Ein Leit­bild beschreibt das Selbst­ver­ständ­nis und die Grund­sät­ze eines Unter­neh­mens oder einer Orga­ni­sa­ti­on. Was ist der Zweck des Unter­neh­mens, wel­che Wer­te sind für das Unter­neh­men wich­tig und wel­che Zie­le wer­den verfolgt.
Das Leit­bild wird schrift­lich fixiert und rich­tet sich an die Mit­ar­bei­ter, die Kun­den und an die Öffentlichkeit.
Das Leit­bild gibt Ant­wor­ten auf die Fragen:
• Wofür ste­hen wir? (Vision/Selbstverständnis)
• Was wol­len wir errei­chen? (Ziel, Legislaturziel)
• Wie wol­len wir es errei­chen? (Grundsätze/Strategien)

Oder anders formuliert:
Das Leit­bild ver­deut­licht den Sinn und Zweck des Unter­neh­mens und gibt einen Rah­men für das täg­li­che Han­deln vor. Die Mit­ar­bei­ter bekom­men eine Vor­stel­lung von der Unter­neh­mens­iden­ti­tät, den Zie­len und der Stra­te­gie des Unter­neh­mens. Das Bewusst­sein dar­über moti­viert und bin­det die Mit­ar­bei­ter. Sie wis­sen, war­um und wie sie ihre Auf­ga­ben machen sol­len. Dazu muss das Leit­bild die Mit­ar­bei­ter für die Unter­neh­mens­zie­le begeistern.

Für die Gemein­de Birs­fel­den hat­te der Gemein­de­rat erst­mals 2008, spä­ter dann für die Legis­la­tur­pe­ri­ode 2016–2020 ein Leit­bild vor­ge­stellt. Das hat Flo­ri­an Dett­wi­ler auf sei­ne gute Art kom­men­tiert.
Mit­te Okto­ber 2020 folg­te nun das neue­ste Leit­bild für die Legis­la­tur­pe­ri­ode 2020–2024.

Es ist inter­es­sant die »Papie­re« ein biss­chen zu vergleichen.
Dabei stel­len sich immer wie­der Fra­gen. Zum Beispiel:

• Sind Legis­la­tur­zie­le, die im neu­en Leit­bild prak­tisch iden­tisch vor­kom­men nun Zie­le, die eigent­lich immer gel­ten oder sind es Zie­le die nicht erreicht wurden?
Wie z.B.: »Der Kon­takt zu den Ver­ei­nen ist institutionalisiert.«

• Sind Legis­la­tur­zie­le, die aus dem alten Leit­bild nicht wei­ter über­nom­men wur­den nun erle­digt, nicht mehr wich­tig oder ein­fach ver­ges­sen gegangen?
Wie z.B.: »Es liegt ein Nut­zungs­plan für das Gewer­be­ge­biet Ster­nen­feld­stras­se West vor.«
Oder ist die­ses frü­he­re Ziel im neu­en Ziel »Die gemein­de­ei­ge­nen Area­le «Zen­trum», «Hard­stras­se», «Birs­steg­weg» sowie «Sport­platz (inkl. Ster­nen­feld­stras­se West)» wer­den im Rah­men von Son­der­nut­zungs­ver­fah­ren ent­wickelt.« sich ebenbürtig?

• Feh­len gewis­se Legis­la­tur­zie­le, die Ihnen viel­leicht wich­tig wären?
Mir fehlt beim The­ma Sicher­heit z.B.: »Die peri­odi­sche Prü­fung von Bau­stel­len ist institutionalisiert.«

• Sind prak­tisch unmög­li­che Legis­la­tur­zie­le sinn­voll? In den Zie­len 2016–2020 stand z.B.: »Das struk­tu­rel­le Defi­zit ist beho­ben.« Oder neu für 2020–2024: »Inner­halb der Legis­la­tur­pe­ri­ode ent­steht kein struk­tu­rel­les Defi­zit.« Kann da jemand zaubern?

Lesen Sie sich ein­mal ein biss­chen durch die­se Zie­le. Inter­es­sant auch, wel­che Schwer­punk­te der Gemein­de­rat offen­bar hat. Zum Beispiel:
• Birs­fel­den ist Fair Tra­de Town.
Was bedeu­tet das eigent­lich? Dazu gibt es Richt­li­ni­en und Zah­len. Siehe:
http://www.fairtradetown.ch/sites/default/files/zahlenanforderungen_nach_einwohnerzahl_20161227.pdf
Ich den­ke mit Max-Have­la­ar zum Znü­ni auf der Gemein­de­ver­wal­tung ist es nicht getan. Aber viel­leicht sind die neu­en Büro­mö­bel dann Fair-Trade-zertifiziert?

Schön, wenn man Zie­le hat — und sie nicht aus den Augen verliert …

Und die Weis­heit zur Sache:

Unter­wegs kannst du immer noch scheitern.
Bes­ser schei­tern natürlich, jedes­mal besser.«
Urs Widmer

 

 

 


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Das fiktive Plakat 47

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