Am 9. Febru­ar 2020 wäh­len wir den Gemein­de­rat.
Wir haben den Gemein­de­rats­kan­di­da­tin­nen und Gemein­de­rats­kan­di­da­ten am 4. Janu­ar 2020 einen Fra­ge­bo­gen mit 10 Fra­gem zuge­stellt. Die Fra­gen nah­men auf ver­schie­de­ne poli­ti­sche Din­ge Bezug.
Die drei ersten Fra­gen beschäf­ti­gen sich mit aktu­el­len Initia­ti­ven resp. Refe­ren­den, die die­ses Jahr in der Schweiz (zum Teil am Wahl­tag) zur Abstim­mung kom­men. Eine Fra­ge beschäf­tigt sich mit der Kli­ma­ka­ta­stro­phe und die letz­ten Fra­gen beschäf­ti­gen sich mit dem gröss­ten Are­al Birs­fel­dens, mit dem Hafen.

Hier nun die Ant­wor­ten der aktu­ell amtie­ren­den Gemein­de­rä­tin Dési­rée Jaun, SP:

• Am 9. Febru­ar 2020 wird auch über die Erwei­te­rung der Ras­sis­mus­straf­norm (Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund der sexu­el­len Ori­en­tie­rung) abge­stimmt. Was ist Ihre Mei­nung dazu?
Dési­rée Jaun: »Vie­le Men­schen wer­den, obwohl sich unse­re Gesell­schaft mitt­ler­wei­le im Jahr 2020 befin­det, noch immer auf­grund ihrer sexu­el­len Ori­en­tie­rung dis­kri­mi­niert, beschimpft und sogar ange­grif­fen. Des­halb bin ich klar für die­se Erwei­te­rung und wer­de am 9. Febru­ar klar JA sagen zum Schutz vor Hass.”

• Am 9. Febru­ar 2020 wird über die Volks­in­itia­ti­ve »Mehr bezahl­ba­re Woh­nun­gen« abge­stimmt. Was ist Ihre Mei­nung dazu?
Dési­rée Jaun: »Bezahl­ba­rer Wohn­raum wird immer knap­per und berei­tet vie­len Men­schen gros­se Sor­gen. In Birs­fel­den gehen wir als gutes Vor­bild vor­an und gehen auch schon wei­ter als die Zie­le die­ser Volks­in­itia­ti­ve. Damit auch schweiz­weit mehr bezahl­ba­re und gemein­nüt­zig gebau­te Woh­nun­gen ent­ste­hen befür­wor­te ich die­se Initia­ti­ve klar.«

• Irgend­wann (so Gott will) wer­den wir auch über die soge­nann­te »Kon­zern­ver­ant­wor­tungs­in­itia­ti­ve« abstim­men. In Birs­fel­den gibt es dafür sogar ein Lokal­ko­mi­tee.
a. Fin­den Sie die­se Initia­ti­ve eine gute Sache?
Dési­rée Jaun: »Auf jeden Fall! Kon­zer­ne, die ihren Sitz in der Schweiz haben, sol­len auch im Aus­land die Men­schen­rech­te und Umwelt­stan­dards beach­ten müs­sen. Wenn sie dage­gen ver­stos­sen, muss dies ent­spre­chen­de Kon­se­quen­zen haben. Der Pro­fit der Kon­zer­ne darf nicht über dem Schutz von Mensch und Umwelt ste­hen!«
b. Wür­den Sie dem Lokal­ko­mi­tee bei­tre­ten?
Dési­rée Jaun: »Ich bin bereits seit der Grün­dung dem Lokal­ko­mi­tee in Birs­fel­den bei­getre­ten.«

• Die Gemein­de Birs­fel­den könn­te mit geeig­ne­ten Mass­nah­men viel zur Ver­hin­de­rung der Kli­ma­ka­ta­stro­phe bei­tra­gen. Wel­che Mass­nah­men, die Birs­fel­den ein­lei­ten kann, wür­den Sie der Gemein­de­ver­samm­lung vor­schla­gen? Sie dür­fen auch über Ihre zukünf­ti­gen Depar­te­men­te hin­aus den­ken…
Dési­rée Jaun: »Auch wenn wir glo­bal betrach­tet nur ein klei­nes Mosa­ik­stein­chen zur Ver­hin­de­rung der Kli­ma­ka­ta­stro­phe bei­tra­gen kön­nen, möch­te ich neben mei­nem Enga­ge­ment auf kan­to­na­ler Ebe­ne auch in Birs­fel­den mit gros­sem Ein­satz hel­fen, die­se Her­aus­for­de­rung anzu­packen.
Bei den bevor­ste­hen­den städ­te­bau­li­chen Ent­wick­lun­gen ist es wich­tig, dass wir einer­seits wert­vol­le Grün­flä­chen erhal­ten sowie schaf­fen, um der Über­hit­zung ent­ge­gen­zu­wir­ken und die Bio­di­ver­si­tät zu för­dern. Ande­rer­seits muss durch kli­ma­scho­nen­des, ener­gie­ef­fi­zi­en­tes und nach­hal­ti­ges Bau­en ein wich­ti­ger Teil zur Reduk­ti­on von CO2-Emis­sio­nen bei­getra­gen wer­den. Des­halb soll in Birs­fel­den ent­spre­chend gebaut wer­den. Auch bei der Beschaf­fung sol­len öko­lo­gi­sche Aspek­te berück­sich­tigt und bei­spiels­wei­se hei­mi­sches FSC-Holz ver­wen­det wer­den.
Im Rah­men des Leit­bil­des für Natur‑, Grün- und Frei­räu­me, das zur­zeit fina­li­siert und anschlies­send der Bevöl­ke­rung vor­ge­stellt wird, wer­den auch Mass­nah­men erar­bei­tet, die einen Bei­trag zur Bekämp­fung der Kli­ma­kri­se lei­sten sol­len. Die­se wer­den unter ande­rem der Gemein­de­ver­samm­lung vor­ge­schla­gen.«

