Da hat sich also eine Aar­gauer Nation­al­rätin in der Frages­tunde des Nation­al­rats tief­schür­fend­en Prob­le­men zuge­wandt. Sie habe an der Eröff­nung des läng­sten Eisen­bah­n­tun­nels der Welt »tanzende Der­wis­che« gese­hen, die ein islamis­ches Rit­u­al vorge­führt hät­ten. Und sie fragte sich, ob man mit dieser Show nicht die Grundw­erte der Schweiz ver­rat­en hätte: »Tanzende Der­wis­che haben damit gar nichts zu tun. Mit tanzen­den Der­wis­chen, welche in der Enzyk­lopädie des Islams eine Form zur Annäherung von Allah bedeuten, wer­den unsere Grundw­erte jedoch ver­rat­en.« Und vom Bun­desrat wollte sie dann wis­sen, ob er diese Sor­gen aus der Bevölkerung teile.

Eigentlich stellt sich hier die Frage nach den Grundw­erten der Schweiz.
Was sind diese Grundw­erte, die immer wieder beschworen wer­den: Das Nicht­tra­gen von Train­ing­sho­sen? Der Hand­schlag, den eine Bubendör­fer Nation­al­rätin geset­zlich geregelt haben will? Das Ver­bot von tanzen­den Heuhaufen? Oder ist gar Dummheit ein Schweiz­erisch­er Grundw­ert?

In Anlehnung an Max Frisch frage ich mich:

Kann Ide­olo­gie ein Schweiz­erisch­er Grundw­ert sein?

 

 


Wochenrückblick
Birsfelder Vorgarten-Kultur 7

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