Wie die Zeit verge­ht.
Erst eine Woche ist es her, dass viele von uns erschrock­en erwacht sind, weil sie dacht­en, Hal­loween sei kalen­darisch fix­iert. Da wurde doch tat­säch­lich eine Woche später jemand in einem demokratis­chen Staat zum Präsi­den­ten gewählt,

der Folter befür­wortet.
der sein Land ein­mauern will.
der Frauen begrap­scht,
der vorgibt zu wis­sen, woher Verge­waltiger kom­men,
der seinen Wahlkampf aus eigen­er Tasche finanziert,
der das kann, weil er seit 20 Jahren u.a. keine Steuern bezahlt,
der mit solchem Ver­hal­ten Pro­pa­gan­da für sich macht,
der im his­torischen Ein­wan­derungs­land USA eben diese unterbinden will,
der keine Ahnung hat, was sein Land erfol­gre­ich gemacht hat,
der das Recht auf pri­vat­en Waf­fenbe­sitz noch lock­ern will
der usw.
Wenn er sich und seine Wäh­ler damit bloss nicht ins Knie schiesst.

Katas­trophal würde man meinen. Doch die Katas­tro­phe ist nicht der Gewählte, son­dern seine Wäh­ler. Die Vor­bilder gibt es in Europa, die Nachah­mer auch. Wer hat’s erfun­den?
Nicht wenige schar­ren in Europa bere­its in den Startlöch­ern, andere sind bere­its früh ges­tartet.
Eine Aufzäh­lung:

Orban in Ungarn stachel­drahtet sein Land ein.
Erdo­gan in der Türkei befür­wortet die Ein­führung der Todesstrafe für Regimegeg­n­er.
Kaczin­s­ki in Polen bewei­h­wässert im Luther­jahr sein Volk mit mit­te­lal­ter­lichem Fun­da­mentalka­tholizis­mus.

Neu am Start sind:

Schweiz:          Freysinger
Ital­ien:             Gril­lo
Frankre­ich:     le Pen
Nieder­lande:  Wilders
Deutsch­land:  Petry
Oester­re­ich:    Hofer
Eng­land:          John­son

Es ist diesen Damen und Her­ren unbenom­men, nichts von Aufk­lärung und Human­is­mus und Men­schen­recht­en und und und im Geschicht­sun­ter­richt mit­bekom­men zu haben.
Dass sie aber so zahlre­ich ihre Wäh­ler find­en, stimmt nach­den­klich.

Wie wäre es, wenn in Deutsch­land (bis vorgestern sucht­en die noch) Dieter Bohlen oder Thomas Gottschalk zum Bun­de­spräsi­den­ten gewählt würde, und die Schweiz DJ Bobo oder Chris von Rohr („Mehr Drägg“) im Bun­desrat deponieren würde?

Und die Weisheit zum Text

Wirk­lich, ich lebe in fin­steren Zeit­en!
Das arglose Wort ist töricht. Eine glat­te Stirn
Deutet auf Unempfind­lichkeit hin. Der Lachende
Hat die furcht­bare Nachricht
Nur noch nicht emp­fan­gen.

Bertolt Brecht


Unternehmenssteuerreform III
Mattiello am Mittwoch 3/46

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