• Sicher ken­nen Sie die Absichts­er­klä­rung »Ent­wick­lung Indu­strie- und Gewer­be­zo­ne Birs­fel­den«.
a. Sind Sie mit den dort gemach­ten Zukunfts­vi­sio­nen ein­ver­stan­den?
Dési­rée Jaun: »Es han­delt sich dabei erst um gro­be Visio­nen, mit denen sowohl für die Gemein­de Birs­fel­den als auch für den Kan­ton Basel-Land­schaft und die Schwei­ze­ri­schen Rhein­hä­fen ein gemein­sa­mer Nen­ner gefun­den wer­den konn­te. Alle Betei­lig­ten sind an einer Ent­wick­lung des Gebie­tes inter­es­siert, was ich begrüs­sens­wert fin­de. Über die Details wird unter der Berück­sich­ti­gung von noch bestehen­den und lang­fri­sti­gen Ver­trä­gen ver­han­delt wer­den müs­sen, wobei jede Par­tei ihre Anlie­gen ein­brin­gen wird. Mit den gemach­ten Zukunfts­vi­sio­nen bin ich ein­ver­stan­den.«
b. Sehen Sie ande­re Mög­lich­kei­ten, die die Gemein­de Birs­fel­den anstre­ben soll­te?
Dési­rée Jaun: »In der Absichts­er­klä­rung sind mei­ner Mei­nung nach die wesent­li­chen Punk­te fest­ge­hal­ten. In die­sem Peri­me­ter gibt es Poten­ti­al für Gewer­be und Wohn­raum. Dabei muss jedoch auch der Natur Raum gewährt wer­den. Im Hafen­ge­biet haben sich sel­te­ne und wert­vol­le Tier- und Pflan­zen­ar­ten wie z. B. die Bas­ler Varie­tät der Bie­nen-Rag­wurz ange­sie­delt, deren Lebens­raum erhal­ten wer­den muss. Auch in einem Gewer­be­ge­biet, das ent­wickelt wird, sol­len öko­lo­gi­sche Flä­chen vor­han­den, ver­netzt und unter­hal­ten sein.«

• Als Birs­fel­der oder Birs­fel­de­rin­nen ken­nen Sie das Are­al der ehe­ma­li­gen JOWA-Bäcke­rei, das ohne Bahn­an­schluss und Schiffs­an­le­ge­stel­le ist. Die heu­ti­ge Fisch­zuch­t­an­stalt braucht offen­bar weder das eine noch das ande­re, ist also kaum »hafen­af­fin«.
a. Fän­den Sie es gut, das Are­al wür­de für den Woh­nungs­bau aus­ge­schie­den?
Dési­rée Jaun: »Ja, ich betrach­te dies als eine gute Opti­on.«
b. Wenn nein: Was sind die Grün­de dafür?
Dési­rée Jaun: »sie­he a.«

• Wel­che Ver­än­de­run­gen in der Gemein­de Birs­fel­den wür­den Sie als erste Prio­ri­tät bestim­men?
Dési­rée Jaun: »All die Auf­ga­ben in einer Gemein­de sind Teil eines kom­ple­xen Zusam­men­spiels. Gera­de bei Neue­run­gen gilt es vie­le ver­schie­den­ste Bedürf­nis­se zu beach­ten. Mir ist es vor allem ein Anlie­gen, dass die­se Her­aus­for­de­run­gen kli­ma­scho­nend und nach­hal­tig ange­gan­gen wer­den. Denn es braucht Mass­nah­men auf allen Ebe­nen, um der Kli­ma­kri­se und ihren Fol­gen ent­ge­gen­zu­tre­ten!«

06.01.2020, Dési­rée Jaun

Dies ist eine Serie mit hof­fent­lich allen Gemein­de­rats­kan­di­da­tin­nen und Gemein­de­rats­kan­di­da­ten. Mit Klick auf die­se Zei­len erhal­ten Sie alle bis jetzt erschie­ne­nen Arti­kel zum The­ma Wah­len.


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