Noch nie war die SVP in Bern so gut ver­tre­ten wie die­ses Jahr:
Bun­des­rat Guy Par­me­lin als Bundespräsident,
Bun­des­rat Ueli Mau­rer als Finanzchef,
Andre­as Aebi als Natio­nal­rats­prä­si­dent und
Alex Kuprecht als Ständeratspräsident.

Und den­noch ent­blö­den sich Chri­stoph Blo­cher (nicht wie­der­ge­wähl­ter Bun­des­rat) und Natio­nal­rä­tin Mag­da­le­na Mar­tullo-Blo­cher nicht, Bun­des­rat Alain Ber­set als Dik­ta­tor, resp. die Schweiz als Dik­ta­tur zu bezeich­nen. Und Natio­nal­rat Egger for­der­te gar ein Impeach­ment von Alain Ber­set. Da konn­te auch Par­tei­prä­si­dent und Natio­nal­rat Mar­co Chie­sa nicht zurück­ste­hen und muss­te mit­ma­chen. Auch Natio­nal­rat Roger Köp­pel stimm­te in den Chor ein und for­der­te die Gastro­no­mie auf am ersten März die Bei­zen (wider­recht­lich) zu öffnen.
Toll, was sich da gewis­se Leu­te ins Par­la­ment gewählt haben.

Und das alles, weil der Bun­des­rat als Kol­le­gi­al­be­hör­de (!) im Ver­lau­fe der Coro­na­pan­de­mie nicht der SVP gehorcht. Die SVP ist mit der Coro­na-Stra­te­gie des Bun­des nicht ein­ver­stan­den und ver­langt seit Wochen sehr weit­ge­hen­de Locke­run­gen. Sie kann, will, soll die Not­ver­ord­nun­gen des Bun­des­ra­tes nicht akzeptieren?

Dazu hat Prof. Alex­an­der Trech­sel bei 20Minuten eine gute Erklä­rung abge­ge­ben, daraus:
»Der Bun­des­rat hat beschlos­sen, die Not­ver­ord­nun­gen in ein dring­li­ches Bun­des­ge­setz zu über­füh­ren. Das ist kor­rekt. Ohne die­ses Ver­fah­ren ver­fal­len Ver­ord­nun­gen, die sich direkt auf die Bun­des­ver­fas­sung stüt­zen, nach sechs Mona­ten. Aber: Falls es dem Bun­des­rat nicht gelin­gen soll­te, innert die­ser Frist eine Bot­schaft zu ver­ab­schie­den, ver­fal­len die­se Ver­ord­nun­gen und kön­nen auch nicht ver­län­gert wer­den. Beschliesst das Par­la­ment ein dring­li­ches Gesetz, dann kann es die­ses auf ein Jahr begren­zen. Falls das Gesetz eine Gel­tungs­dau­er von mehr als einem Jahr hat, dann greift die direk­te Demo­kra­tie. Hat das Gesetz eine Ver­fas­sungs­grund­la­ge, dann unter­steht es dem fakul­ta­ti­ven Refe­ren­dum. Hat es kei­ne, unter­steht es sogar dem obli­ga­to­ri­schen Refe­ren­dum, wo ein dop­pel­tes Mehr von Volk und Stän­den benö­tigt wird.«

Aber offen­bar kön­nen das nicht alle SVP-Par­la­men­ta­rie­rin­nen und Par­la­men­ta­ri­er verstehen.
Ich weiss, dass Fern­dia­gno­sen vor allem in Psych­ia­trie und Psy­cho­lo­gie nicht seri­ös sind. Aber im Bestre­ben die­se Leu­te den­noch zu ver­ste­hen bin ich auf die­se Dia­gno­se gestossen:
Sie lei­den mög­li­cher­wei­se an Autis­mus-Spek­trum-Stö­run­gen, die noch nicht ursäch­lich behan­del­bar sind, aber Teil­be­rei­che offen­bar the­ra­pier­bar sind.

Dazu aus www​.neu​ro​lo​gen​-und​-psych​ia​ter​-im​-netz​.org:
»Autis­mus-Spek­trum-Stö­run­gen sind tief­grei­fen­de Ent­wick­lungs­stö­run­gen, die u.a. durch ein redu­zier­tes Inter­es­se an sozia­len Kon­tak­ten sowie einem redu­zier­ten Ver­ständ­nis sozia­ler Situa­tio­nen gekenn­zeich­net sind. Zudem lie­gen auch sprach­li­che Beson­der­hei­ten und Ein­schrän­kun­gen, vor allen der Sprach­ent­wick­lung, aber auch der prag­ma­ti­schen Anwen­dung von Spra­che vor. Inner­halb der Autis­mus-Spek­trum-Stö­run­gen gibt es unter­schied­li­che Sym­pto­me, Aus­prä­gun­gen und Schwe­re­gra­de. Zwar sind die­se Erkran­kun­gen bis heu­te nicht ursäch­lich behan­del­bar, es kön­nen jedoch durch geziel­te The­ra­pie die Beein­träch­ti­gun­gen in der sozia­len Inter­ak­ti­on redu­ziert wer­den, die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fer­tig­kei­ten deut­lich gestei­gert, sowie ste­reo­ty­pe Ver­hal­tens­wei­sen und psy­chi­sche Beglei­ter­kran­kun­gen (komor­bi­de psy­chi­sche Stö­run­gen) rela­tiv gut behan­delt werden.

Sym­pto­me und Stö­rungs­bild von Autismus-Spektrum-Störungen
Für auti­sti­sche Stö­run­gen sind vor allem ein grund­le­gen­des Defi­zit im Bereich des sozia­len Mit­ein­an­ders und der gegen­sei­ti­gen Ver­stän­di­gung typisch. Dane­ben kom­men Son­der­in­ter­es­sen und ste­reo­ty­pes Ver­hal­ten in varia­bler Aus­prä­gung vor. Drei Haupt­merk­ma­le sind bei den mei­sten Per­so­nen mit Autis­mus-Spek­trum-Stö­rung zu beobachten:
• Gestör­te sozia­le Interaktion
Z.B. fehlt das natür­li­che Ver­ständ­nis für die Gefüh­le, Gedan­ken und Vor­stel­lun­gen ande­rer, ihr Ein­füh­lungs­ver­mö­gen in sich und ande­re ist begrenzt, vor allem, wenn es um das Ver­ste­hen von Gedan­ken­gän­gen ande­rer geht.
• Beein­träch­tig­te Kom­mu­ni­ka­ti­on und Sprache
Z.B. Vie­le mit Autis­mus-Spek­trum-Stö­rung erwer­ben Spra­che, die sie den­noch in der Regel nicht gut zum Dia­log ein­set­zen kön­nen. Sie klin­gen oft alt­klug und mecha­nisch, und gehen auf die Aus­sa­gen ihres „Gesprächs­part­ners“ nicht ein.
• Wie­der­hol­te, ste­reo­ty­pe Ver­hal­tens­wei­sen und Interessen
Z.B. zei­gen gut begab­te Per­so­nen mit Autis­mus-Spek­trum-Stö­rung häu­fig auch aus­ge­präg­te Son­der­in­ter­es­sen, die einer­seits das Ler­nen ande­rer Inhal­te stö­ren kann, die aber teil­wei­se auch gewinn­brin­gend beruf­lich ein­ge­setzt wer­den können.«

Viel­leicht wäre ja in die­sem Fal­le eine erfolg­rei­che The­ra­pie gewinn­brin­gend für die Demokratie?

Lei­der war mir die­se Kri­tik hier nur mit Sati­re möglich.

Birsfelden von hinten 21/3
Heute: Internationaler Frauentag

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