste­hen wir Ihnen natür­lich ger­ne zur Ver­fü­gung.

Mit freund­li­chen Grü­ßen
Franz Büch­ler und Chri­stoph Meu­ry

 

Antrag:
Erwerb der Par­zel­len im Gebiet «Ster­nen­feld West«
durch die Gemein­de Birs­fel­den

Der Len­kungs­aus­schuss «Hafen Birs­fel­den 2040+« geht in sei­nem soge­nann­ten Stra­te­gie­pa­pier davon aus, dass der Hafen­pe­ri­me­ter vor­läu­fig nicht ange­ta­stet wird. Hin­ge­gen sol­len die Gebie­te außer­halb die­ses Peri­me­ters durch­aus einer Wei­ter­ent­wick­lung zuge­führt wer­den. Einer­seits gibt es Plä­ne für die ehe­ma­li­ge Staats­gru­be, ande­rer­seits auch für das Gebiet «Ster­nen­feld West«, ent­lang der Ster­nen­feld­stras­se.

Auf der ein­schlä­gi­gen Web­site wird die mög­li­che Ent­wick­lung fol­gen­der­ma­ßen skiz­ziert:

«West­lich der Ster­nen­feld­stras­se befin­den sich zahl­rei­che Gewer­be­be­trie­be, dahin­ter lie­gen die Sport­plät­ze. Die ca. 2,5ha gro­ße Par­zel­le ver­fügt über bedeu­ten­des Ver­dich­tungs- und Auf­wer­tungs­po­ten­ti­al. Der Kan­ton Basel-Land­schaft als Eigen­tü­mer und die Gemein­de Birs­fel­den stre­ben eine Trans­for­ma­ti­on zu dich­te­ren Dienst­lei­stungs­nut­zun­gen an. Auch ein even­tu­el­ler Wohn­an­teil zu den Sport­plät­zen hin ist denk­bar. Ziel ist es, dem Gewer­be­ge­biet ein neu­es Gesicht zu geben. So wird Süd­port inter­es­san­ter für Fir­men, wel­che nebst dem indu­stri­el­len Umfeld auch eine attrak­ti­ve Adres­se für Emp­fangs- und Büro­räum­lich­kei­ten suchen.

Beein­flusst wird die Ent­wick­lung der Par­zel­le auch durch den geplan­ten Bau des Rhein­tun­nels. Letz­te­rer ist eines der zen­tra­len Aus­bau­pro­jek­te der Regi­on Basel zur Erhö­hung der Ver­kehrs­ka­pa­zi­tät und Reduk­ti­on der Stau­zei­ten. Die Par­zel­le west­lich der Ster­nen­feld­stras­se wird wäh­rend der Bau­zeit vor­aus­sicht­lich für den Tage­bau und den Bau­stel­len­in­stal­la­ti­ons­platz benö­tigt. Gemäß heu­ti­ger Pla­nung kann der Bau­start 2029 erfol­gen. Das Bun­des­amt für Stra­ßen ASTRA rech­net mit einer Bau­zeit von acht Jah­ren. Die Abhän­gig­kei­ten zwi­schen den Ent­wick­lungs­ab­sich­ten und dem Tun­nel­bau wer­den zur­zeit zwi­schen dem ASTRA, der Gemein­de und dem Kan­ton Basel-Land­schaft genau­er unter­sucht, um eine Ent­wick­lung der Par­zel­le nach dem Bau des Tun­nels zu ermög­li­chen.« http://www.südport-birsfelden.ch/de/home/

Im ersten Moment scheint es zweck­mä­ßig, dass die Gemein­de sich an der Trans­for­ma­ti­on von «Ster­nen­feld West« betei­ligt. Da das Land aber voll­um­fäng­lich dem Kan­ton Basel-Land­schaft gehört, ist wenig sinn­voll ein Gebiet durch eine Trans­for­ma­ti­on einem höhe­ren Mehr­wert zuzu­füh­ren, wenn der Pro­fit, dann wie­der­um beim Kan­ton BL hän­gen­bleibt. Man soll­te nicht die glei­chen Feh­ler end­los wie­der­ho­len. Bereits jetzt erhal­ten die bei­den Kan­to­ne die von der SRH erwirt­schaf­ten Hafen­ge­win­ne voll­um­fäng­lich. Basel­land erhält dabei 60%, d.h. rund 4.5 Mio. Fran­ken (2019). Die Gemein­de Birs­fel­den erhält dabei kei­nen Anteil.

Wie wir ver­schie­dent­lich gese­hen haben wer­den die Area­le im Hafen­pe­ri­me­ter (eben­falls im Besitz des Kan­tons BL) zu extrem tie­fen Bau­rechts­zin­sen ver­ge­ben. D.h. die Land­be­wer­tung sind histo­risch tief. Die Land­prei­se lie­gen bei Bau­rechts­zin­sen von unter 10.- CHF/p.a. D.h. weit unter mark­üb­li­chen Zin­sen. Nor­ma­ler­wei­se wer­den sol­che Area­le zu markt­üb­li­chen Prei­sen, heißt: über 22.-CHF/p.a. ver­ge­ben. Kapi­ta­li­siert man die Bau­rechts­zin­sen mit 3%, wür­de eine Par­zel­le von 10’000 m² rund 3.4 Mio. CHF kosten. Daher erach­ten wir es als sinn­voll, wenn die Gemein­de bemüht wäre, das gan­ze «Ster­nen­feld West« käuf­lich zu erwer­ben. Dafür müss­te sich die Gemein­de natür­lich ver­schul­den. Dies stellt aber eine loh­nen­de Inve­sti­ti­on in die Zukunft der Gemein­de dar. Damit erwirbt Birs­fel­den das Recht die gan­ze Zone eigen­stän­dig zu ent­wickeln und spä­ter den erwirt­schaf­ten Mehr­wert zurück in die Gemein­de­kas­se flie­ßen zu las­sen. Aber nicht nur der Mehr­wert wür­de in unse­re Kas­se flie­ßen, son­dern auch die ent­spre­chen­den Bau­rechts­zin­sen und wenn die Gemein­de nach dem Kri­te­ri­um eines ver­pflich­ten­den Steu­er- und Geschäfts­sit­zes in Birs­fel­den die Fir­men aus­wählt, auch steu­er­lich ein loh­nen­des und nach­hal­ti­ges Geschäft.

Birs­fel­den, 8. Juli 2020
Franz Büch­ler und Chri­stoph Meu­ry

Bil­der: Titel: Franz Büch­ler, Nägel mit Köp­fen: Tages­wo­che (auf fünf Gemein­de­rä­tIn­nen erwei­tert)


Schluss mit Voyeurismus im Museum
Mattiello am Mittwoch 20/31

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